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Helmuth Macke in Ahlen

Helmuth Macke, Park in Dilborn, 1913

Zu Unrecht steht Helmuth Macke stets im Schatten seines Vetters August Macke. Anlässlich des 125. Geburtstags und des 80. Todestags rückt nun eine Ausstellungstournee sein Werkschaffen in ein neues Licht. Die Stationen in Konstanz, Penzberg, Erfurt und Bonn stehen in engem Zusammenhang mit befreundeten Künstlern und Aufenthaltsorten von Helmuth Macke. Derzeit macht die 120 Bilder umfassende Schau „Helmuth Macke im Dialog mit seinen expressionistischen Künstlerfreunden“ in Ahlen Halt. Im Fokus stehen hier seine frühen, experimentell geprägten Jahre im Rheinland.

Geboren 1891 in Krefeld, studierte Helmuth Macke zusammen mit Heinrich Campendonk und Wilhelm Wieger ab 1906 an der Krefelder Kunstgewerbeschule. Sein Lehrer Jan Thorn Prikker stand für ein progressives Kunstverständnis, was sich in Mackes Landschaften, ausdrucksstarken Porträts und Stillleben niederschlägt. Bäuerlich einfache Motive in erdigem Kolorit, aber auch explosive, leuchtende Farben mit Spiegelungen und Lichteffekten orientieren sich im Frühwerk am Vorbild Vincent van Goghs. Spannungsvoll dynamisch, mit lockeren Pinselstrichen, selbstbewusst und voller Tatendrang hält er sich 1910 in einem Porträt fest. Der weitere Lebensweg ist gekennzeichnet durch ständig wechselnde Aufenthaltsorte, wobei es ihn aber immer wieder in die rheinische Heimat nach Krefeld und Bonn zurückzieht. Finanzielle Not, Kriegsteilnahme mit verletzungsbedingten gesundheitlichen Folgen, Verlust seiner besten Freunde Franz Marc und August Macke, persönliche Krisen und Selbstzweifel bedingen unterschiedlich intensive Schaffensphasen.

Ab 1909 lebt Helmuth Macke zeitweise am Tegernsee und in Sindelsdorf, wo er in enger Tuchfühlung mit der Münchner Kunstszene die Entstehung des Blauen Reiters miterlebt. In Berlin kommt er im Anschluss mit den Brücke-Künstlern in Kontakt. Kristallin aufgebrochene Bildstrukturen zeugen von expressionistischer Suggestion. Kontrastreiche Farbgebung, rhythmisch geometrische Strukturen und oft dunkle Konturen der flächenbetonten Formen kennzeichnen die Nachkriegsphase. Symptomatisch dafür steht die Ansicht des Limburger Doms von 1920, eine pyramidale, vertikalorientierte Anlage in aufgehellter Farbe, die an Robert Delaunays Motive vom Eiffelturm denken lässt.

Ende der 1920er Jahre stellt sich in seinem Schaffen ein ruhiger, weniger geometrisch ausgerichteter, „lyrischer Expressionismus“ ein. Viele Motive sind in der rheinischen Städte- und Flusslandschaft verortet. 1929 erhält Helmuth Macke den Rom-Preis in Verbindung mit einem einjährigen Aufenthalt in der Villa Massimo. Im Januar 1933 bezieht er zusammen mit seiner Frau Margarete die Alte Mühle in Hemmenhofen am Bodensee. Am 8. September 1936 ertrinkt Helmuth Macke unter mysteriösen Umständen im Bodensee.

Die Ausstellung „Helmuth Macke. Im Dialog mit seinen expressionistischen Künstlerfreunden“ ist bis zum 1. Mai zu sehen. Das Kunstmuseum Ahlen hat mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen, der im Museum 24,80 Euro kostet.

Kunstmuseum Ahlen
Museumsplatz 1
D-59227 Ahlen

Telefon: +49 (0)2382 – 91 830
Telefax: +49 (0)2382 – 91 83 83

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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19.02.2017, Helmuth Macke. Im Dialog mit seinen expressionistischen Künstlerfreunden

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Kunstmuseum Ahlen

Variabilder:

Helmuth Macke, Park in Dilborn, 1913
Helmuth Macke, Park in Dilborn, 1913

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Helmuth Macke, Karussell am Rheinufer, 1924
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Künstler:

Helmuth Macke








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