Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 24.09.2018 Auktion A186: Autographen

© Koller Auktionen AG

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Albertina zeigt Peter Paul Rubens

Eigenhändige Überleitungen zum Barock



Peter Paul Rubens, Rubens’ Sohn Nicolaas mit Halskette, um 1619

Peter Paul Rubens, Rubens’ Sohn Nicolaas mit Halskette, um 1619

Umfangreich und konzentriert zugleich gestaltet sich die seit 2000 vorbereitete Präsentation von 160 Meisterwerken des bedeutenden Barockmalers Peter Paul Rubens in der Wiener Albertina. Kriterium für die Auswahl der 40 Gemälde und Ölskizzen sowie 120 Zeichnungen war das eigenhändige künstlerische Schaffen. Der erfolgreiche Künstler leistete sich bereits einen modern organisierten Malereibetrieb. Die hier von den Mitarbeitern ausgeführten „Werkstattschinken“ blieben völlig unberücksichtigt. Die Intentionen der Ausstellungskuratoren, Anne-Marie Logan und Michiel C. Plomb vom Metropolitan Museum in New York und Klaus Albrecht Schröder und Heinz Widauer von der Albertina, zielen auf die Visualisierung des Arbeitsprozesses. Sie geben chronologisch Einblick in die Werkstatt Rubens’ und wollen die persönliche Handschrift des Meisters in den Vordergrund rücken. Mit seinem Schaffen überwand er den Manierismus und leitete in den Barock über. Das macht die Zusammenstellung der ausgeführten Gemälde, detaillierten, virtuosen Vorstudien sowie brillanten Ölskizzen eindrucksvoll deutlich.



Peter Paul Rubens, 1577 im westfälischen Siegen als Kind einer Antwerpener Familie geboren, kehrt als Zehnjähriger wieder in die elterliche Heimatstadt zurück. Nach einer Malerlehre tritt er der niederländischen Tradition entsprechend eine Italienreise an. Das Gemälde „Leda und der Schwan“ aus der Zeit um 1599, das ein verlorenes Werk von Michelangelo zum Vorbild hat, belegt Rubens’ Studium der großen Meister der Renaissance während seines Italienaufenthaltes von 1600 bis 1608. Gleichzeitig arbeitet er als Hofmaler in Manuta und führt dort sowie in Rom und Genua kirchliche Aufträge aus.

Schon hier wird sein Bestreben deutlich, den Manierismus durch einen barocken Bewegungsstil zu überwinden. Rubens sucht in der neuen künstlerischen Ausdrucksweise einen Ausgleich zwischen dem antiken Figurenideal und einer genau beobachteten Realität zu erreichen. Im Gegensatz zur Künstlichkeit der manieristischen Idealfigur spürt man in seinen Bildern den natürlichen Ausdruck von Leidenschaft und innerer Anspannung. Den pathetischen Bewegungsstil mit monumentalen Figuren und dynamischen, spannungsvollen Themeninterpretationen benutzt Rubens als Vehikel, den Manierismus zu überwinden. Die Rückführung auf das Ursprüngliche und eine unmittelbare Natürlichkeit unterstützen weiter das Aufbrechen idealer antiker Vorbildhaftigkeiten.

Der Tod seiner Mutter 1608 ist für ihn den Anlass, nach Antwerpen zurückzukehren. Hier etabliert der zum Hofmaler des erzherzoglichen Statthalterpaares ernannte Rubens in bewusster Distanz zur Residenzstadt Brüssel seine große, arbeitsteilig organisierte Werkstatt. Durch Verarbeitung der in Italien gewonnenen Eindrücke gelangt er zu einer ihm eigenen Bildsprache. Seinen in dieser Zeit entstandenen Altarbildern oder mythologischen Darstellungen ist große Leidenschaft und Spannung anzumerken. Gemälde wie „Aufrichtung des Kreuzes“ oder „Die Entführung des Ganymed“ legen außerdem offen, dass sich der Künstler nicht streng an die Mythologie hält, sondern eine persönliche Deutung des Themas darlegt.

Das Gemälde „Daniel in der Löwengrube“ offenbart neben einer grausamen, drastischen Motivwahl die Verbindung von gewichtiger Idealisierung und Naturalismus. Der Betrachter wird unmittelbar angesprochen, mitgerissen und inhaltlich überzeugt. In unnachahmlicher Meisterschaft malte Rubens die Löwen, die er in der Natur studierte. Nach 400 Jahren sind erstmals wieder alle Vorzeichnungen und das ausgeführte Gemälde vereint. Auch andere Gemälde, wie „Die Wunder des Hl. Franz Xaver“, erlauben, die Arbeitsweise Rubens’ anhand der Ölskizzen und Zeichnungen nachzuvollziehen.

