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Eva Besnyö in Köln

Eva Besnyö, Junge mit dem Cello, Balaton, Ungarn 1931

Die ungarische Fotografin Eva Besnyö ist Thema der aktuellen Schau im Kölner Käthe Kollwitz Museum. Im Rahmen der Internationalen Photoszene Köln, die von diesem Wochenende bis Ende September läuft, sind mehr als 80 Originalabzüge aus dem Nachlass der jüdischstämmigen Künstlerin zu sehen. Die Retrospektive gewährt einen Einblick von den frühen Arbeiten, die durch Albert Renger-Patzsch und László Moholy-Nagy inspiriert sind, über die experimentellen Berliner Straßenszenen um 1930, die Portrait- und Architekturfotografien bis hin zur Dokumentation der Frauenbewegung in den Niederlanden der 1970er Jahre.

Eva Besnyö, 1910 in Budapest geboren, erlernte mit 18 Jahren im Atelier von József Pécsi in der ungarischen Hauptstadt den Beruf des Fotografen. Pécsi empfahl ihr, nach Berlin zu gehen. Ab 1930 weilte sie dann in der deutschen Hauptstadt und beschäftigte sich hier mit der Ästhetik der modernen Fotografie. Ihre Bilder charakterisieren „fesselnde Blicke, überraschendes Licht und ungewohnte Perspektiven“, so die Kuratoren Marion Beckers und Elisabeth Moortgat. Einflüsse erhielt sie von Renger-Patzschs Fotobuch „Die Welt ist schön“ und Moholy-Nagys Forderung für ein neues Sehen. Daraus entwickelte Besnyö ihre eigene poetisch-experimentelle Bildsprache mit steilen Perspektiven und gelängten Schatten, wie in der Aufnahme „Eva und Magda“ von 1929 mit einem Schattenwurf von ihr und ihrer Schwester auf dem Kopfsteinpflaster beim Fingerspiel.

In Berlin arbeitete Eva Besnyö bis 1931 zunächst im Labor des Reklamefotografen René Ahrlé und danach als Volontärin beim Pressefotografen Peter Weller. Danach war sie freischaffend für die Agentur Neofot tätig. Ihre Fotografien erschienen in Zeitschriften wie „Querschnitt“, „Atlantis“, „Sieben Tage“, „Die Woche“, „Deutsche Frauenzeitung“ oder „Photofreund“. Im Herbst 1932 zog sie unter dem Erstarken der Nationalsozialisten nach Amsterdam. Die Architekturfotografie sollte in den folgenden Jahren ihre Haupteinnahmequelle werden. Sie fotografierte vor allem für die Gruppe „De 8“ in Amsterdam und die Gruppe „Opbouw“ in Rotterdam, die ihre von der Diagonale dominierte Bildgestaltung schätzten. Typisch für Besnyö sind die rechten Winkel und Schrägen ebenso wie die Vorliebe für gleißendes Sonnenlicht, etwa in ihrem Abzug „Kantine der AVR-Radio-Studios“ in Hilversum von 1936. Ihr Erfolg fand mit dem Einmarsch der Nazis in Holland ein jähes Ende. Freunde versteckten Eva Besnyö. Anfang der 1950er Jahre kehrte sie zur Schwarz-Weiß-Fotografie zurück. Erst mit ihrer neuen Rolle als Fotoreporterin für die Aktionen der Frauenbewegung „Dolle Mina“ in den 1970er Jahren griff sie wieder vermehrt zur Kamera. Im Dezember 2003 starb Eva Besnyö im nordholländischen Laren.

Die Ausstellung „Eva Besnyö – Photographin. Budapest, Berlin, Amsterdam“ läuft vom 21. September bis zum 9. Dezember. Das Käthe Kollwitz Museum hat dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2 Euro. Die begleitende Publikation kostet im Museum 18 Euro.

Käthe Kollwitz Museum Köln
Neumarkt 18-24
D-50677 Köln

Telefon: +49 (0)221 – 227 28 99
Telefax: +49 (0)221 – 227 37 62

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


21.09.2018, Eva Besnyö – Photographien. Budapest, Berlin, Amsterdam

Bei:


Käthe Kollwitz Museum

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Eva Besnyö, Junge mit dem Cello, Balaton, Ungarn 1931
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Eva Besnyö, Selbstportrait, Berlin 1931
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Künstler:

Eva Besnyö








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