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Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior

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Alte Kunst bei Koller

Winterliches Vergnügen



Hendrick Avercamp, Winterlandschaft

Hendrick Avercamp, Winterlandschaft

Gerade hat der Herbst mit seinen kürzeren Tagen und den kühleren Temperaturen Einzug gehalten und nun soll man sich schon mit dem Winter anfreunden! So will es jedenfalls die kommende Auktion mit Kunst, Antiquitäten und Asiatika des Züricher Versteigerers Koller. Aber Hendrick Avercamp macht es einem leicht. Der 1585 in Amsterdam geborene Meister erweckt in seinem Gemälde nicht die düsteren und abweisenden Seiten des Winters. Denn in seiner „Winterlandschaft“ ist das Treiben der Schlittschuhläufer rund um ein kleines Wasserschloss heiter und vergnüglich. Avercamp, der Erfinder der Winterlandschaft als selbständiges Genre, zeigt in der ausgewogenen Komposition mit feinem Kolorit seine Liebe für humorige Details, bis die lebendige Szene sich im sanften Winternebel des Hintergrunds verliert.


Die „Winterlandschaft“, die sich lange Zeit in einer Schweizer Sammlung befand, ist eine Neuentdeckung und Erweiterung des Avercampschen Œuvres und gehört zu den Highlights Auktionswoche vom 20. bis 25. September in Zürich. Geschätzt wird die Tafel auf 500.000 bis 700.000 Franken. Die Privatsammlung erwies sich für Koller als wahre Fundgrube. Denn nicht nur Avercamp trat hier ans Tageslicht, sondern auch Osias Beert mit einem Blumenstillleben, Jacob van Ruisdael mit einer Landschaft und Melchior de Hondecoeter mit einem Tierbild. Der Reiz der „Drei Vasen mit Blumen auf einem Tisch“, die Beert wohl zusammen mit seiner Werkstatt zu Beginn des 17. Jahrhunderts fertigte, liegt formal im ungewöhnlichen Querformat und der asymmetrischen Platzierung der Vasen auf dem schlichten Holztisch sowie inhaltlich in der Vanitassymbolik begründet. Denn die Sträuße haben ihren Höhepunkt schon überschritten, einzelne Blätter beginnen schon zu welken oder liegen bereits verstreut auf dem Tisch (Taxe 160.000 bis 180.000 SFR).

Der miniaturartige Blick auf Schloss Bentheim und die umgebende Landschaft veranlasst den Ruisdael-Kenner Seymour Slive, das Gemälde in die letzte Schaffensphase des 1682 in Amsterdam verstorbenen Malers zu datieren. Wohlmöglich handelt es sich um die letzte Version dieses Motivs. Den dramatischen Effekt erreicht Ruisdael durch reich differenzierte Lichtstrahlen, die die weite, wolkenbedeckte Landschaft streifen (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR). Hondecoeter liebt die Auseinandersetzung von Vögeln in seinen Gemälden. Es geht immer etwas laut und aufgeregt zu. Für gewöhnlich führt er eine Hühnersippe vor, wobei der Hahn sich meistens stolz gebiert und die Henne ihre Jungen schützt. Bei dem vorliegenden Gemälde überträgt Hondecoeter die Konstellation auf eine Entenfamilie, lässt einen Wiedehopf etwas ungläubig dreinschauen und persifliert so natürlich menschliches Verhalten (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR).

Auch außerhalb der Schweizer Privatsammlung listet der Katalog einige hervorragende alte Niederländer. Salomon van Ruysdael, der Onkel von Jacob Isaacksz. und mit Esaias van de Velde, Pieter de Molijn und Jan van Goyen Gründer der frühen naturalistischen Landschaftsmalerei, greift in der brauntonigen „Strandlandschaft mit Dünen“ von 1637 nicht auf eine konkrete Topografie zurück. Vielmehr kombiniert er charakteristische Elemente der holländischen Küste zu einem Ideal von Wirklichkeit und setzte auf ausgewogene Harmonien (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Wild und aufgewühlt geht es dagegen bei den Jan Borcellis zugeschriebenen „Schiffen auf stürmischer See“ zu. Unter dunklen Wolken drohen sie an den Klippen zu zerschellen. Einige Seeleute haben sich schon auf Felsen im Meer gerettet (Taxe 35.000 bis 45.000 SFR). Bei dem Werk „Gelehrter vor einem Tisch mit Globus und Büchern“ des nach London emigrierten flämischen Malers Abraham van den Hecken fragt man sich, wem Hecken mehr Aufmerksamkeit geschenkt hat: dem bärtigen, älteren Mann oder dem prächtigen persischen Teppich, der sich auf dem Tisch ausgebreitet allzu sehr in den Vordergrund drängt (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Johann Adalbert Angermeyer, der als erster böhmischer Spezialist für Stilllebenmalerei in den Kreisen der Prager Aristokratie gefragt war, ist für ein prächtiges „Blumenstillleben mit Kanarienvogel“ verantwortlich. Darin stellte er kostbare Exemplare der damaligen Gartenkultur zusammen - Tulpe, Iris, verschiedene Arten von Anemonen und Rosen, exotische Blüten des Zitronenbaums, Narzissen, Hyazinthen und die damals schon altmodische Schachblume und Akelei – und verband es mit dem Kanarienvogel, einer Eidechse, kleinen Käfern und einem Seeigel zu einem liebevollen Ganzen (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Bei der italienischen Malerei holt Koller zeitlich noch weiter aus. Von einem venezianischen Meister um 1350 stammt eine charmante „Madonna mit Kind“ mit byzantinischen Einflüssen (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Etwas jüngeren Datum sind die vier Tafeln mit den imposanten Evangelisten, die der in Florenz tätige Martino di Bartolomeo um 1420 gemalt hat. Ihre Taxen liegen je zwischen 50.000 und 120.000 Franken. Den sich auflösenden Gestus des späten Barocks tragen die beiden Gegenstücke mit einer Hafenszene und einer Ruinenlandschaft in sich, die ein Nachfolger Alessandro Magnascos in der Mitte des 18. Jahrhunderts angefertigt haben soll (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR).

