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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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50 Jahre documenta 1955-2005. Eine Ausstellung in fünf Kapiteln

Weltkunsttreffpunkt Kassel



Joseph Beuys, Dürer, ich führe persönlich Baader+Meinhof durch die Dokumenta V J. Beuys, 1972

Joseph Beuys, Dürer, ich führe persönlich Baader+Meinhof durch die Dokumenta V J. Beuys, 1972

Es gibt Kunstwerke, Namen, Begriffe und Ereignisse, die untrennbar mit der 50jährigen Geschichte der Documenta in Kassel verbunden sind. Joseph Beuys’ legendäre Honigpumpe etwa, die der Erfinder der sozialen Plastik 1977 während der Documenta 6 in der Rotunde des Museums Fridericianum installierte. Parallel liefen Veranstaltungen der „Free International University“ und ein Fußballspiel der etwas anderen Art mit dem Filzhutträger Beuys als Torwart. Unvergessen auch der Documenta-Erfinder Arnold Bode, der 1955 aus einer Ausstellung im Rahmen der Bundesgartenschau das weltweit wichtigste Barometer für zeitgenössische Kunstproduktion machte und damit Kassel zum Nabel der internationalen Kunstwelt adelte. Bazon Brocks an einer wegweisenden ästhetischen Theorie orientierte Besucherschule oder Harald Szeemanns sagenumwobene Documenta 5, die für das internationale Ausstellungsmachen einen Meilenstein bedeutete, die Boulevardpresse hingegen zu der Schlagzeile „gemeiner noch als Pornofilme“ anstachelte, markieren wichtige Eckpunkte einer wechselvollen, stets zukunftsorientierten Documenta-Geschichte.



Nun feiert man das 50jährige Jubiläum der alle fünf Jahre stattfindenden, besucherträchtigen Kunstmegaschau. Natürlich in Kassel in der Kunsthalle Fridericianum, der Urzelle der Documenta. Das nicht ganz leichte Unterfangen der wissenschaftlichen, historischen und kuratorischen Aufarbeitung der bislang 11 Documenta-Ausgaben hat Michael Glasmeier, Professor für Kulturwissenschaft an der Hochschule der Künste Bremen, übernommen. Er wählte einen gleichzeitig pragmatischen und ungewöhnlichen Ansatz, indem er das gesamte Unterfangen in fünf Kapitel aufteilte. Die beiden Kernstücke sind zwei korrespondierende Ausstellungen im Fridericianum: „archive in motion“, eine in enger Zusammenarbeit mit dem unerschöpflichen Documenta-Archiv entwickelte Visualisierung der Geschichte der Documenta und „Diskrete Energien“, eine überraschend nach innen gekehrte Auswahl von Kunstwerken der Documenta-Schauen 1 bis 11.

Beide Ausstellungsteile machen dem Besucher das Angebot einer intensiven, kontemplativen Auseinandersetzung mit den speziellen Ansätzen, Skandalen, Protagonisten und theoretischen Konzepten der Documenta. Das „archive in motion“ ist in 11 zellenartige Kammern gegliedert. Fotos, Statistiken, Videos, Originalbroschüren und Künstlerkommentare von nicht-documentaerprobten Vertretern der jüngeren Generation erzählen eine eigene Kunstgeschichte jenseits der Sammlungsstrategien von Kunstmuseen und der klassischen Kunstgeschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts. In Kassel ist eben immer auch viel passiert. Beuys pflanzte 1982 in Hut und Mantel 7000 Eichen - natürlich mit der Unterstützung zahlloser Helfer. Künstlerische Medien jenseits von Malerei und Skulptur wurden durchgesetzt. Die Videokunst, die Performance, der experimentelle Film oder das Künstlerbuch erhielten eine ganz neue Aufmerksamkeit. Kunstphilosophische, politische und theoretische Diskurse wurden angeregt, diskutiert und etabliert. Der Weg bis hin zu Okwui Enwezors fünf Plattformen der letzten Documenta 11 lässt sich anhand der archivierten Geschichte der Documenta logisch nachvollziehen.

