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Rozbeh Asmani stellt Farbe infrage

Rozbeh Asmani, Lidl Kreis, 2018

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern geht in der Ausstellung „Rozbeh Asmani. Wem gehört die Farbe?“ den komplexen Zusammenhängen von Farbe, Macht, Konkurrenzkampf und Identität auf den Grund. Diesen Aspekt will Asmani mit seiner Kunst ins Bewusstsein rufen und setzt sich mit der Ästhetik des Kapitalismus auseinander. Über 100 Werke des Deutsch-Iraners lenken den Blick hinter eine vordergründig abstrakte Bildsprache, die dennoch mit Bedeutung konnotiert ist. So wird schnell klar, dass sich Rozbeh Asmani nicht nur mit Farbe und Form allein beschäftigt. Er thematisiert die Patente auf Farben, ähnlich wie es schon Yves Klein mit seinem berühmten Blau getan hat.

Große Konzerne und Marken setzen bewusst auf einprägsame Logos. Längst sind die zugehörigen Farben wie Telekom-Magenta oder Milka-Lila in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen. Dies soll den Wiedererkennungswert einer bestimmten Marke steigern und vor Fälschung schützen. Asmani trennt in seinen Arbeiten beispielsweise das Lidl-Schriftlogo von seinem dreifarbigen Hintergrund oder entfernt die Luftblasen vom Blau des Wassers aus der O2-Werbung. Die größte Werkgruppe unter den Exponaten stellen die „72 Colourmarks“ dar, in der die geschützten Farben bestimmter Marken nur durch ihre Farbigkeit selbst wirken sollen. Anders verfährt Asmani mit dem Inhalt verschiedener Lebensmittel. Die einprägsame und jedermann bekannte Form der Mon Chéri-Pralinen hat er in Bronze gegossen. Der Wiedererkennungswert bleibt gleich, das Produkt durch seine Materialität unvergänglich.

Grundlage für diese Ideen war der Streit um die Schokoladenfigur „Shirin“ von 2009, die Rozbeh Asmani in Lila verpackt wissen wollte. Durch den Patenschutz, den das Milka-Lila genießt, wählte er ein „unverfängliches“ Blau, was den studierten Grafiker zum Nachdenken über die „abstrakten Farbmarken“ und das Farbmarkenschutzgesetz anregte. Rozbeh Asmani wurde 1983 im iranischen Shiraz geboren und studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. 2013 erhielt er für sein Werk „72 Colourmarks“ den Förderpreis der Kunsthochschule für Medien Köln. 2015 wurde er als erster Künstler an das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste in Düsseldorf berufen.

Die Ausstellung „Rozbeh Asmani. Wem gehört die Farbe?“ läuft bis zum 30. Dezember. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Das Museum bleibt an Heiligabend, dem 1. Weihnachtsfeiertag geschlossen. Der Eintritt kostet 5 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sowie Studenten ist er frei. Es erscheint ein Begleitheft zur Ausstellung.

Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
Museumsplatz 1
D-67657 Kaiserslautern

Telefon: +49 (0)631 – 36 47 201
Telefax: +49 (0)631 – 36 47 202


07.11.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/Robert Seegert

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Veranstaltung vom:


27.10.2018, Rozbeh Asmani - Wem gehört die Farbe?

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Rozbeh Asmani, Lidl Kreis, 2018
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Rozbeh Asmani, Mon Chéri Praline & Mon Chéri
 Praline #2, 2016
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Künstler:

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