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Das „Große Rasenstück“ macht Nürnbergs Altstadt zum Spielfeld der Kunst

Im Zeichen des Fußball-Fiebers



An Toren mangelt es in Nürnberg derzeit nicht. Die Zeichen der Fußballweltmeisterschaft haben untrüglich Einzug in die mittelalterliche Stadt gehalten. Aber nicht nur auf den Fußballplätzen ist das Weltmeisterfieber ausgebrochen. Auch in den Straßen der Altstadt tut sich einiges. Bereits angepfiffen ist „Das große Rasenstück – Zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum“. Und wie so oft bei großen Derbies schlugen die Wellen schon lange vor dem Anpfiff hoch. Die Kuratoren Raimar Stange und Florian Waldvogel präsentierten ihr Team aus zehn internationalen Künstlern, die alle zum Thema Fußball und Kunst im öffentlichen Raum arbeiteten. Die Rolle des schillernden Medienstars wurde schon vor Wochen per Volksentscheid an Olaf Metzel vergeben. Mit seiner skulpturalen Arbeit „Auf Wiedersehen“ am Hauptmarkt sucht Metzel den Dialog von neuer und alter Kunst. Genau hieran hat sich der Volkszorn entzündet.



Metzels Werk steht in der dialektischen Spannung von Verbergen und Aufdecken: mit 780 Stadionsitzen aus dem Olympiastadion in Berlin verhüllt der Documenta-Künstler eines der Wahrzeichen der Stadt, den Schönen Brunnen. Das mag nicht jeder, schon gar nicht, wenn das beliebteste Postkartenmotiv Nürnbergs für einige Zeit den Blicken entzogen ist. Wer aber von Absperrungszaun und Protestbriefen räumlichen Abstand sucht, entdeckt die Vielschichtigkeit des Werks: WM-Pokal, DNS-Kette, Gewalt in historischen und zeitgenössischen Kontexten, der legendäre Tatlin-Turm sind nur einige Assoziationen.

Die Stadt Nürnberg und der Deutsche Fußball-Bund fördern gemeinsam das zentrale Kulturprojekt zur Fußball-WM 2006. Auf der „Laufmeile“ zwischen Hauptbahnhof und Burg finden sich noch andere Formen von Kommentierung als eine Art der Weiterschreibung. Neville Gabie ist dort mit zwölf Plakatwänden vertreten, die lokale Bolzplätze aus aller Welt zum Thema haben. Im Torraum spiegeln sich nicht nur Siegerträume, sondern auch soziale und politische Konflikte wider. In einem Plakattor, das den nordirischen Konflikt thematisiert, finden wir neuerdings Zeichen des Friedens: über Nacht hat jemand Nelken aus den aufeinander zielenden Gewehrläufen wachsen lassen.

Die Plakatwände sind im öffentlichen Werbe-Raum mitunter schwer zu entdecken, für Dan Perjovschis filigrane Arbeiten muss man sich gar regelrecht auf die Suche begeben. Mit seinen schnellen Zeichnungen auf Gehwegen und Häuserwänden zieht er eine sich immer wieder ändernde Spur aus Kreide durchs Spielfeld. Als „Stadtzeichner“ wird er das Alltagsgeschehen und die WM während der gesamten Ausstellungsdauer kommentieren. Die weiteren Spielpositionen finden sich mit Alexandra Birckens gehäkelter Fußballnetz-Arbeit „Ohne Titel“ im Tiergärtnertor, im Rathaus selbst Elizabeth Peytons Porträt von „George (George Best)“ und in der Buslinie 36 mit Uri Tzaigs Videoinstallation, wo Fußball zwischen jüdischen und arabischen Israelis mit zwei Bällen gespielt wird. Tzaig setzt keck den Wettbewerb außer Kraft, der normalerweise das Spiel bestimmt, und wirft so einen unerhörten Blick auf einen alten Konflikt.

Ausprobieren kann man das dann selbst in Olaf Nicolais Pavillons auf der „Insel Schütt“ oder Jonathan Monks zwei verfremdeten Aluminiumtorrahmen in Spielfeldlängenentfernung zwischen Sebalder Platz und Brunnengässchen. Für den schnellen Hunger kann man Rirkrit Tiravanijas „Kochbuch für die Halbzeitpause“ kaufen und sich mit 16 internationalen Gerichten verwöhnen. Mit „When Saturday comes“ steht man wieder am Ausgangspunkt der „Laufmeile“ und blickt auf Silke Wagners Neonlichtarbeit am Königstorturm. Hier findet man eine der schönsten Schnittstellen von Fußball und Kunst: Dürers Hände. Sie leuchten in Blau und Weiß, den Farben des SSC Neapel und der Nationalmannschaft Argentiniens. Kunstgeschichte und Fußballgeschichte verflechten sich: Dürer und Maradona und seine „Hand Gottes“, die ihm zu einem Tor verholfen hat. Zur Entschlüsselung der weiteren zehn Porträts und Symbole bietet sich ein Gespräch mit einem Passanten an. Und vielleicht ergibt sich daraus eine Diskussion über den Stellenwert von Kunst im öffentlichen Raum, wie sie Nürnberg in den letzten Wochen in ungeahnter Weise führt.

Die Ausstellung „Das große Rasenstück – Zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum“ ist bis zum 9. Juli in der Altstadt von Nürnberg zu sehen.

www.das-grosse-rasenstueck.de



25.05.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Stephanie Härtel & Angela Schulze König

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