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Kunstsammlung NRW zeigt Rebecca Horn

Schamanisches Kunstspiel



Rebecca Horn, Bleistiftmaske, 1972

Rebecca Horn, Bleistiftmaske, 1972

Schreiben und Zeichnen gestalten sich als hochkomplexes Zusammenspiel zwischen der ausführenden Hand und gedanklichen, emotionalen Impulsen. Wie Kopf und Körper gleichermaßen zur Konzeptionsentwicklung und als spontanes, gestisches Ausdrucksmittel beansprucht werden, betont die „Bleistiftmaske“ aus dem Jahr 1972. Rebecca Horn befestigte an den Überkreuzungen von gesichtsumspannenden Bändern insgesamt 21 profilbildende Bleistifte. Mittels rhythmischer Kopfbewegungen vor einer weißen Wand ließ sie ihren Bewegungsablauf in immer mehr verdichteten Linien aufzeichnen.



Das Werk der 1944 im hessischen Michelstadt geborenen Künstlerin zeigt eine große intermediale Schau in der Kunstsammlung NRW, in der den Zeichnungen besondere Bedeutung zukommt. Gezeichnet hat Rebecca Horn von Anfang an. Die frühen Bleistift- sowie roten und blauen Farbstiftzeichnungen kreisen um den weiblichen Körper. Ein langer Krankenhaus- und Sanatoriumsaufenthalt inspirierte sie zur zeichnerischen Erkundung des eigenen Körpers, dessen Außenwelt sowie zu Objekten, die an orthopädische Apparaturen erinnern. Die Körperskulpturen entfalten einen erotischen, fetischistischen Reiz, wobei es der Künstlerin primär auf den Dialog zwischen Mann und Frau ankommt.

Verschränkt mit der Welt aus 25 mechanischen Objekten, beweglichen Skulpturen, Installationen oder architekturbezogenen Werken stellt die Ausstellung in K 20 rund 80 Arbeiten auf Papier vor. Poetische, stimmungsvolle, teils mit Musik unterfütterte Räume führen in einer Vermischung der Gattungen zu fruchtbaren Dialogen zwischen dem reichen grafischen Werkschaffen und den plastischen Objekten. Trotz der einprägsamen, immer wiederkehrenden Materialien wie Federn, Spiegel, Musikinstrumente, Pendel, Stäbe, Trichter, Elektrizität, Wasser, Tinte, Blut beeindrucken alle Arbeiten durch ihren geradezu einmaligen Erfindungsreichtum und eine hohe Qualität.

In den vielen kinetischen Gebilden, auch den kleineren Apparaten oder Maschinen, die charakteristisch für ihr Werk sind, verarbeitet Rebecca Horn ebenso wie in allen anderen Stücken unverkennbare Anregungen des Surrealismus und des Dadaismus. Das Interesse richtet sich insbesondere auf den menschlichen Körper, dem die zivilisatorischen Hüllen entrissen werden. Rebecca Horn hat so in der Vergangenheit viele verkrustete Strukturen im traditionellen Kunstschaffen gelöst.

Ihre Performances waren einmalige, genau geplante Veranstaltungen ohne großes Publikum, von denen nur Fotografien, filmische Aufzeichnungen, vorbereitende Zeichnungen und Gerätschaften geblieben sind, die eigene plastische Qualitäten offenbaren. Dazu gehört auch die berühmte Einhorn-Performance aus der Zeit um 1970/72, mit der sich vielerlei Vorstellungen verbinden. Abgesehen von Korrespondenzen zum antiken Fabeltier und seinen bekannten Darstellungen ist das Einhorn mit Rebecca Horn namentlich verbunden.

Vögel, Feder und Gefiedertes verweisen leitmotivisch als Kleider, Panzer, Verhüllungen, Flügel, Verlängerungen oder Federkleidkostüme auf das Fliegen als Symbol für Freiheiten, das Sehen ins Visionäre sowie auf künstlerische Begabungen als Magier und Schamane. Darüber hinaus greift Horn Kreis- und Spiralbewegungen auf, die sie als Gegensätze auffasst. Im „Spiralbad“ aus dem Jahr 1982 mischen sich Totbringendes und Lebensspendendes. Neben dem unentrinnbaren Zwang des Kreises und dem vernichtenden Sog des Strudels treten auch Spirale und Ei als Symbole des Lebens auf. Die Schere steht hier gleichzeitig für Männliches und Weibliches. Das Bad ist wiederum der rein weiblichen Sphäre zugeordnet. Neben dem Reinigungsritual gilt das Bad als Ort der Wandlung, wie sie alchimistischen Prozessen zueigen ist.

1991 entstand ihre Installation „Les Amants“. Tinte und Champagner fließen zusammen und werden als einheitliche Materie an die Wand gespritzt, einer Ejakulation nicht unähnlich. Beide Flüssigkeitstrichter sind als Liebenspaar zu verstehen, die ihre „Flüssigkeiten“ miteinander vermischen und verspritzten. Horns Maschinen können daher stellvertretend für den Körper als sexuelle Apparate gedeutet werden, die in der Tradition der Maschinensexologie stehen, wie sie auch bei Marcel Duchamps Arbeiten zu beobachten ist.

Wie der Mensch das Maß für die Kunst vorgeben kann, demonstrieren die großformatigen Bodylandscapes, Horns neueste Blätter. Unter ganzem Körpereinsatz muss die große Fläche bewältigt werden. Im Stehen zeichnet die Künstlerin mit Bleistift und Tuschen auf das an der Wandfläche befestigte, überlebensgroße Papier. Daraus ergibt sich der enge Bezug zum Körper. Die Beschäftigung mit dem eigenen Leib aus den frühen 1970er Jahren findet hier seine Fortsetzung.

Leichte Kost sind bei scheinbar aller feministischer Spielerei Rebecca Horns Künste nicht. Um in die nur schwer in Worte fassbaren, sinnlichen Erscheinungen, Ahnungen und Erinnerungen einzutauchen, muss der Besucher viel Zeit in Anspruch nehmen, um sich auf die komplexen Arbeiten einzulassen.

Die Ausstellung „Rebecca Horn. Bodylandscapes - Zeichnungen, Skulpturen, Installationen 1964-2004" ist bis zum 9. Januar 2005 in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zu besichtigen. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 11 Uhr an sowie jeden ersten Mittwoch im Monat bis 22 Uhr. Der Eintritt beträgt 6,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Der umfangreiche Katalog kostet im Museumsshop 28 Euro.

Kontakt:

K20 - Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Grabbeplatz 5

DE-40213 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 83 81 0

Telefax:+49 (0211) 83 81 201

E-Mail: info@kunstsammlung.de



08.11.2004

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Rebecca Horn, Angelgoat, 2004

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Rebecca Horn, Schwarzer Flügelschlag, 2004

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