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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nachbericht zur Kunstauktion bei Neumeister

Die heißblütigen Mexikaner



José Maria Velasco, Mexikanische Küstenlandschaft

José Maria Velasco, Mexikanische Küstenlandschaft

828 Nummern umfasste das Aufgebot der Kunstauktion bei Neumeister in München am 19. März, deren Akzente auf der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts, Altmeisterofferten, Silber und Porzellan lag. 430 verkaufte Positionen ergeben eine in schwachen wirtschaftlichen Zeiten ausgesprochen zufriedenstellende Quote von knapp 52 Prozent, auch wenn einige Highlights, wie Spitzwegs „Unverhofftes Jagdglück“, nur unter Vorbehalt zugeschlagen werden konnten oder gar nicht den Auktionssaal verließen. Aus Italien rekrutierten sich viele Käufer, ein Trend, der sich momentan auf vielen Auktionen beobachten lässt.



Malerei des 19. Jahrhunderts

Die süddeutsche Schule ist bei Neumeister immer stark präsent und feiert hier oft ihr Heimspiel. Doch wer vermutet hatte, dass der Star der Auktion Spitzwegs „Unverhofftes Jagdglück“ sein und die hohe Bewertung von 120.000 Euro erreichen oder gar übertreffen würde, wurde schnell auf den Boden des ungünstigen Zeitgeistes verwiesen. Nur bis 90.000 Euro wurde geboten. Deswegen konnte ein Münchner Privatsammler die Trophäe erst im Nachhinein zu diesem Wert mit nach Hause nehmen. Die im Gegensatz dazu mit 20.000 Euro geradezu bescheidene Taxierung von Spitzwegs Ölstudie "Auf der Bastei" fand jedoch zu 26.000 Euro einen bayerischen Liebhaber.

Fast zum Verwechseln ähnlich sind die Ölbilder von Willy Moralt, einem Großneffen Spitzwegs. Drei der fünf offerierten Werke konnten den Besitzer wechseln. Das am teuersten bewertete Motiv mit den „Zwei Dirndln vor einer Waldkapelle“ erreichte nur 10.000 Euro bei einer Bewertung von 14.000 Euro. Dagegen konnte sich die ganz typische Biedermeiermalerei eines blumengießenden Greises in idyllischer Umgebung um 500 Euro auf 5.000 Euro steigern.

Der Genremaler Theodor Pixis konnte mit seiner „Bedenklichen Ankunft einer wandernden Schauspielertruppe vor einem Dorfwirtshaus“ einen Erfolg verbuchen. Mit dem Zuschlag bei 44.000 Euro wurde die Taxierung von 45.000 Euro zwar leicht unterschritten, aber abgesehen vom Star Spitzweg wurde hier der höchste Zuschlag erzielt. Unterschiedlich war die Reaktion auf die Porträts Franz von Lenbachs. Während das Bildnis seiner Tochter „Marion Lenbach mit Katze“ 8.000 Euro erzielte (Taxe 9.000 EUR), blieb ein weiteres Brustbild mit dem Titel „Frau Schäfer“ unbeachtet (Taxe 3.000 EUR).

Heißblütig zeigten sich die mexikanische Kunstkenner, die die auf 5.000 Euro geschätzte, fein gemalte Küstenlandschaft von José Maria Velasco auf 32.000 Euro hoch steigerten. Wie sehr sich die Russen mittlerweile für ihr eigenes Kulturgut wieder erwärmen, demonstriert der Verkauf zweier stimmungsvoll romantischer Landschaften von Julius Sergius Klever, die genau zur Bewertung von je 30.000 Euro in den russischen Kunsthandel gingen. Andererseits zogen sich Oskar Adolfowitsch Hoffmanns „Russische Dorfstraße bei Sonnenuntergangsstimmung“ (Taxe 27.000 EUR) oder der Blick auf „Lion sur Mer – Normandie“ des Balten Karl Theodor Fjodorowitsch Huhn auf die Rückgangsliste zurück (Taxe 20.000 EUR).

