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„Visionäre Sachlichkeit“ in Zürich

Félix Vallotton, Coucher de soleil. Villerville, 1917

Die Idee einer „Visionären Sachlichkeit“ hat das Kunsthaus Zürich ins Zentrum seiner aktuellen Ausstellung gerückt. Damit will das Museum einen anderen Blick auf die Entwicklung der Moderne abseits der Abstraktion werfen und orientiert sich an Künstlern, die stets gegenständlich gemalt und dennoch einen wesentlichen Betrag zu Kunstentwicklung jener Zeit geliefert haben. Das Visionär-Sachliche entdeckt das Kunsthaus Zürich schon bei Malern am Vorabend der Moderne, etwa bei Arnold Böcklin und Félix Vallotton, und führt es über die sogenannten „Naiven“ und Vertreter der Neuen Sachlichkeit bis hin zu den Surrealisten, etwa zu Salvador Dalí und René Magritte. Insgesamt sind 56 Exponate von 20 Künstler aus den Jahren zwischen 1890 und 1965 zu sehen.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt die Betonung der künstlerischen Malmittel über die Inhalte, was in die Abstraktion mündet. Dieser Entwicklung hat Sammlungskonservator Philippe Büttner Künstler entgegengesetzt, die weiterhin dem Auge illusionistisch gemalte Bildräume anbieten wollen. Als ältestes Gemälde hat er Böcklins „Frühlingserwachen“ von 1880 gesetzt, das schon nicht mehr dem Realismus verpflichtet ist, sondern von einer traumhaft visionären Note durchzogen ist. Malerisch präzise stellt Böcklin die andere Wirklichkeit des Mythischen vor.

Bei den „Naiven“ ist Henri Rousseau wohl eine der bekanntesten Figuren. Er malt seine Dschungelbilder mit akkurater Hingabe. Jedes Bild erhält eine Kontur und schafft eine eigenartige und fremde Welt, in der die Grenze von Bekanntem und Befremdlichen fließend ist. Mit der „Neuen Sachlichkeit“ eines Niklaus Stoecklin und Adolf Dietrich zieht sich dieser Effekt der Verfremdung weiter. Die Surrealisten suchten gezielt nach der Welt des Unbewussten jenseits der Konventionen und nach unkontrolliertem Ausdruck, wie es etwa in Träumen möglich war. So nutzt Magritte meisterhaft eine gegenständliche und verständliche Formensprache, die er jedoch inhaltlich ad absurdum führt, etwa in seinem Gemälde „Les Grâces naturelles“ von 1964 mit Vögeln aus Marmor.

Die Ausstellung „Magritte, Dietrich, Rousseau. Visionäre Sachlichkeit“ läuft bis zum 8. Juli. Das Kunsthaus Zürich hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 16 Franken, ermäßigt 11 Franken. Bis 16 Jahre ist er frei. Die begleitende 96seitige Publikation kostet 22 Franken.

Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
CH-8001 Zürich

Telefon: +41 (0)44 – 253 84 84
Telefax: +41 (0)44 – 253 84 33

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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09.03.2018, Magritte, Dietrich, Rousseau. Visionäre Sachlichkeit

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Félix Vallotton, Coucher de soleil. Villerville, 1917
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Adolf Dietrich, Bildnis eines Neffen des Künstlers, 1929
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