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Olafur Eliassons Lichtphänomene im Kunstmuseum Wolfsburg

Ich sehe was, was Du nicht siehst



Olafur Eliasson, 360° room for all colours, 2002

Olafur Eliasson, 360° room for all colours, 2002

Ein leerer Raum. An der Decke sind einige Neonröhren angebracht, die gelbes, monofrequentes Licht verströmen. Eigentlich nichts weiter Besonderes, sollte man meinen. Doch wer jetzt an sich selbst herunterschaut, um seine, sagen wir, eben noch blaue Hose und sein vielleicht rotes Hemd zu betrachten, der wird feststellen, dass ihm mit dem Betreten dieses Raumes sämtliche Farben abhanden gekommen sind. Gelb, wohin das Auge blickt.



„Room for one colour“ - Raum für eine Farbe - nennt der 1967 geborene, dänische Künstler Olafur Eliasson diese farbverschluckende Versuchsanordnung aus dem Jahr 1997, mit der er die Besucher seiner Ausstellung „Your Lighthouse - Arbeiten mit Licht 1991-2004“ im Kunstmuseum Wolfsburg empfängt. Der Ausstellungsparcours hat das Naturphänomen Licht mit all seinen physikalischen Rahmenbedingungen, aber auch seinem breiten Spektrum an metaphorischen Konnotationen zum Thema. Eliasson macht die Mechanismen der Wahrnehmung und die kognitiven Prozesse, die durch das Phänomen Licht beim Betrachter ausgelöst werden, zum Untersuchungsgegenstand seiner teils minimalistischen, teils überaus aufwändigen und mit vielerlei High-Tech-Equipment ausgestatteten Lichträume.

Nun könnte man vielleicht einwenden, das künstliche Erzeugen natürlicher Phänomene sei doch wohl eher das Geschäft von Science-Parks oder Expo-Pavillons. Doch Eliasson, der erst kürzlich mit seiner überwältigenden Installation „The Weather Project“ in der Turbinenhalle der Tate Modern in London sage und schreibe 2,2 Millionen Besucher ins Museum lockte, packt das Thema selbstverständlich ganz anders an als eher bodenständige Naturwissenschaftler. Der Däne mit isländischen Wurzeln schafft es, sein Publikum mit auch ästhetisch überzeugenden, großräumigen Arbeiten in ein poetisches Zwischenreich künstlich erzeugter Naturphänomene zu entführen.

Installationen wie die eigens für Wolfsburg entstandene Arbeit „Inside out“ laden dazu ein, die Mechanismen der eigenen Wahrnehmung kritisch zu überprüfen und das Artifizielle im vermeintlich Natürlichen zu entdecken. Für „Inside out“ hat Eliasson in den 40 mal 40 Meter messenden Ausstellungsraum eine Zwischendecke eingezogen, die er komplett mit Spiegelfolie bezogen hat. Der Besucher gelangt über eine Stegkonstruktion aus Holz auf eine Art Aussichtsplattform, von der aus er, wie auf einer Wasseroberfläche, ein grandioses, permanent bewegtes Spiegelbild der Licht- und Wetterverhältnisse außerhalb des Museums betrachten kann. Belvedere im ersten Stock.

„Ich interessiere mich besonders für das Verhältnis zwischen dem Individuum, dem Besucher und der umgebenden Situation“, betont Eliasson, der schon während seiner Zeit an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen von 1989 bis 1995 das Malen aufgegeben hat, um sich fortan mit den Naturelementen Erde, Feuer, Wasser, Luft und Licht zu beschäftigen. Dem ephemeren Phänomenen Licht gilt dabei sein Hauptinteresse. Und so leitet er den Besucher seiner Wolfsburger Schau durch einen acht Meter langen, spiralförmigen Tunnel mit einer an Kristalle erinnernden Spiegeloberfläche geradewegs auf ein blaues Licht zu, entführt ihn in diverse Rundräume und elegant-futuristische „Leuchttürme“ mit wechselnden Licht- und Farbstimmungen und führt ihm die vergängliche Schönheit eines künstlichen Regenbogens vor. Am Ende dieser ebenso erkenntnisreichen wie ästhetisch überwältigenden Sehschule, die streckenweise allerdings auch etwas didaktisch ausfällt, geht der Besucher jedenfalls einmal mehr mit der verunsichernden Gewissheit nach Hause, dass die sichtbare Welt letztlich wohl doch nur eine Ansammlung optischer Phänomene und Täuschungen ist.

Die Ausstellung „Olafur Eliasson - Your Lighthouse. Arbeiten mit Licht 1991-2004“ ist noch bis zum 5. September täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, dienstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. Den 192seitigen Katalog gibt es für 29,80 Euro.

Kontakt:

Kunstmuseum Wolfsburg

Hollerplatz 1

DE-38440 Wolfsburg

Telefon:+49 (05361) 26 690

Telefax:+49 (05361) 26 69 66



28.06.2004

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Olafur Eliasson, Room for one colour, 1997

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Olafur Eliasson, 1 m³ light, 1999

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Olafur Eliasson, Inside out, 2004

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Olafur Eliasson, Wall eclipse, 2004

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Olafur Eliasson, Remagine (large version), 2002

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Olafur Eliasson, 360° expectations, 2001

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Olafur Eliasson, The inverted shadow tower, 2004

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