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Pan und Syrinx im Städelmuseum

Eine erotische Jagd in Frankfurt



Peter Paul Rubens und Jan Brueghel d. Ä., Pan und Syrinx

Peter Paul Rubens und Jan Brueghel d. Ä., Pan und Syrinx

Ein pikantes Thema erlebt um 1699 einen Aufschwung und beeinflusst in den darauffolgenden Jahrzehnten die Malerei nachhaltig. Es handelt sich um die Nymphe Syrinx auf der Flucht vor den lüsternen Nachstellungen des Natur- und Hirtengottes Pan, eine Szene aus dem ersten Buch der „Metamorphosen“ von Ovid. Dieser Thematik haben sich namhafte Künstler in dramatisch-erotischen Inszenierung zugewandt, darunter auch Peter Paul Rubens und Jan Brueghel d.Ä. in mehreren Gemeinschaftsproduktionen. Die Darstellung fand zweifellos reißenden Absatz. Dafür sprechen unter anderem auch die vielen Kopien, die Jan Breughel d.J. in Anlehnung an die Arbeiten seines Vaters anfertigte. Die Szenerie erfuhr dabei vielfältige Abwandlungen, so dass bald die Landschaft, bald der erotische Anspruch der Verfolgungsjagd dominierten.


Den unterschiedlichen Ausprägungen hat sich nun eine Ausstellung im Frankfurter Städelschen Kunstinstitut zugewandt. Unter dem Titel „Pan und Syrinx. Eine erotische Jagd“ werden Gemälde von Peter Paul Rubens, Jan Brueghel und Zeitgenossen wie Hendrik van Balen, Abraham Janssens, Jacob Jordaens und Pieter Hooft gezeigt. Ausgangspunkt und Zentrum der Ausstellung ist ein Gemälde aus der Galerie Alter Meister der Staatlichen Museen Kassel, das in der Ateliergemeinschaft Peter Paul Rubens und Jan Brueghels entstanden ist.

Das Gemälde wurde 1758 in einer Inventarliste der Sammlung des Landgrafen Wilhelms VIII. von Hessen-Kassel aufgeführt. Seinem kleinen Format und dem Sujet entsprechend, war es repräsentativen Zwecken entzogen und für das ganz dem privaten Genuss geweihte Kunstkabinett des Landgrafen gedacht. Dort befand es sich bis zur französischen Besetzung Kassels während des Siebenjährigen Krieges. Nach dem Rückzug der Franzosen wurde das Bild vermisst. Ob es Kriegsbeute oder Opfer eines Diebstahls geworden war, ist bis heute im Dunkeln geblieben. Fakt ist, dass es nach 1814 auf dem Kunstmarkt verschwand und erst 2001 auf einer Auktion in London wieder auftauchte. 2002 konnte es schließlich für die Kasseler Gemäldegalerie zurückerworben werden. Die Kaufsumme von insgesamt fünf Millionen Euro wurde zu knapp einem Drittel durch private Spenden bestritten. Die endgültige Rückkehr nach einer bewegten Geschichte zu feiern, wurde zu Beginn des Jahres die Ausstellung eingerichtet, die nach ihrer ersten Station in Kassel nun vom 24. Juni bis zum 22. August in Frankfurt zu sehen ist.

Ein Augenmerk gilt dabei der Ovidrezeption, die in der Buchillustration mit Barthélemy Aneaus Emblembuch ihren Anfang nahm. Es folgten weitere illustrierte Ausgaben, und auch Hendrick Goltzius, dessen Kupferstiche gerne als Vorlage für Gemälde genommen wurden, widmete sich der Thematik. Um 1617 schuf Peter Paul Rubens in einer Gemeinschaftsproduktion mit Jan Brueghel d.Ä. sein hoch erotisches Bild. An prominenter Stelle ist die ihrer Kleidung beraubte Syrinx zu sehen, was im Vergleich mit vorangegangenen Darstellungen an und für sich noch nichts ungewöhnliches ist. Pikant ist vielmehr die Geste, mit der Syrinx versucht, Pan die ihr vom Leibe gezerrten Stoffe zu entwinden, um ihre Scham zu verbergen. Anders als auf den Gemälden der Zeitgenossen ist Syrinx hier auch nicht in Fluchtbewegung gezeigt. Vielmehr findet zwischen Pan und Syrinx im mannshohen Schilf ein erotisches Gerangel statt, das der Fantasie weite Möglichkeiten offeriert.

Das Rubens und Brueghel die Thematik auch anders interpretierten, zeigen die im Kontext ausgestellten Gemälde. Das Motiv der fliehenden Syrinx wird in der Folge auch von Brueghels Sohn in verschiedenen Varianten kopiert. Hier nun fasziniert neben der eigentlichen Szenerie die Landschaft mit dem sich in der Ferne verlierenden Flusslauf, der Vegetation und der Tierwelt. Mit erstaunlicher Beobachtungsgabe und großem Naturalismus fasst Jan Brueghel die verschiedenen Arten an Wasservögeln und Pflanzen ins Auge. Dennoch büßt die Szene nichts von ihrer Dramatik oder auch Erotik ein. Im Gegenteil, steigert doch der Blick in die Weite der Landschaft den Ausdruck des Ausgeliefertseins der vor Pan fliehenden Nymphe.

Abraham Janssens hingegen bringt Erotik auf eine ganz andere Weise ins Spiel. Auf seinem Gemälde wendet Syrinx dem Betrachter den Rücken zu, Pan erscheint, ein dickes Schilfbündel umfassend, am linken Bildrand, wobei er dem Betrachter entgegenspäht. Daraus entsteht eine Dreiecksbeziehung, die den außerhalb des Bildes Stehenden einbezieht– zumindest mag er solches imaginieren. Der Rückenakt wird zur Projektionsfläche erotischer Gedanken, umso mehr, als der leuchtende Überwurf von den Schultern der Nymphe herabgeglitten ist und ihren nackten Körper freigibt. Auf Jacob Jordaens’ Darstellung gar scheint Syrinx den Betrachter ins Bild hineinzuwinken. Der erhobene Arm erweckt mehr den Eindruck eines freundlichen Grußes als den der Abwehr von Nachstellungen. Unterstrichen wird die Anmutung durch die Beleuchtung, die den weißen Körper der Nymphe gegen den sonst dunklen Hintergrund abhebt. Die entblößten Körper und die lustvolle Jagd in idyllischer Landschaft erweisen sich als leidenschaftliche Bejahung der Sinnlichkeit, die um 1600 den im Rahmen der katholischen Gegenreformation gesetzten Normen entgegengehalten wird. Mit Pan und Syrinx wird einer erotisierten Bilderwelt Raum gegeben.

Die Ausstellung ist bis zum 22. August täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs und donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr zu sehen. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der Katalog kostet in der Ausstellung 19,90 Euro.

Kontakt:

Städel Museum / Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie

Schaumainkai 63

DE-60596 Frankfurt am Main

Telefon:+49 (069) 60 50 98 0

Telefax:+49 (069) 61 01 63

E-Mail: info@staedelmuseum.de



02.08.2004

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viola Hildebrand-Schat

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Peter Paul Rubens und Jan Brueghel d. Ä., Pan und Syrinx
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Künstler:

Peter Paul Rubens










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