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Yamamoto Masao in Berlin

Yamamoto Masaos Fotografien, die derzeit in der Ausstellung „Microcosm Macrocosm“ in der Alfred Ehrhardt Stiftung in Berlin zu sehen sind, gelingt es, die Philosophie des Laotse in eindrückliche Bilder zu übertragen. Der Mensch ist nur ein kleiner Teil der Natur, die wiederum nur einen winzigen Teil eines immensen Kosmos ausmacht. Durch Beobachtung all der kleinen Dinge um sich herum findet Yamamoto einen Schlüssel zum allumfassenden Charakter des Universums, den er auf Fotopapier festhält. Eigentlich studierte der 1957 in Japan geborene Künstler Ölmalerei, dann entdeckte er die Fotografie für sich. Er arbeitet bevorzugt mit kleinformatigen Silbergelatineabzügen, die er durch Tönung, Übermalung oder andere manuelle Eingriffe so bearbeitet, dass sie Objektcharakter erhalten und Reminiszenzen an Vergangenes mit sich führen. Obwohl er seit Mitte der 1990er Jahre in den großen Metropolen der Welt wie London oder New York ausstellte, blieb sein Lebens- und Arbeitsmittelpunkt immer in der unmittelbaren Natur seines Heimatlandes.

Yamamotos Œuvre demonstriert eine grundlegende Entsprechung zwischen Alfred Ehrhardts naturphilosophisch geprägter Weltsicht und seiner eigenen japanischen Natursicht. Der Japaner schätzt „Ehrhardts konstruktiven und strukturellen Blick auf die Schönheit der Natur, der die Kunstformen der Natur als visuelles Archiv anlegt“. Festhalten und dokumentieren sind auch Aspekte bei Yamamoto Masao: in jedem Stein und jeder Wurzel findet er vergessene kostbare Kleinode, die es zu bewahren gilt. Titelgebend für die Schau ist eine Serie von kleinen Bonsai-Bäumchen. In ihnen verdichten sich 100 oder gar 200 Jahre andauernde Zwiegespräche zwischen Bonsai-Bäumchen und Bonsai-Meistern. Yamamoto will in solchen Aufnahmen die Unermesslichkeit der Zeit aufzeigen; der menschliche Geist kann solche Dimensionen letztlich nicht begreifen. Außerdem wehrt er sich damit gegen das Vergessen, denn in seinen Fotografien macht er eben solche abstrakten Phänomene für den Betrachter fassbar.

Die Ausstellung „Yamamoto Masao – Microcosm Macrocosm“ läuft bis zum 23. Dezember. Die Alfred Ehrhardt Stiftung ist täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr und donnerstags bis zusätzlich 21 Uhr geöffnet. An gesetzlichen Feiertagen bleibt das Haus geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Alfred Ehrhardt Stiftung
Auguststraße 75
D-10117 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 200 95 333
Telefax: +49 (0)30 – 200 95 334

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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Veranstaltung vom:


15.09.2018, Yamamoto Masao - Microcosm Macrocosm

Bei:


Alfred Ehrhardt Stiftung

Künstler:

Masao Yamamoto








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