Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 05.06.2020 115. Auktion: Zeichnungen des 16. - 19. Jahrhunderts

© Galerie Bassenge Berlin

Anzeige

Am Badestrand / Otto Pippel

Am Badestrand / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

Kentaur, 1891/93 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Alte Kunst bei Lempertz

Trügerische Fülle



Georg Flegel, Mahlzeitstillleben mit einer Magd

Georg Flegel, Mahlzeitstillleben mit einer Magd

Geschickt deckt eine Magd den Tisch, baut vor den Augen des Betrachters, den sie in den Blick nimmt, die Teller und Schalen auf und macht Appetit auf das kommende Mahl mit Geflügel, Fisch, einer Gemüsetorte, Kirschen, Zitronenscheiben, Käse, Brot und Wein. Aber ganz mag man dem Mahl nicht trauen. Denn Georg Flegel hat in die Mitte seines Bildes den Schädel eines toten Tiers platziert, der trotz der Fülle hervorragender Speisen an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert. Mit einer Schätzung von 350.000 bis 400.000 Euro ist das „Mahlzeitstilleben mit einer Magd“, das Flegel im ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts wahrscheinlich zusammen mit einer anderen, noch nicht identifizierten Werkstatt malte, das Toplos in der Auktion „Alte Kunst“ am 17. Mai bei Lempertz in Köln.



Die frühesten Werke in dem gut 500 Positionen umfassenden Angebot stammen aus dem italienischen Quattrocento. Dazu zählen die „Mater Omnium“ des Florentiners Apollonio di Giovanni, ein Tondo mit der Muttergottes und einem fülligen Jesusknaben umgeben von zwei Engel (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR), und die Darstellung eines eben dem Grab entsteigenden Christus mit noch fahlem Leib vor schwarzem Hintergrund, der aus der Hand eines toskanischen Meister stammt (Taxe 60.000 EUR). Ergänzt wird die Offerte mit früher religiöser Malerei von einer „Madonna mit Kind im Rosenhag“ aus dem Umkreis des Meister GZ, der in der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts in Ferrara tätig war (Taxe 25.000 EUR), von dem dreiteiligen Altarretabel mit zentraler „Anbetung der Könige“ und flankierender „Verkündigung“ und „Ruhe auf der Flucht“ des Antwerpeners Jan van Dornicke, der nach seinem Hauptwerk in der Lübecker Marienkirche auch „Meister von 1518“ genannt wird (Taxe 120.000 bis 130.000 EUR), oder mit der Johannesschüssel, auf deren Boden Aelbert Bouts in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert eindrucksvoll das abgeschlagene Haupt Johannes des Täufers malte (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR).

Neben Flegels Stillleben sind es vor allem Niederländer aus dem Goldenen Zeitalter, die den Katalog mit qualitätvollen Stücken aus dem 17. Jahrhundert bereichern. Aert van der Neer beschreibt in einer weiten Flusslandschaft mit Stadt, Bauern und Vieh mit bis in Schwarze vordringendem Bildrand eindrucksvoll den Übergang von Tag zur Nacht (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Die winterlichen Freunden einer reichgekleideten Gesellschaft auf einem zugefrorenen See lässt Adam van Breen in seinem Gemälde „Holländische Winterlandschaft mit Eisläufern und Kolfspielern“ von 1617 aufleben (Taxe 90.000 EUR). Vor dem dunklen, fast schwarzen Hintergrund leuchten die mit Schlaglicht von Links beschienen roten, weißen und blauen Blüten von Rosen, Schneeball, Lilie, Akelei und Mohn in dem „Blumenstillleben“ von Nicolaes van Veerendael effektvoll auf (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR).

