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Das Frauenbild der Renaissance in Basel

Hans Baldung Grien, Hexe und fischgestaltiger Drache, 1515

In der Schau „Weibsbilder“ präsentiert das Kunstmuseum in Basel die Vielfalt der Frauenbilder in der Zeit um 1500. Neben Werken aus dem eigenem Bestand ergänzen internationale Leihgaben eine Ausstellung, die nicht nur kunsthistorische, sondern auch kulturgeschichtliche Inhalte vermitteln will. Diese ließen sich auch mit gegenwärtigen aktuellen Fragen verbinden, so die Kuratorin Ariane Mensger. Neben einem Großteil an Arbeiten auf Papier umfassen die circa 100 Exponate auch Gemälde und Statuetten von Künstlern wie Albrecht Dürer, Urs Graf und Niklaus Manuel Deutsch. Da in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts die Zahl der „Weibsbilder“ schlagartig anstieg, konzentriert sich die Schau auf diese Zeitspanne.

Erst in der Renaissance und mit dem Aufstieg der profanen Kunst wurde der weibliche Akt außerhalb des religiösen Kontextes genutzt. Dennoch mussten die Sujets bestimmte Regeln befolgen: Die Frau erscheint als verführerische Venus, antike Tugendheldin oder mahnende Vanitas. Ferner wird sie auch als listige Herrscherin über den Mann, verschlagene Dirne oder teuflische Hexe gezeigt. Dies ist eng mit dem historischen Hintergrund und den damaligen Moral- und Tugenddiskursen verbunden, wie sie etwa die Schriften des Erasmus von Rotterdam und Agrippa von Nettesheim behandelten.

Die damals gängigen Werte und Ideale prägten oft einen negativen Stereotyp: Die Frau als Verkörperung des Sinnlichen und Schönen, vor deren Sündhaftigkeit und Vergänglichkeit aber stets gewarnt wurde. So gelingt es einer jungen schönen Hexe, in Hans Baldung Griens Federskizze von 1515 ihren Urinstrahl direkt in das Maul eines fischartigen Drachen zu leiten. Zwei Jahre früher zeigt sein Holzschnitt „Aristoteles und Phyllis“ eine Szene der mittelhochdeutschen Märe. Phyllis verführt nicht nur den weisen alten Aristoteles, sondern weiß ihn ebenfalls bloßzustellen, indem sie etwa auf ihm reitet. Die Furcht des Mannes vor den Reizen der Frau spiegelt sich hier ebenso wider, wie auch in der akzeptableren Variante mit Judith. Sie war es, die durch ihre List und Schönheit Holofernes betörte, sein Haupt abschlug und damit ihr Volk Israel rettete, was etwa Lucas Cranach d.Ä. in einem Gemälde von 1526/30 festhielt.

Die Ausstellung „Weibsbilder. Eros, Macht, Moral und Tod um 1500“ läuft bis zum 7. Januar 2018. Das Kunstmuseum Basel hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt zu Heiligabend geschlossen. Der Eintritt beträgt regulär 16 Schweizer Franken, ermäßigt 8 Schweizer Franken. Zur Ausstellung ein Katalog, der im Museum 39 Franken kostet.

Kunstmuseum Basel | Neubau
St. Alban-Graben 20
CH-4010 Basel

Telefon: +41 (0)61 – 206 62 62
Telefax: +41 (0)61 – 206 62 52


12.10.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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 1526/30
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