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Abstraktion der 50er Jahre in Frankfurt

Heinz Kreutz, Hymne an das Licht. Violettes Bild, 1958

Das Museum Giersch der Goethe-Universität Frankfurt nimmt seit dem Wochenende die Kunst der deutschen Nachkriegszeit in den Blick. Dazu präsentiert es 74 Arbeiten von 20 Künstlerinnen und Künstlern und fokussiert sich dabei auf die drei maßgeblichen Gruppierungen der Epoche: „junger westen“ in Recklinghausen, „ZEN 49“ in München und „Quadriga“ in Frankfurt. Die Ausstellung möchte einen neuen Blick auf die Abstraktion jener Zeit werfen, die für Freiheit stand und dem Selbstverständnis der jungen Bundesrepublik entsprach. Nach der Diktatur des Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und der Isolation gelang mit der Ungegenständlichkeit der Anschluss an die westliche Avantgarde. Ihren inhaltlichen Ausgangspunkt nimmt die Schau im „Darmstädter Gespräch“ von 1950. Hier ging es den Kunstschaffenden um die Positionsbestimmung der modernen Kunst und den Nachkriegskonflikt zwischen Figuration und Abstraktion.

Künstlergruppen, ein Charakteristikum der Klassischen Moderne, waren auch in der jungen BRD ein wichtiger Rückhalt der Künstler und ein Forum, um Öffentlichkeit herzustellen. Werke der Maler Gerhard Hoehme, Emil Schumacher, Heinrich Siepmann sowie des Bildhauers Ernst Hermanns zeigen den Aufbruch des „jungen westen“. Die Münchener Gruppe „ZEN 49“ ist mit Arbeiten von Rupprecht Geiger, K.R.H. Sonderborg, Fritz Winter und der Bildhauerin Brigitte Matschinsky-Denninghoff vertreten. Den Malern Karl Otto Götz, Otto Greis, Heinz Kreutz und Bernard Schultze, die seit ihrer Ausstellung in der Frankfurter Zimmergalerie Franck 1952 als „Quadriga“ bezeichnet wurden, gilt ein besonderer Schwerpunkt. Dabei fanden die Künstler unterschiedliche Ausdrucksgestalten für die Ungegenständlichkeit – von organisch-vegetativen über geometrisch-strengen und gestisch-impulsiven bis zu tastend-skripturalen. Auch das Kolorit deckte ein vielfältiges Spektrum ab. Es war buntfarbig, tonig-gedämpft oder monochrom. Ein Blick auf die Documenta II in Kassel 1959 bildet das Ende der Ausstellung. Arbeiten von Hermann Goepfert, Hans Haacke, Peter Roehr und Franz Erhard Walther markierten damals den Übergang zur „ZERO“-Bewegung und Objektkunst.

Die Ausstellung „Ersehnte Freiheit. Abstraktion in den 1950er Jahren“ ist bis zum 9. Juli zu sehen. Das Museum Giersch hat von dienstags bis donnerstags von 12 bis 19 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Der Katalog zur Schau aus dem Michael Imhof Verlag kostet 29 Euro.

Museum Giersch
Schaumainkai 83
D-60596 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 – 633 04 128
Telefax: +49 (0)69 – 633 04 144


20.03.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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19.03.2017, Ersehnte Freiheit. Abstraktion in den 1950er Jahren

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Heinz Kreutz, Hymne an das Licht. Violettes Bild, 1958
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