Alte Meister

Bei den Gemälden der Alten Meister wurde ein Großteil von italienischen Interessenten meist weit über den Taxen ersteigert. Dazu zählen auch eine nicht näher zu bestimmende Heilige mit Buch aus dem Umkreis von Guido Cagnacci für 11.000 Euro (Taxe bei 1.500 EUR), die Giovanni Battista Cimaroli zugeschriebene „Flusslandschaft im Veneto“ für 13.000 Euro (Taxe 7.000 EUR), eine Küstenlandschaft mit antiken Ruinen aus dem 17. Jahrhundert bei 12.000 Euro (Taxe 6.000 EUR) sowie das italienische Blumenstilleben in einer Balustervase aus dem 16./17. Jahrhundert, das bei 8.200 Euro auch in die italienische Heimat zurückkehrt (Taxe 3.000 EUR).

Das in diesem Abschnitt einen Spitzenplatz einnehmende Werk "Achill bei den Töchtern des Lykomedes" des Kasseler Hofkünstlers Johann Heinrich Tischbein d.Ä. war einem Privatmann trotz der Erwartung von 25.000 Euro nicht mehr als 18.000 Euro wert. Ebenfalls unter Vorbehalt zugeschlagen wurde mit 15.000 Euro eine rheinische Flusslandschaft von Christian Georg Schütz d.J., die um 2.000 Euro höher angesetzt war. Ins katholische Spanien wanderte das großformatige Tafelbild des Erzengels Michael als Seelenwäger aus dem beginnenden 16. Jahrhundert. Mit einem Erlös von 13.000 Euro wurde die Schätzung um 1.000 Euro überboten. Keine Beachtung fand der dramatische „Kampf zwischen Adler und Jagdhunden“ um einen erlegten Hasen“, der dem Flamen Paul de Vos zugeschrieben wird (Taxe 18.000 EUR).

Grafik

Die bestechend klaren, farbigen Architekturzeichnungen von Verzierungen und Dekorationen aus den Loggien des Raffael im Vatikan von Giovanni Ottaviani konnten sich deutlich über der Bewertung von 4.000 bzw. 1.500 Euro bei Zuschlägen von 6.000 bzw. 3.000 Euro behaupten. Auch Anselm Feuerbachs Kopf eines jungen Mannes mit Backenbart, der als Vorstudie zu einem Gemälde gilt, lag mit 1.300 Euro um 300 Euro über der Taxe. Dagegen blieb eine Turnierszene des berühmten Lucas Cranach d.Ä., ein Holzschnitt aus dem Jahr 1509, mit 1.400 Euro deutlich unter der Bewertung von 2.000 Euro, was auch für seine Darstellung des Apostels Paulus mit 250 Euro galt (Taxe 400 EUR). Ein Holzschnitt der heiligen Familie von Albrecht Dürer fand für 500 Euro einen Liebhaber bei einer um 100 Euro höheren Taxe. Gute Ergebnisse brachten die Sujets der Donaumetropole. „Der Graben in Wien“ von Jakob Alt erzielte 10.000 Euro (Taxe 5.000 EUR), und seine „Alte Jägerzeile in Wien“ steigerte sich sogar um zwei Drittel auf 15.000 Euro.

Skulpturen

Unter den Skulpturen fanden ein Paar Leuchterengel aus dem Veneto des 16./17. Jahrhunderts das meiste Interesse. Die auf 2.500 Euro geschätzten Holzschnittarbeiten von knapp einem Meter Höhe erreichten letztendlich nach heftigem Bietgefecht 13.000 Euro und gingen gleichfalls wieder in die italienische Heimat zurück. Der traurig dreinblickende, alpenländische Hl. Jakobus konnte trotz seiner erstklassigen Provenienz aus der Österreichischen Barockgalerie (Taxe 9.500 EUR) niemanden überzeugen, wie auch die beiden spanischen Relieftafeln mit den Aposteln Petrus und Paulus aus dem 17. Jahrhundert (Taxe 10.000 EUR).