Mit Jakob Philipp Hackerts „Landschaft mit Motiven der Stadt Rom und Latiums“ von 1775/80 hat man schon klassizistischen Boden erreicht. Obwohl Hackert das genau „Landschaftsportrait“ bevorzugt, geht es ihm hier – ähnlich wie Ruysdael - nicht um eine exakte Widergabe der Natur. Für seine „Kombinationslandschaft“ nimmt er die römische Kirche S. Stefano Rotondo und die Abteikirche S. Maria von Grottaferrata in den Albaner Bergen und verpflanzt sie kurzer Hand in die typische Landschaft Latiums (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR). In einer weiten südländischen Szene vor den Toren einer Stadt aus dem Umkreis von Giuseppe Zais tun sich die Menschen mit ihrem täglichen Werk ab. Die zurückhaltende Farbigkeit erinnert an eine Tapisserie. Und auch die mit 314 auf 480 Zentimeter erstaunliche Größe der Temperaarbeit mit ihren ausgeschnittenen Ecken lässt eine Wandbespannung vermuten (Taxe 35.000 bis 50.000 SFR).

Ganz ins 19. Jahrhundert weist eine bewaldete „Flusslandschaft“ mit Kirche und Mühle bei Sonnenschein des Dordrechter Malers Willem de Klerk, auch wenn er sich an seinen Landsleuten aus dem 16. und 17. Jahrhundert orientiert hat (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Carl Spitzweg schwelgt etwas in melancholischen „Erinnerungen“, wenn er den in einem verschatteten Waldstück stehenden Mann auf zwei Frauen zurückblicken lässt, die eben in die heitere Landschaft hinaustreten (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Marc Louis Benjamin Vautier d.Ä. ist mit zwei seiner typischen Genreszenen vertreten. Die eine zeigt die musizierenden Kinder einer Familie (Taxe 26.000 bis 34.000 SFR), die andere eine Amtsstube mit Herren im Gespräch (Taxe 35.000 bis 45.000 SFR). Die Schule von Barbizon wird im Katalog von Paul Désiré Trouillebert repräsentiert. In seiner „Landschaft mit Fischer“ spielt der Mensch nur eine untergeordnete Rolle. Dem Freiluftmaler ging es um die duftig gemalte Natur (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Eine dichte Atmosphäre erschafft der Franzose Fernand Le Gout-Gérard in seinem stimmungsvollen Pastell „Abenddämmerung im Hafen von Hoorn“ (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). Und Ilja Repins Aquarell „Hanna im Gebet“ von 1898 hat schon symbolistische Züge (Taxe 7.000 bis 12.000 SFR).

Während die Helvetica, die Grafik, Zeichnung und Buchmalerei den Abschluss des Tages bilden, eröffnet die Skulpturenofferte ihn. Highlight ist hier eine feingliedrige Verkündigungsmadonna aus dem Umkreis des Meisters von Großlobming. Die betont mädchenhafte Physiognomie und der auffallend schlanke Körper deuten auf die Jugend und die Jungfraulichkeit Mariens hin. Die gut erhaltene Figur mit ihrer aufwändigen, autonom gestalteten Gewandpartie wurde um 1390 in Österreich geschnitzt (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR). Ein niederösterreichisches Vesperbild aus Kalkstein mit Resten der alten Fassung datiert in die selbe Zeit (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR), während ein gleich hoch angesetztes Engelpaar aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammt. Trotz ihrer Höhe von 120 Zentimetern rufen die beiden flämischen Barockengel noch mütterliche Gefühle hervor (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Noch bewegter geben sich Adam und Eva, die je auf einem kleinen Hügel mit einem Baum stehen. Geschnitzt sind sie aus Buchsbaum in der Art des Ferdinand Tietz. Ob sie noch ins 18. Jahrhundert zu datieren sind, ist nicht sicher. Die Experten geben auch das 19. Jahrhundert als Entstehungszeit für die Kleinfiguren an (Taxe 3.000 bis 5.000 SFR).

Die Auktion beginnt am 22. September um 14:30 Uhr. Bis zum 18. September können die Arbeiten täglich von 10 bis 19 Uhr in Augenschein genommen werden.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



15.09.2004

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Losnummer: 3080

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Melchior de Hondecoeter, Enten und ein Wiedehopf, um 1600

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Taxe: 80.000 - 120.000 SFR

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Taxe: 50.000 - 70.000 SFR

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Taxe: 50.000 - 80.000 SFR

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Taxe: 120.000 - 180.000 SFR

Zuschlag: 90.000,- SFR

Losnummer: 3037




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