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Die Turiner Sammlerin Patrizia Sandretto Re Rebaudengo

Weibliche Kunstpower in der Autostadt



Sie ist stets elegant gekleidet, bekannt für ihre großzügige Gastfreundschaft, ihre absolute Neugier auf Kunst und Künstler, ihre Beharrlichkeit und Durchsetzungskraft und ihren Sinn für stimmige Inszenierungen. Die norditalienische Kunstsammlerin mit dem klangvollen Namen Patrizia Sandretto Re Rebaudengo feiert jetzt das zehnjährige Jubiläum ihrer Kollektion mit einer auf drei Orte verteilten Ausstellung. Der engagierten Italienerin ist es gelungen, in ihrer Heimatstadt das Interesse für zeitgenössische Kunst zu wecken und eine ganze Region mit Gegenwartskunst aufzumischen. Aber auch die internationale Kunstwelt blickt immer wieder nach Turin.



Die 1959 in Turin geborene Unternehmerstocher hat ihre Liebe zur Gegenwartskunst vor zehn Jahren entdeckt. Renommierte Berater machten sie mit den international bedeutendsten Protagonisten der zeitgenössischen Kunstszene bekannt. Und Patrizia Sandretto kaufte alles, was gut und teuer ist: Wichtige Werke von musealer Qualität und großem Raumvolumen. Skulpturen von Tobias Rehberger, Großfotografien von Thomas Demand und immer wieder auch die schalkhaft-skurrilen Installationen des Italieners Maurizio Cattelan. Fotografien von Beat Streuli oder Thomas Struth, freche Skulpturen der provokanten Britin Sarah Lucas, intellektuelle Videokunst von Gary Hill oder Teile aus dem Cremaster-Zyklus von Matthew Barney. „Sammeln ist in meiner DNA“, sagt sie. „Als Mädchen sammelte ich kleine Pillendöschen, die ich alle systematisch katalogisierte und in kleinen Schreibheften durchnummerierte. Auch jetzt sammle ich nicht einfach Kunst, sondern auch wertvolle, farbige Broschen, die Hollywoodstars aus den 1940er und 1950er Jahren gehört haben. Ich gehe niemals aus ohne eine dieser Broschen, egal, was ich trage.“

Bald wagte Patrizia Sandretto den Sprung in die Öffentlichkeit. Zwei zentrale Motive begleiten sie in ihrer unermüdlichen Vermittlungstätigkeit: Die Anerkennung als internationale Sammlerin - als Vorbild nennt sie gern die glamouröse Peggy Guggenheim - und das Werben für ein breiteres Interesse für zeitgenössische Kunst in Italien. In ihrer Heimatstadt hat Patrizia Sandretto bereits viel bewirkt. Auf ihrem Landsitz in den piemontesischen Weinbergen in Guarene d’Alba präsentiert sie einen Teil der Sammlung öffentlich, und gelegentlich öffnet sie auch ihren opulent mit Kunst ausgestatteten Stadtpalazzo für Gäste. Im Jahr 2002 ging ein langjähriger Traum für sie in Erfüllung: Die adlige Sammlerin eröffnete nach einigen Kämpfen mit den Stadtvätern und Politikern ihr eigenes Museum. In Zusammenarbeit mit dem Londoner Architekten Claudio Silvestrin und dem künstlerischen Direktor Francesco Bonami, dem Leiter der Biennale Venedig 2003, zeigt sie in dem Museumsneubau der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo regelmäßig Wechselausstellungen aktueller Kunst.

Nun hat die unermüdliche Patrizia Sandretto wiederum Francesco Bonami eingeladen, mit lässiger Hand und sicherem kuratorischen Blick die Jubiläumsschau einzurichten. Bonami zeigt auf dem Landsitz in Guarene, in den ehemaligen königlichen Pferdeställen Turins und in der Fondazione über 200 Arbeiten aus der Sammlung. Der Titel der Schau gibt Rätsel auf und charakterisiert den spielerischen, humorvollen und irritierenden Ansatz des Sammlungskurators. „Bidibidobidiboo“ ist nicht nur ein Zauberspruch aus Walt Disneys „Cinderella“, sondern auch der Titel einer kleinen, aber zentralen Arbeit innerhalb der Sammlung. Es ist die Miniaturinstallation eines offenbar depressiven Eichhörnchens, das sich am Küchentisch erschossen hat. Der Schalk Maurizio Cattelan hat diesen ironisch-bösen Bubenstreich 1996 realisiert. Der Italiener ist einer der Lieblingskünstler von Patrizia Sandretto und mit vielen Arbeiten in der Sammlung vertreten.

Seit einigen Jahren richtet die weltgewandte Sammlerin ihren Blick auch verstärkt auf die Arbeit weiblicher Künstler und auf die Produktion junger Nachwuchskünstler aus Turin. Manche Kritiker geben zu bedenken, dass die Sammlung Sandretto zu abgesichert sei, auf zu etablierte Namen und bereits durchgesetzte Positionen setze und wenig Neues wage. Doch das beginnt sich zu ändern. Die Turiner verfolgen mit Stolz und Aufmerksamkeit, dass es jenseits von Botticelli und Michelangelo ein riesiges Feld an Kunstentwicklungen gibt. Die Stadt, die im Winter 2006 Gastgeberin der olympischen Spiele sein wird, wirbt mit dem Slogan „Torino - Città d’arte contemporanea“ - „Turin - Stadt der zeitgenössischen Kunst“ - und ist damit Vorreiterin für ganz Italien. Der enorme Nachholbedarf dürfte nach und nach gestillt werden. Etwa wenn im November die erste Ausgabe einer neuen Kunsttriennale in Turin stattfinden wird und die Ausstellung „SnowShow“ parallel zu den Winterspielen nicht nur Pistenjünger, sondern auch Kunstbegeisterte anlocken soll. Eine wichtige Fadenzieherin im Hintergrund all dieser Initiativen ist natürlich Patrizia Sandretto.

Die Ausstellung „Bidibidobidiboo - Works from the Sandretto Re Rebaudengo collection“ ist noch bis zum 2. Oktober im Palazzo Re Rebaudengo in Guarene d’Alba, in La Cavallerizza und der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo in Turin zu sehen. Der Katalog ist in der Edition Skira auf Italienisch und Englisch erschienen und kostet 65 Euro.

www.fondsrr.org



27.09.2005

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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