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Richard Riemerschmid im Germanischen Nationalmuseum

Am 20. Juni 1868 wurde in München der Architekt und Kunstgewerbler Richard Riemerschmid geboren. „Dieses Datum scheint spurlos an der Fachwelt vorübergegangen zu sein“, stellte Ulrich Großmann, Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg, fest. Denn kein anderes Museum würdigt den 150. Geburtstag des Künstlers, anders als es bei Peter Behrens, der im selben Jahr zur Welt kam. Da Möbel und kunstgewerbliche Objekte zum Fundus des Germanischen Nationalmuseums gehören, veranstaltet es nun eine konzentrierte Werkschau unter dem Titel „Richard Riemerschmid. Möbelgeschichten“.

Riemerschmid war bestrebt, formschöne Möbel für die breite Masse zu kreieren. Dabei standen günstige Preise, automatisierte Produktion sowie handwerklich anmutende, klare, elegante Jugendstilformen im Fokus. Drei Möbelensembles ragen aus den 100 Exponaten heraus. Den Auftakt bestreitet das sogenannte „Nürnberger Zimmer“. Die Entwürfe der Gruppe aus Büfett, Kommode, Tisch und Stühlen gingen um 1900 als Sieger aus einem Wettbewerb hervor, in dem eine schlichte Einrichtung für ein 16 Quadratmeter großes Wohnzimmer gefordert war, das nicht mehr als 350 Mark kosten durfte. Die einfache Eleganz überzeugte zwar die Jury, nicht jedoch potentielle Kunden, denen die Möbel zu nackt erschienen. Deutlich mehr im Jugendstil verortet und deshalb femininer angehaucht ist das 1904 entworfene Damenzimmer, das auf der „Dritten Deutschen Kunstgewerbe-Ausstellung“ in Dresden 1906 präsentiert und dort von einem Arzt erworben wurde. Grün gebeizte Oberflächen, stilisierte Blätter und Ranken sowie asymmetrisch geformte Füllungen zeichnen die einzelnen Bestandteile aus.

Ein Schwerpunkt der Schau nimmt Bezug auf Riemerschmids Tätigkeit für den Tischler und Unternehmer Kurt Schmidt, der in Hellerau bei Dresden die „Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst“ etablierte. Nach dem Vorbild der englischen Gartenstadt ließ er nach Riemerschmids Plänen eine Siedlung anlegen und übertrug dem ausgewiesenen Anhänger der Gartenstadtbewegung die Verantwortung für ein eigens entwickeltes Maschinenmöbelprogramm. Neben Siedlungs- und Ausstattungsplänen zeigt die Ausstellung als dritte Möbelgruppe ein 1906 entstandenes Junggesellenzimmer aus diesem Programm. Mit Nachdruck thematisiert Kuratorin Petra Krutisch Riemerschmids Aktivitäten in Nürnberg, so seine Lehrtätigkeit im Rahmen von Meisterkursen am Bayerischen Gewerbemuseum, in der Stadt realisierte Raumausstattungen oder den Anstoß erregenden Plakatentwurf für die Nürnberger Landesausstellung im Jahr 1896: Richard Riemerschmid musste die Handwerkszweige symbolisierenden nackten Knaben schließlich mit einem Lendenschurz versehen.

Die Ausstellung „Richard Riemerschmid. Möbelgeschichten“ läuft bis zum 6. Januar 2019. Geöffnet ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museum 10 Euro kostet.

Germanisches Nationalmuseum
Kartäusergasse 1
D-90402 Nürnberg

Telefon: +49 (0)911 – 13 31 0
Telefax: +49 (0)911 – 13 31 20

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


21.06.2018, Richard Riemerschmid. Möbelgeschichten

Bei:


Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

Variabilder:

Richard Riemerschmid, um 1910
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Künstler:


Richard Riemerschmid








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