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Franz Nölken in Hamburg

Franz Nölken, Schlafender weiblicher Akt vor einem Spiegel, 1915

Das Ernst Barlach Haus in Hamburg hat den 100. Todestag von Franz Nölken am 4. November zum Anlass genommen, dem Expressionisten eine Ausstellung auszurichten. Die rund 70 Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken geben einen Eindruck vom Œuvre des Künstlers. Nölken schuf die Bilder im Zeitraum zwischen 1904, als er seine ersten Erfolge feierte, und 1916. Im Fokus der Schau „Paris im Sinn“ stehen die sensibel komponierten Arbeiten der 1910er Jahre. „Es gibt sehr detailfreudige Portraits in der Ausstellung. Er sucht aber eine andere Art von Bildsprache, die nichts zu tun hat mit dem Abbilden von Wirklichkeit“, so Karsten Müller, Leiter des Ernst Barlach Hauses. Nölken malte beispielsweise den Unternehmer Oscar Troplowitz so präzise, dass man jedes einzelne Barthaar erkennen kann. Ein weiblicher Akt von 1915 wirkt dagegen unfertig, aber dennoch ausdrucksstark. Einen ähnlichen Eindruck vermittelt auch das Selbstporträt aus dem Jahr 1916.

Während seiner mehrmaligen Aufenthalte in der französischen Hauptstadt trat Franz Nölken in Kontakt mit Henri Matisse, an dessen Akademie er auch studierte. Nölkens Werke zeigen seine Auseinandersetzung mit bekannten Malern wie Edgar Degas, Pierre-Auguste Renoir oder Paul Cézanne und Pablo Picasso. Seine Frühwerke sind noch dem Realismus zu zuordnen. Seine späteren Arbeiten zeichnen sich dagegen durch eine expressive Farbwahl und einen schnellen Malduktus aus. Franz Nölken, 1884 in Hamburg geboren, war ab 1900 Schüler in Arthur Siebelists Malschule. Drei Jahre später trat er in den „Hamburger Künstlerclub von 1897“ ein und wurde nach dessen Auflösung 1908 Mitglied der Brücke. Sein großes Talent wurde von vielen Freunden und Mäzenen erkannt und gefördert. So fand 1904 eine erste Ausstellung mit seinen Bildern in der Hamburger Galerie Commeter statt. Nölken wurde 1917 in den Kriegsdienst eingezogen und starb 1918 in La Chapelle an der Westfront in Frankreich kurz vor dem Ende des Ersten Weltkriegs.

Die Ausstellung „Paris im Sinn. Hommage an den Hamburger Franz Nölken (1884 – 1918)“ ist bis zum 17. Februar 2019 zu sehen. Das Ernst Barlach Haus hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Das Museum bleibt an Heiligabend und Silvester geschlossen. Der Eintritt kostet regulär 7 Euro, ermäßigt 5 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren ist er frei. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog für 19 Euro.

Ernst Barlach Haus
Baron-Voght-Straße 50a
D-22609 Hamburg

Telefon: +49 (0)40 – 82 60 85
Telefax: +49 (0)40 – 82 64 15


07.11.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/Robert Seegert

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Franz Nölken, Schlafender weiblicher Akt vor
 einem Spiegel, 1915
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 (Brücke bei Meulan), 1909
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