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Yoshio Taniguchis neuer MoMA-Bau zwischen Zurückhaltung und Überwältigung

Prinzip Teetasse



So wird der neue Museumskomplex von Yoshio Taniguchi aussehen: Museum of Modern Art

So wird der neue Museumskomplex von Yoshio Taniguchi aussehen: Museum of Modern Art

„Das größte Kunstwerk der MoMA-Ausstellung ist die Schlange davor“, behauptete jüngst die Wochenzeitung „Die Zeit“. Nach wie vor und wahrscheinlich noch bis zum letzten Ausstellungstag, dem 19. September, scheinen auch Wartezeiten von bis zu elf Stunden das Publikum nicht davon abzuhalten, sich in fast schon masochistischer Selbstaufopferung in das strapaziöse Wartekollektiv einzureihen. Berlin muss sich allerdings langsam aber sicher mit dem Gedanken anfreunden, dass mit dem Besucherrekord von mehr als 1.000.000 Menschen auch das Ende der Mega-Schau unaufhaltsam näher rückt und die 200 Meisterwerke der Moderne ihren Rückweg nach New York antreten werden. Wer also nach dem 19. September einen Blick auf Monets „Seerosen“, Matisse’ „Der Tanz“ oder Jackson Pollocks „Number 1“ erhaschen möchte, der muss sich demnächst auf den Weg nach New York machen. Und dort in der 53. Straße in Midtown Manhattan läuft der Countdown zur feierlichen Wiedereröffnung des MoMA-Stammhauses am 20. November pünktlich zum 75. Jubiläum. Ein Blick über den Atlantik lohnt sich also.



Unter der Federführung des Tokioter Architekten Yoshio Taniguchi (*1937) wurde das im Jahre 1929 gegründete Museum of Modern Art seit dem Frühjahr 2001 im großen Stil erweitert und renoviert. Ein Museum definiert sich neu. MoMA-Direktor Glenn D. Lowry formuliert es selbstbewusst so: „Mit dem Umbau leitet das MoMA gleichzeitig einen Prozess der Neuorientierung und Neuausrichtung der Museumskultur des 21. Jahrhunderts ein. Expansion und Renovierung liefern den Schlüssel zu diesem Prozess. Sie garantieren, dass das MoMA auch während des nächsten Jahrhunderts weiterhin die weltweite Spitzenposition unter den Museen für moderne Kunst behält“. Das neue Supersize-MoMA verfügt nach dem Umbau über eine Gesamtfläche von 58.500 Quadratmetern. Zum Vergleich: Deutschlands größtes Museum, die Hamburger Kunsthalle, bringt es gerade mal auf 13.000 Quadratmeter.

Yoshio Taniguchi, der sich in der Endausscheidung des Architekturwettbewerbs gegen seine Mitbewerber Herzog & de Meuron und Bernard Tschumi durchsetzen konnte, gruppiert seine Architektur um den beliebten, im Innenhof des Museums gelegenen Abby Aldrich Rockefeller Sculpture Garden mit Plastiken unter anderem von Rodin, Picasso und Moore. Dieses ursprünglich von Philip Johnson angelegte Herzstück des MoMA zeichnet sich durch das harmonische Zusammenspiel von Skulpturen, Wasserbassins, Möblierung und Bepflanzung aus. Umstrittenerweise wurde der Garten im Jahre 1984 stark verkleinert und ist erst jetzt nach den Plänen Taniguchis wieder auf seine ursprüngliche Größe erweitert worden.

Auch im Gebäude verbindet er Altes mit Neuem, dockt seine Erweiterungen nahtlos an den Bestand früherer MoMA-Architekten wie Goodwin & Stone 1939, César Pelli 1984 und Philip Johnson 1965 an: Riesige, säulenfreie Säle wechseln mit intimeren kleinen Kabinetten für die Präsentation der ständigen Sammlung, Fotografien und Zeichnungen. Durch die Atrium-Bauweise ist eine Beleuchtung aller sechs Etagen mit 6,70 Metern Deckenhöhe größtenteils mit natürlichem Tageslicht möglich. Die spektakuläre Eingangslobby mit zwei Haupteingängen reicht über einen ganzen Block von der 53. zur 54. Straße. Schwarzer Granit, gebürstete Aluminiumpaneele und große, teils transparente, teils matte Glasflächen charakterisieren die elegant-minimalistische Fassade an der 54. Straße. Die Ausstellungsräume werden komplettiert durch Lesesäle, Ruhezonen, das Feinschmeckerrestaurant „The Modern“, ein Café und - heutzutage selbstverständlich - diverse Shops. Bei der Möblierung kommt dann auch Old Europe wieder zum Zuge. Im MoMA setzt man ganz auf modernes und zeitgenössisches dänisches Mobiliar.