Möbel

Welcher Beliebtheit sich das Biedermeier nach wie vor erfreut, bewiesen zwei mit je 2.500 Euro eingestuften Schreibschränke. Die kontrastvoll mit schwarzen und goldenen Ornamenten sowie obligatorischer Tempelfront versehenen Stücke erreichten genau die Taxierung bzw. übertrafen sie in einem Fall um 200 Euro. Tische ebenfalls waren gefragt. Ein eleganter italienischer Nussbaumholztisch aus dem 18. Jahrhundert mit großer ovaler Tischplatte kletterte von 1.200 Euro auf 27.000 Euro. Und ein geometrisch strenges Tischmöbel aus der Zeit um 1800, bewertet mit 4.200 Euro, reüssierte bei 12.000 Euro und trat gleichfalls die Reise über die Alpen an. Diesen Weg nahmen auch die vier zu einem Satz gehörenden Fauteuils aus dem 18. Jahrhundert zu 18.000 Euro (Taxe 7.000 Euro). Zurückbleiben musste das teuerste Stück der Möbelabteilung, eine südwestdeutsche Kommode aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, verziert mit Bandwerkkartuschen und Blumenzweigen sowie einem zentraler Musiktrophäe auf der Platte (Taxe 30.000 EUR).

Kunstgewerbe

Abgesehen von dem Ergebnis bei Spitzweg und Pixis erzielte mit einem Zuschlag von 40.000 Euro ein geknüpfter Täbris den besten Wert der Veranstaltung. Der in den internationalen Handel gelangte, großformatige Teppich war lediglich mit 9.000 Euro angeführt. Beim Silber machte ein teilvergoldetes, mit Zuckerstreuer und Schöpflöffel versehenes Senfgefäß aus der Werkstatt des Augsburger Silberschmiedes Johann Jakob Adam Furore, das sich von 10.000 auf 14.000 Euro verbesserte. Ein höheres Ergebnis erzielte ein vergoldeter Münz-Deckel-Humpen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der genau zu den taxierten 22.000 Euro abgegeben wurde. Das von Sebald Spindler geschaffene kleine Kunstwerk weist 20 eingearbeitete, preußische Silber-Schaumünzen aus dem 17. Jahrhunderts auf. Ein 18teiliges Kaffeeservice aus Meißen von 1735 mit bemalten Chinoiserien von Christian Friedrich Herold bleib dagegen beim Vorbehaltszuschlag von 26.000 Euro um 4.000 Euro deutlich unter der Veranschlagung. Deswegen musste der Einlieferer diesem Verkaufspreis nach der Auktion zustimmen.

Alle Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



15.04.2003

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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19.03.2003, Kunstauktion und Varia-Auktion

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Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

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Carl Spitzweg wieder als Zugpferd

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Carl Spitzweg, Unverhofftes Jagdglück
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Johann Jakob Adam, Senfgefäß und Zuckerstreuer, 1759/61
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Tisch, Italien 18.
 Jahrhundert
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Jakob Alt, Die Alte Jägerzeile in Wien
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Giovanni Battista Cimaroli zugeschrieben, Flusslandschaft im Veneto
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Theodor Pixis, Bedenkliche
 Ankunft einer wandernden Schauspielertruppe vor einem Dorfwirtshaus, 1876
Theodor Pixis, Bedenkliche Ankunft einer wandernden Schauspielertruppe vor einem Dorfwirtshaus, 1876







Jakob Alt, Die Alte Jägerzeile in Wien

Jakob Alt, Die Alte Jägerzeile in Wien

Taxe: 5.000,- EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 346

Giovanni Battista Cimaroli zugeschrieben, Flusslandschaft im Veneto

Giovanni Battista Cimaroli zugeschrieben, Flusslandschaft im Veneto

Taxe: 7.000,- EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 425

Carl Spitzweg, Unverhofftes Jagdglück

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Taxe: 120.000,- EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 737

Tisch, Italien 18. Jahrhundert

Tisch, Italien 18. Jahrhundert

Taxe: 1.200,- EURO

Zuschlag: 27.000,- EURO

Losnummer: 236

Johann Jakob Adam, Senfgefäß und Zuckerstreuer, 1759/61

Johann Jakob Adam, Senfgefäß und Zuckerstreuer, 1759/61

Taxe: 10.000,- EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 93

Theodor Pixis, Bedenkliche Ankunft einer wandernden Schauspielertruppe vor einem Dorfwirtshaus, 1876

Theodor Pixis, Bedenkliche Ankunft einer wandernden Schauspielertruppe vor einem Dorfwirtshaus, 1876

Taxe: 45.000,- EURO

Zuschlag: 44.000,- EURO

Losnummer: 698




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