Die zahlreichen Familienporträts des zweimal verheirateten Künstlers bilden einen weiteren Schwerpunkt. Das im Besitz der Albertina befindliche Porträt seines Sohnes „Nicolaas mit der Korallenschnur“ gehört zu den berühmtesten Kinderporträts der Kunstgeschichte. Weitere Bildnisse zeigen seine Tochter Clara Serena, seine erste Ehefrau Isabella Brant, seine zweite Gattin Hélène Fourment und deren Schwester sowie den Meister selbst. Im Zuge seiner Einbindung in diplomatische Missionen ab 1626 verstärkte Rubens seine Porträttätigkeit für viele Fürstenhäuser.

Von großer Bedeutung für spätere Malergenerationen ist besonders die Landschaftsmalerei von Rubens. War sie doch keine Auftragskunst, sondern eher unbeeinflusstes, privates Experimentierfeld. Die Umgebung seines 1635 erworbenen Anwesens „Het Steen“ bei Antwerpen findet Niederschlag in seinem Werk, ebenso wie späten Landschaftsbilder bei Tizian. „Waldlandschaft mit Rotwildjagd bei Morgengrauen“ oder „Der Schlosspark“ stehen dafür exemplarisch in der Ausstellung.

„Der Liebesgarten“ aus dem Prado gilt als herausragendes Beispiel von Rubens’ spätem Stil. Paare vertreiben sich vor dem Hintergrund einer Grotte die Zeit mit verschiedenen Spielarten der Liebe. Zu keinem anderen Gemälde zeichnete Rubens mehr Vorstudien. Zusammen mit dem großformatigen Ölbild aus seinem letzten Lebensjahrzehnt füllen sie einen gesamten Ausstellungssaal. Als Referenz seiner Liebe zu seiner zweiten Frau Hélène entsteht „Der Liebesgarten“ in den Jahren 1632 und 1633. Geplagt von einem schweren Gichtleiden in den letzten zwei Lebensjahren und an der Arbeit gehindert stirbt der große Künstler am 30. Mai 1640.

Die Ausstellung „Peter Paul Rubens“ ist noch bis zum 5. Dezember in der Albertina zu besichtigen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7,50 oder 6,50 Euro. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher, 532 Seiten starker Katalog zum Preis von 29 Euro an der Museumskasse erschienen.

Kontakt:

Albertina

Albertinaplatz 1

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 53 37 69 7

Telefon:+43 (01) 53 48 30



06.10.2004

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 15

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (3)Variabilder (9)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


15.09.2004, Peter Paul Rubens

Bei:


Albertina

Bericht:


Peter Paul Rubens in Frankfurt

Bericht:


Die Kraft der Verwandlung

Bericht:


Verschmelzung von Kunst und Politik

Variabilder:

Peter Paul Rubens, Der Liebesgarten, um 1635
Peter Paul Rubens, Der Liebesgarten, um 1635

Variabilder:

Peter Paul Rubens, Rubens’ Sohn Nicolaas mit Halskette, um 1619
Peter Paul Rubens, Rubens’ Sohn Nicolaas mit Halskette, um 1619

Variabilder:

Peter Paul Rubens, Porträt der Isabella Brant, 1621-1622
Peter Paul Rubens, Porträt der Isabella Brant, 1621-1622

Variabilder:

Peter Paul Rubens, Daniel in der Löwengrube, um 1613
Peter Paul Rubens, Daniel in der Löwengrube, um 1613







Peter Paul Rubens, Der Liebesgarten, um 1635

Peter Paul Rubens, Der Liebesgarten, um 1635

Peter Paul Rubens, Porträt der Isabella Brant, 1621-1622

Peter Paul Rubens, Porträt der Isabella Brant, 1621-1622

Peter Paul Rubens, Daniel in der Löwengrube, um 1613

Peter Paul Rubens, Daniel in der Löwengrube, um 1613

Peter Paul Rubens, Hagar in der Wüste, um 1630

Peter Paul Rubens, Hagar in der Wüste, um 1630

Peter Paul Rubens und Christoffel Jegher, Der Liebesgarten, Zeichnung, um 1635

Peter Paul Rubens und Christoffel Jegher, Der Liebesgarten, Zeichnung, um 1635

Peter Paul Rubens, Ein Löwe, um 1613

Peter Paul Rubens, Ein Löwe, um 1613

Peter Paul Rubens, Junger Mann steigt die Treppe herab, um 1631-32

Peter Paul Rubens, Junger Mann steigt die Treppe herab, um 1631-32

Peter Paul Rubens, Selbstbildnis, um 1635-40

Peter Paul Rubens, Selbstbildnis, um 1635-40




Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce