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Skulpturen aus Papier in Heilbronn

Die neue Ausstellung der Kunsthalle Vogelmann in Heilbronn macht ab diesem Wochenende auf das Potenzial des Materials Papier aufmerksam. Insgesamt 15 Künstler und Künstlerinnen, darunter Dan Flavin, Isamu Noguchi, Robert Rauschenberg, Wolf Vostell, Thomas Hirschhorn und Karla Black, verdeutlichen in ihren Werken, wie sehr sich das Papier als Material in der Gattung Skulptur etabliert hat. Seit zehn Jahren nimmt die Anzahl an Papierskulpturen auf Kunstmessen und Ausstellungen unverkennbar zu. Es handelt sich dabei jedoch nicht um einfache Modelle oder Studien, sondern um abgeschlossene Arbeiten der Künstler. Dass ausgerechnet dieses vergängliche Material für die für ihre Beständigkeit bekannte Skulptur verwendet wird, ist nahezu paradox. Der Facettenreichtum der Werke spricht allerdings für sich.

Bereits Pablo Picasso hat im Jahr 1912 Skulpturen aus Papier angefertigt, und auch sein Zeitgenosse Kurt Schwitters war diesem ungewöhnlichen Material nicht abgeneigt. In seinen vielfältigen, aus gefundenen Papierresten entstandenen Collagen, von denen drei in der Ausstellung zu sehen sind, untersuchte er in den 1920er Jahren den Kern einer bildnerischen Komposition. Das Spiel von Fläche und Raum resultierte in seinem „Merzbau“, eine Collage aus Papier und Alltagsfunden, die mehrere Zimmer füllte. Während Schwitters seine Arbeiten durch das Hinzufügen von Papier gestaltet hat, gingen die französische Gruppe der „Affichistes“ wie Jacques de la Villeglé oder Raymond Hains den entgegengesetzten Weg und schufen durch das Abziehen der obersten Schichten vielfach überklebter Plakatwände eine neue Komposition. Für Erwin Heerich, Franz Erhard Walther und Dieter Roth sollte Kunst für jeden verständlich und erschwinglich sein und einen möglichst direkten Kontakt zum alltäglichen Leben haben. Auch Charlotte Posenenske entwickelte ab den 1960er Jahren riesige Skulpturen aus Karton, die aus seriell gefertigten Einzelteilen bestehen.

Die Ausstellung „Skulpturen aus Papier. Von Kurt Schwitters bis Karla Black“ läuft vom 19. März bis zum 2. Juli. Die Kunsthalle Vogelmann hat dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 19 Uhr geöffnet. Der reguläre Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und englischer Sprache für 30 Euro.

Kunsthalle Vogelmann
Allee 28
D-74072 Heilbronn
Telefon: +49 (0)7131 – 56 44 20
Telefax: +49 (0)7131 – 56 31 94

Quelle: Kunstmarkt.com/Annemarie Knatz

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19.03.2017, Skulpturen aus Papier. Von Kurt Schwitters bis Karla Black

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