Einen heitern Tag beschreibt Johannes Pietersz. Schoeff in seiner „Flusslandschaft mit zwei Ruderbooten“ (Taxe 35.000 EUR), und Marten Ryckaert bevölkert seine Waldlandschaft mit den für ihn typischen fantastischen Felsformationen in kühlem, fahlem Grün mit Hirten beim Weiden von Kühen und Schafen (Taxe 70.000 EUR). Auch ein Seestück hält der Katalog bereit. Das aus dem Umkreis von Ludolf Backhuysen kommende Werk zeigt zwei Schiffe, die bei drohenden Wolkenmassen im Sturm hin- und hergeschleudert werden (Taxe 15.000 EUR). Während Bouts mit seiner Johannesschüssel eher ein von Geschehen abstrahiertes Kunstwerk für die innere Betrachtung schuf, erzählt Jacob Adriaensz Backer den Teil der biblische Geschichte, in dem Salome das Haupt Johannes des Täufers in der Schale erhält (Taxe 8.000 EUR). Adriaan van der Burg stellt im noch vollkommenen Paradies die alttestamentliche Szene dar, in der Eva dem Adam gerade den Apfel reicht (Taxe 8.000 EUR). Und David Teniers steuert zur religiösen Malerei des 17. Jahrhunderts die „Versuchung des Hl. Antonius“ bei, in der der Heilige in einer Grotte von Spukgestalten, Hexen und einem schönen Weib bedrängt wird (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR).

Beim 18. Jahrhundert, das nicht so reich mit guten Werken bestückt ist, überzeugen der Entwurf „Die Geburt Christi“ von Joseph Esperlin zum rechten Altarretabel in der ehemaligen Stiftskirche Schönenwerd bei Solothurn (Taxe 10.000 EUR), zwei Genrebilder mit jungen Frauen in der Nachfolge Jean-Baptiste Greuzes (Taxe 8.000 EUR), Christian Wilhelm Ernsts gar nicht so heitere „Bettelmusikanten“ (Taxe 7.500 EUR) und die beiden, als Pendant gestalteten Gemälde einer weißen und einer braunen Kuh in idyllischer Landschaft, die Zeugnis von Jakob Philipp Hackerts Studien auf seinem Landgut in der Nähe von Florenz sind (Taxe 38.000 EUR).

Obwohl das Gemälde „Das Dankopfer Noahs“ von Johann Michael Wittmer in die 1840er Jahre datiert, trägt es noch ganz klassizistische Züge. Ist es doch eine Wiederholung einer Komposition seines Schwiegervaters und Lehrers Joseph Anton Koch (Taxe 50.000 EUR). Zum frühen 19. Jahrhundert trägt noch der Historienmaler Charles Lafond seine „Sappho singt vor Homer“ bei (Taxe 10.000 EUR). Von Goethes Hymnus „Der Wanderer“ ließ sich Franz Ludwig Catel zu einer idealisierten, empfindsamen Darstellung des Golfs von Neapel hinreißen (Taxe 50.000 EUR). Der Italiensehnsucht gab auch Oswald Achenbach nach und entführt in die abendliche römische Campagna bei heraufzeihendem Gewitter (Taxe 30.000 EUR). Dagegen ließ sich der ebenfalls in Italien tätige Johann Wilhelm Schirmer einmal von der Schweizer Bergwelt gefangen nehmen und stellte erhaben die Alpen mit der Jungfrau dar (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR). Der Landschaftsmaler Christianus Hendricus Hein unternahm 1846 eine Reise nach Bentheim und Kleve und verewigte mit einem schweifenden Blick in die Ferne die pittoreske Umgebung der neiderrheinischen Stadt (Taxe 6.000 EUR). Fritz Bamberger, sonst Spezialist für die warmtönigen spanischen Gefilde, ist mit einem „Blick über den Starnberger See auf die Roseninsel und die Zugspitze“ vertreten (Taxe 5.000 EUR).

Aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert stammt das fein nuancierte Blumen- und Früchtestillleben von Emilie Preyer (Taxe 40.000 EUR) oder die Wirtshausszene „Winkelweisheit“ von Peter Philippi mit zwei disputierenden Männern und einem Zeitungsleser, der in die Lektüre des Trierischen Intelligenzblattes vertieft ist (Taxe 8.000 EUR). Mit realistischen Gesellschaftsschilderungen der Gründerzeit aus Theater, Spielkasino und Bank wurde Ferdinand Brütt berühmt. Eines seiner Hauptwerke, das 1888 entstandene „An der Börse“, zeigt wohl das Foyer der ehemaligen Berliner Börse in der Burgstraße (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Und schon durch die Bedeutung des Licht im Impressionismus beeinflusst, griff Alexander Koester immer wieder das Motiv der Enten auf und gestaltete sie in Gruppen - wie hier zu acht – mit warmen Lichtreflexen auf dem Gefieder (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Bei den Skulpturen ist eine um 1470/80 in Wien gefertigte Hl. Barbara in der Nachfolge des Niclas Gerhaert van Leyden mit einer Schätzung von 65.000 Euro das teuerste Los. Rund zehn Jahre jünger soll eine thronende Madonna mit dem Jesusknaben sein, die der oberitalienische Meister Domenico da Tolmezzo geschnitzt hat (Taxe 22.000 EUR). Und ins Spanien des zweiten Drittels des 17. Jahrhunderts siedeln die Experten den elfenbeinernen, am Marterpfahl leidenden Marsyas an (Taxe 11.000 EUR). Bei den Zeichnungen wird ein dem Florentiner Baccio Bandinelli zugeschriebener „Stehender Herkules“ im brauner Tuschfeder auf 15.000 Euro geschätzt. Wohl für Ernst Friedrich Graf zu Münster fertigte Johann Friedrich Bury um 1796 in Rom Kopien nach Leonardo, Michelangelo oder Domenichino an, darunter auch das Aquarell „Madonna mit Kind und Stifter“, eine Kopie nach einem damals Leonardo zugeschriebenen Fresko in der römischen Kirche S. Onofrio (Taxe 26.000 EUR). Auch Peter Birmann hielt sich in diesen Jahren längere Zeit in Italien auf und brachte den „Blick aus dem Nymphäum auf den Albanersee und den Monte Cavo“ in einer dichten Sepiazeichnung zu Papier (Taxe 12.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 17. Mai um 10:30 Uhr. Die Vorbesichtigung ist noch bis zum 14. Mai von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17:30 Uhr und am 15. Mai von 10 bis 13 Uhr möglich. Der Katalog ist auch im Internet unter www.lempertz.com einsehbar.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



14.05.2003

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 10

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (7)

Veranstaltung vom:


17.05.2003, Alte Kunst

Bei:


Kunsthaus Lempertz

Bericht:


Trügerische Fülle

Kunstwerk:

Georg Flegel, Mahlzeitstillleben mit einer Magd
Georg Flegel, Mahlzeitstillleben mit einer Magd

Kunstwerk:

Aert van der Neer, Weite Flusslandschaft bei Sonnenuntergang
Aert van der Neer, Weite Flusslandschaft bei Sonnenuntergang

Kunstwerk:

Jan van Dornicke, Triptychon
Jan van Dornicke, Triptychon

Kunstwerk:

Peter Birmann, Blick aus dem Nymphäum auf den Albanersee und den Monte Cavo,
 1787
Peter Birmann, Blick aus dem Nymphäum auf den Albanersee und den Monte Cavo, 1787

Kunstwerk:

Ferdinand Brütt, An der Börse, 1888
Ferdinand Brütt, An der Börse, 1888

Kunstwerk:

Franz Ludwig Catel, Der Wanderer. Am Golf von Neapel
Franz Ludwig Catel, Der Wanderer. Am Golf von Neapel







Franz Ludwig Catel, Der Wanderer. Am Golf von Neapel

Franz Ludwig Catel, Der Wanderer. Am Golf von Neapel

Taxe: 50.000,- EURO

Zuschlag: 48.000,- EURO

Losnummer: 1370

Jan van Dornicke, Triptychon

Jan van Dornicke, Triptychon

Taxe: 120.000 - 130.000 EURO

Zuschlag: 120.000,- EURO

Losnummer: 1079

Peter Birmann, Blick aus dem Nymphäum auf den Albanersee und den Monte Cavo, 1787

Peter Birmann, Blick aus dem Nymphäum auf den Albanersee und den Monte Cavo, 1787

Taxe: 12.000,- EURO

Losnummer: 1204

David Teniers d.J., Die Versuchung des hl. Antonius

David Teniers d.J., Die Versuchung des hl. Antonius

Taxe: 80.000 - 100.000 EURO

Losnummer: 1132

Ferdinand Brütt, An der Börse, 1888

Ferdinand Brütt, An der Börse, 1888

Taxe: 40.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 112.000,- EURO

Losnummer: 1368

Aert van der Neer, Weite Flusslandschaft bei Sonnenuntergang

Aert van der Neer, Weite Flusslandschaft bei Sonnenuntergang

Taxe: 150.000 - 200.000 EURO

Losnummer: 1092




Copyright © '99-'2020
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce