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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Niederländische Sinnlichkeit in der Hamburger Kunsthalle

Wo gefeiert und gehurt wird ...



Dirck Hals, Das Gartenfest

Dirck Hals, Das Gartenfest

Mit Bildern von „vergnüglichem Leben“ und „verborgener Lust“ lockt die Hamburger Kunsthalle zur Genremalerei der Niederlande des 17. Jahrhunderts. Was den Besucher erwartet, ist eine Fülle an Darstellungen von Tisch- und Festgesellschaften, vom bäuerlichen Leben und nicht zuletzt auch Bordellszenen, die allesamt eine keineswegs verborgene Lust offenbaren. Die im Hubertus-Wald-Forum versammelten Gemälde erfüllen, was man gemeinhin von der niederländischen Genremalerei erwartet.



Die Stärke der Ausstellung besteht in ihrer thematischen Beschränkung, die es erlaubt, die Vielseitigkeit der Darstellungsvarianten nebeneinander zu betrachten. Einblick in das Leben der niederländischen Gesellschaft geben neben Jan Havicksz Steen, Adriaen van Ostade, Esaias van der Velde und Frans Hals unter anderem mit gleicher Genauigkeit und ebenso unverstelltem Blick Bartholomeus van Bassen, Dirk van Delen, Hendrick Gerritsz Pot, Jan Miese Molenaer und Dirck Hals, der Bruder des durch seine Portraits berühmten Frans Hals.

Der Betrachter wird auf eine sinnliche Erkundungsreise geschickt, bei der er auch selber Unterschiede im Gemeinsamen entdecken. Im Vergleich zweier Tischszenen im Freien fällt auf, wie das gleiche Motiv von Bartholomeus van Bassen mit klaren und geschlossenen Farbflächen ausgeführt wird, wo es bei Esaias van de Velde in nahezu impressionistischer Manier in viele kleine Lichtreflexe und Farbpunkte zerfällt. Das hat zur Folge, dass das bei van Bassen vom Hintergrund her einfallende Licht auf die um den Tisch sitzenden Paare fällt, die Umgebung aber im Schatten beläßt, während bei van der Velde die ganze Szene in ein flimmerndes Licht getaucht ist. Willem Pietersz Buytewechs elegante Gesellschaft unter freiem Himmel hingegen könnte einer Theaterszene entstammen. Tatsächlich war Buytewech von dem Dichter und Stückeschreiber Gerbrand Adriaensz Bredero inspiriert. Für ihn entwarf er die Titelseite des Gedichtbandes "Alle de Spelen" und verfertigte eine Reihe von Radierungen nach dem Drama "Lucelle". Die Atmosphäre von Buytewechs Gemälde ist Brederos moralisch literarischen Portraits des Spiels der Reichen abgeschaut.

Bei Dirk van Delen beeindruckt die Präzision, mit der die Renaissancearchitektur wiedergegeben ist, in der der Maler seine Personen agieren läßt. In Spiel und Gespräch vertieft, täuscht die reiche Ausstattung der Räume jedoch nicht darüber hinweg, welche Themen hier eigentlich verhandelt werden. Anspielungsreiche Wandgemälde mit Motiven aus der griechischen Mythologie ebenso wie der Figurenschmuck am Kamin verweisen auf die Gefahren, denen die weiblichen Tugenden im Umgang mit Männern bei Wein und Spiel ausgesetzt sind. Diese für die niederländische Genremalerei so typischen Verweise, die eine scheinbar harmlose Szene in ihrer tieferen Bedeutung erschließen, entlarven auch das gesellige Beisammensein der zu Gruppen vereinten Männern und Frauen bei Hendrick Gerritsz Pot als Bordellszene. Die offensichtliche Fröhlichkeit, die die Szene beherrscht, ist nicht nur durch Wein ausgelöst, sondern Ausdruck bevorstehender Freuden. Solche deuten sich nicht allein im Raumdurchbruch an, der im Hintergrund ein Bett erkennen lässt, sondern ebenso in zahlreichen Alltagsgegenständen. Ein umgeworfener oder zerbrochener Krug ist als Symbol verlorener Unschuld zu lesen, ein exotischer Papagei als Hinweis auf Lasterhaftigkeit.

Anregungen zu solch tiefsinniger Verknüpfung von Alltäglichem und moralischer Lehre erhielten die Maler aus der im 17. Jahrhundert weit verbreiteten Emblemliteratur. Hier fanden sie ein umfangreiches Bildvokabular mit entsprechender Aufschlüsselung, dessen Verständnis sie bei ihren Zeitgenossen voraussetzen konnten. Einen Blick auf einige ausgewählte Emblembücher der Zeit gewährt das der Ausstellung angegliederte Kabinett, in dem neben biografischen Informationen zu den mit Gemälden vertretenen Künstlern außerdem einige in den Tischszenen abgebildete Gegenstände lebendig werden.

Mit Judith Leyster ist auch eine Frau unter den niederländischen Genremalern vertreten, eine der wenigen weiblichen Maler zu Anfang des Jahrhunderts. Sie war die Tochter eines Haarlemer Brauers und heiratete 1636 25-jährig Jan Miense Molenaer. Ihre stark von Hell- und Dunkelwerten bestimmte Malerei, wie sie auch aus dem Portrait in der Ausstellung spricht, lässt vermuten, dass sie bei den Utrechter Caravaggisten studierte, bevor sie zu Frans Hals ins Atelier kam.

Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Programm an thematischen Führungen, Vorträgen und Workshops, die die empfangenen Eindrücke vertiefen und weiteren Einblick in Gepflogenheiten, Moden Gebräuche und Gewohnheiten der Niederlande des 17. Jahrhunderts geben. Von der Tischkultur, den musikalischen Soirées bis zu beliebten Genüssen wie Wein, Tabak und Kaffee werden Informationen über die Lebenskultur in Seminaren und Rundgängen erfahrbar gemacht. Programme, Informationen und Anmeldung unter www.vergnuegliches-leben.de abrufbar.

Die Ausstellung "Vergnügliches Leben - Verborgene Lust" im im Hubertus-Wald-Forumder Hamburger Kunsthalle ist noch bis zum 16. Mai dienstags bis sonntags sowie Ostermontag von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8,50 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409

www.hamburger-kunsthalle.de



11.04.2004

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viola Hildebrand-Schat

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