Das ganze Projekt ist mit einer Summe von 858 Millionen Dollar – die reinen Baukosten liegen bei 425 Millionen Dollar - veranschlagt, die komplett privat finanziert werden. 82 Prozent des Geldes ist bisher zusammengekommen. Die großen privaten Geldgeber wie die Familien Rockefeller, Lauder und Noble werden - wie in den USA üblich - mit eigens nach ihnen benannten Galerien geehrt. Um die Erweiterung des Gebäudekomplexes zu ermöglichen, wurden kurzerhand das imposante Dorset-Hotel im viktorianischen Stil sowie einige historische Brown-Stone-Buildings abgerissen. Architektur im Wandel. „Urban Design“ wie Yoshio Taniguchi es nennt. „Anstatt einen schönen Solitär zu entwerfen, habe ich ein Museum inmitten der Großstadt konzipiert - eine Stadt in der Stadt.“ Ein Museum, das sich nicht wie eine Festung abschottet, sondern mit großen Panoramafenstern immer wieder überraschende Ausblicke auf das städtische Umfeld inszeniert.

Gleich die ersten Wechselausstellungen des MoMA werden sich auf den Standort, die Architektur und den Bauprozess beziehen. Der Amerikaner Mark Dion hat in seiner charakteristischen Manier archäologische Studien auf dem Abrissgelände der umliegenden Gebäude betrieben und präsentiert sortierte Scherben, Tapetenreste und weitere Fundstücke. Eine Spezialschau beleuchtet acht weitere Museumsbauten Yoshio Taniguchis, und der deutsche Fotograf Michael Wesely dokumentierte in einer Langzeitbeobachtung den Fortgang des Bauprozesses. Ab Februar 2005 wird dann die hochkarätige, vom Schweizer Kurator Jean-Christophe Ammann betreute UBS Art Collection gezeigt.

Während vor dem Umbau nur 10 Prozent der riesigen MoMA-Sammlung auf 7900 Quadratmeter gezeigt werden konnten, stehen jetzt über 11600 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Die den Berliner Besuchern bekannten Highlights der Moderne werden dann im 4. und 5. Stock präsentiert. Die gesamte 6. Etage bleibt für Wechselausstellungen reserviert. Auch die hochkarätige Film- und Videosammlung, die Fotografien, Architekturzeichnungen und -modelle sowie die herausragende Design- und Möbelsammlung des MoMA werden neue, größere Räumlichkeiten erhalten. Das während der Umbauzeit als Interimsmuseum fungierende MoMA QNS (Queens) in Long Island City schließt am 27. September, bleibt aber als Depot erhalten.

Taniguchis Museumsarchitektur spielt sich, anders als die etwa seines Kollegen Frank O. Gehry (Guggenheim Bilbao, MARTa Herford), niemals in den Vordergrund. „Ich will die Architektur zum Verschwinden bringen“, betont er. „Es geht mir mehr darum, ein spezifisches Umfeld zu schaffen, weniger um das Materielle der Architektur.“ Taniguchi vergleicht sein funktionales Gebäude mit der dienenden Rolle der Tasse in der japanischen Teezeremonie, einfach in der Form und zurückhaltend in der Farbe. „Aber in dem Moment, in dem der Tee eingegossen wird, verwandelt sich die einfache Tasse in etwas ganz Neues ... Die Temperatur des Tees, seine Farbe, sein Duft. Das meine ich, wenn ich sage, ich will die Architektur zum Verschwinden bringen.“

Kontakt:

Museum of Modern Art

11 West 53rd Street

US-10019 New York

Telefon:+1 (212) 708 94 00

E-Mail: info@moma.org



01.09.2004

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Blick aus dem dritten Stockwerk auf das David und Peggy Rockefeller Building
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Der neue Abby Aldrich Rockefeller Sculpture Garden
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Das Museum of Modern Art von der 54th street aus gesehen
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Der Innenhof mit dem neuen Galerietrakt
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So wird der neue Museumskomplex von Yoshio Taniguchi
 aussehen: Museum of Modern Art
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Der neue Abby Aldrich Rockefeller Sculpture Garden

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Blick aus dem dritten Stockwerk auf das David und Peggy Rockefeller Building

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Der Innenhof mit dem neuen Galerietrakt

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Das Museum of Modern Art von der 54th street aus gesehen

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