Aber es waren und sind immer auch die Seitenstränge, die Nebenwege und die Sackgassen der zeitgenössischen Kunstproduktion, die den Reiz jeder Documenta ausmachen. In der Ausstellung „Diskrete Energien“ begegnet man vielen kleinen, fast vergessenen Werken. So zum Beispiel den akribischen, dichten Aquarellen und Zeichnungen des fast in Vergessenheit geratenen Schweizers André Thomkins, der auf der Documenta 5 vertreten war. Eine an Hieronymus Bosch geschulte Bildsprache voller Detailreichtum. Prinzipien des Zen-Buddhismus, eine Vorliebe für barocke Cembalomusik und ein Gespür für die geistige Auseinandersetzung mit dem scheinbar Nebensächlichen zeichnen die kuratorische Handschrift von Michael Glasmacher bei seiner in sich stimmigen, weder linearen, noch auf Vollständigkeit und Highlights bedachten Auswahl aus. Wiederentdeckungen wie Samuel Becketts absurdes Video „Quadrat I & II“ oder eine konsequente Fotoauswahl von Walker Evans über Robert Capa bis Ed van der Elsken machen den Reiz der Präsentation aus.

So zeigt sich, dass die Geschichte der Documenta mehr als eine Liste etablierter Künstlernamen von Max Beckmann bis John Bock ist. Sie beinhaltet eine Bündelung von Kunstströmungen, eine Erweiterung des Kunstbegriffs, unzählige realisierte Ideen zum Ausstellungsdesign, zur Katalogproduktion, zur Entwicklung von Veranstaltungen und zur Schulung von Besuchern. Zeitgleich wird die Documenta-Geschichte weiter geschrieben. Der nicht ganz unumstrittene deutsche Leiter der Documenta 12, Roger M. Buergel, feilt zur Zeit an seinem Konzept. Auf die Fortsetzung der Kunst-Olympiade im Frühsommer 2007 warten Kunstfans auf der ganzen Welt. Die Messlatte wird wie immer sehr hoch angelegt. Die Documenta-Geschichte setzt eben Maßstäbe.

Die Ausstellung „50 Jahre documenta 1955-2005. Eine Ausstellung in fünf Kapiteln“ ist bis zum 20. November zu sehen. Die Kunsthalle Fridericianum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs und freitags zusätzlich bis 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Die zweibändige Publikation „archive in motion“ mit 420 Seiten und „Diskrete Energien“ mit 240 Seiten sind im Steidl-Verlag erschienen und kosten zusammen 38 Euro.

Die 5 Kapitel der Ausstellung:

Kapitel 1: archive in motion
Die Ausstellung zur Geschichte der Documenta in 11 Kammern wurde entwickelt in enger Zusammenarbeit mit dem Documenta-Archiv und wird auf Weltreise geschickt, unterstützt vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) in Stuttgart.

Kapitel 2: Diskrete Energien
Die Ausstellung im ersten Stock und in der Rotunde der Kunsthalle Fridericianum versammelt bekannte und unbekannte Werke der vergangenen 11 Documenta-Ausstellungen.

Kapitel 3: Vor Ort
Ein kleiner Führer mit Stadtplan stellt alle Kunstwerke im öffentlichen Raum der Stadt Kassel vor.

Kapitel 4: Kino
Eine Wiederauflage des Filmprogramms der ersten Documenta von 1955, organisiert von Arnold Bode. Künstlerporträts, experimentelle Filme und künstlerische Spielfilme, wiederzusehen im Filmladen Kassel.

Kapitel 5: Tagung
Vom 27. bis 30. Oktober findet die Fachtagung „documenta zwischen Inszenierung und Kritik“ in der Evangelischen Akademie Hofgeismar statt. Nicht nur für Fachleute, sondern für ein breites Publikum.

Kontakt:

Documenta und Museum Fridericianum gGmbH

Friedrichsplatz 18

DE-34117 Kassel

Telefon:+49 (0561) 70 72 720

Telefax:+49 (0561) 70 72 775

E-Mail: info@fridericianum.org



13.09.2005

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing

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 Dürer, ich führe persönlich Baader+Meinhof durch die Dokumenta V J. Beuys, 1972
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50 Jahre Documenta – „archive in motion“
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Karl Hartung, Thronoi, 1958/59

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50 Jahre Documenta – „archive in motion“

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