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Die bürgerliche Frau der Belle Epoque: Das Maler-Modell-Paar „Monet und Camille“ in der Kunsthalle Bremen

Frauen zwischen Stillstand und Aufbruch



Monet und Camille - die nur kurze gemeinsame Lebensgeschichte des Malers Claude Monet und seiner Freundin und späteren Ehefrau Camille Doncieux gleicht einem herzzerreißenden Melodram. Von Anfang an war ihre Beziehung überschattet von Geldsorgen, Hunger, üblen Wohnverhältnissen und dem sich stetig verschlechternden Gesundheitszustand der jungen Frau. Kennen gelernt hatten sich die beiden 1865, als Camille dem 25jährigen Maler für sein letztlich Fragment gebliebenes Monumentalgemälde „Frühstück im Grünen“ Modell stand. Mit dem 1867 geborenen Jean und seinem elf Jahre jüngeren Bruder Michel hatten die beiden zwei Kinder. Ihre kleinformatigen Porträts entstanden 1880, ein Jahr nach dem frühen Tod der Mutter. Sie hängen im ersten Raum der Ausstellung. Gedankenverloren und melancholisch treten die beiden aus dem dunklen und indifferenten Bildhintergrund hervor.



Diese sehr privaten Porträts gehören zu den eher untypischen Exponaten dieser Ausstellung. Im Zentrum der Schau „Monet und Camille“ in der Kunsthalle Bremen steht das Frauenbild zur Zeit des Impressionismus’. 95 Exponate sind versammelt, darunter viele hochkarätige Leihgaben aus den wichtigsten europäischen und amerikanischen Museen. Den Ausgangspunkt jedoch bildet ein Gemälde aus dem Sammlungsbestand der Kunsthalle Bremen: Das 1866 entstandene lebensgroße Bild „Camille“, mit dem Monet im selben Jahr im Pariser Salon einen großen Erfolg feiern konnte. Das in dunklen Tönen gehaltene Gemälde zeigt Camille als elegant gekleidete Pariser Dame in prächtiger Promenadentoilette. Sie trägt ein nachschleppendes, grünschwarz gestreiftes Seidenkleid und darüber eine taillierte, mit wertvollem Pelz besetzte Samtjacke. Das Bild vermittelt den ambivalenten Eindruck von Aufbruch und Innehalten, Stillstand und Bewegung.

Erworben wurde es bereits 1906 durch Gustav Pauli, den damaligen Kunsthallendirektor, für die stolze Summe von 50.000 Mark. Dorothee Hansen, die Kuratorin der Ausstellung, entwickelte, ausgehend von diesem Bild, einen schlüssigen Ausstellungsparcours, der anhand wichtiger Gemälde von Monets Zeitgenossen Pierre-Auguste Renoir, Edouard Manet oder James Abbott McNeill Whistler einen Eindruck vom Leben der großbürgerlichen Frau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermittelt. Illustrationen aus zeitgenössischen Modejournalen, kleinformatige, frühe Porträtfotografien und drei prächtige Originalkleider runden die Schau ab.

Um Porträts im eigentlichen Sinne ging es den meisten der Maler eher nicht. Die Gesichter der Frauen sind oft nur skizzenhaft, mit entindividualisierten Zügen oder in Seitenansicht ausgeführt. Auf ganzfigurigen Genrebildern scheinen ihnen die dargestellten Damen oftmals nur als Vorwand zu dienen, um sich mit großer Virtuosität mit Grundproblemen der Malerei zu beschäftigen: Der Wiedergabe des Materials, dem plastischen Herausarbeiten von Faltenwürfen und körperlichen Volumen, mit Hell-Dunkel-Kontrasten und Wechselwirkungen von Detailgenauigkeit und Skizzenhaftigkeit.

„Die Frau und das Kunstwerk sind verwandte Geschöpfe. Man wünscht, sie zu besitzen und zur Schau zu stellen“, bemerkte schon 1867 der im Katalog zitierte Kunstkritiker Hippolyte Taine. Die Ausstellung „Monet und Camille“ zeigt eben nicht nur virtuose Malerei, prächtige Garderoben und großbürgerliche Interieurs, sondern letztendlich auch die im Luxus ihrer häuslichen Umgebung gefangenen Frauen, die oftmals nicht mehr sind als ein hübsches Accessoire ihrer hinaus in die Welt strebenden Männer. Zurückgeworfen auf die heimische Umgebung, bestand ihr Tagesablauf aus dem Ritual des mehrfachen Garderobenwechselns, dem Betrachten von dekorativem Nippes und dem liebkosenden Umgang mit Haustieren wie Papageien oder Schoßhündchen.

Camille selbst war zu ihren Lebzeiten von derart luxuriösem Zeitvertreib weit entfernt - Seidenkleid und Samtjacke etwa waren nur für die Sitzung im Atelier ausgeliehen. Sie starb bereits 1879 nach entsetzlichem Leiden an Gebärmutterkrebs. Claude Monet malte die tote Camille unter dem Eindruck von Trauer und Aussichtslosigkeit ein letztes Mal auf ihrem Sterbebett.

Mit „Monet und Camille“ will die Kunsthalle Bremen an ihre großen Publikumserfolge „Der Blaue Reiter“ (2000) und „Van Gogh: Felder“ (2002-03) anknüpfen. Die Messlatte liegt hoch: 150.000 Besucher werden mindestens erwartet. Deshalb läuft auch die Marketingkampagne zu „Monet und Camille“ zur Zeit auf Hochtouren. Um vor allem auch von außerhalb viele Besucher in die Kunsthalle zu locken, haben sich die Bremer so einiges einfallen lassen. Das umfangreiche Begleitprogramm reicht von Vorträgen, Lesungen, Filmvorführungen bis hin zur Modenschau. Die Begleitausstellung „Muse heute? Inspirationsquellen aktueller Kunst“ befragt 35 junge Künstler deutscher Akademien nach ihrem ganz persönlichem Musenbegriff (13.11. bis 8.1.2006). Die Bahn bietet Sonderarrangements an, Bremer Gourmetrestaurants locken mit speziellen „Monet-Menüs“. Und für den exklusiven Touch sorgen VIP-Packages und eine VIP-Lounge.

Die Ausstellung „Monet und Camille. Frauenporträts im Impressionismus“ ist noch bis zum 26. Februar zu sehen. Die Kunsthalle Bremen hat dafür Dienstag, Freitag und Samstag von 10 bis 22 Uhr, am Mittwoch, Donnerstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 11 Euro, ermäßigt 8 Euro. Der Katalog kostet im Museum 25 Euro, ein 50seitiger Kurzführen 5 Euro.

Kontakt:

Kunsthalle Bremen

Am Wall 207

DE-28195 Bremen

Telefon:+49 (0421) 32 90 80

Telefax:+49 (0241) 32 90 84 7

www.monet-camille.de



25.10.2005

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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