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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Daniel Spoerri in Wien

Künstlerische Wandlungen



Daniel Spoerri, Sevilla-Serie Nr. 6

Daniel Spoerri, Sevilla-Serie Nr. 6

Wie sich einschneidende Kindheitserlebnisse auf das künstlerische Schaffen auswirken können, dafür geben die Arbeiten Daniel Spoerris ein beeindruckendes Beispiel. Ein Blick auf seine Biografie verdeutlicht die dies. Obwohl Spoerris Vater Isaac Feinstein zum christlichen Glauben konvertierte, entging er der Judenverfolgung in Rumänien nicht und wurde verschleppt und ermordet. Mit seiner aus der Schweiz stammenden Mutter und fünf Geschwistern konnte Spoerri 1942 auf abenteuerliche Weise in die Schweiz flüchten. Hier legte sich die Rumpffamilie als neuen Familiennamen den Mädchennamen der Mutter zu, nämlich Spoerri. Daniel war zu dieser Zeit erst zwölf Jahre alt.



Der Grund dafür, dass er später nirgends eine echte Heimat finden sollte, war mit dieser Entwicklung anscheinend gelegt. Nach anfänglichen Tätigkeiten als Tänzer und Regisseur in Bern und Darmstadt – hier veröffentlichte er auch die Zeitschrift „Material“ zum Thema konkrete Poesie - zog es ihn 1959 nach Paris wo er seine vielseitigen Aktivitäten mit der Kreation einer neuen Kunstproduktion fortsetzte. 1960 schuf er die ersten Fallenbilder, die Tableaux Piège, angeregt durch ein gemeinsames Abendessen mit Robert Filliou und Jean Tinguely in Kopenhagen. Er montierte die Überbleibsel des Mahls – Teller, Besteck, Essensreste, Zigarettenstummel und die anderen liegengelassenen persönlichen Gegenstände – auf eine Platte und hing sie, um 90 Grad gedreht, an die Wand.

Zufällige Situationen auf Tischflächen löst Spoerri aus ihrem natürlichen Kontext und fixiert sie unverändert. Die Transformation beginnt mit der Überführung der Platte aus der Horizontalen in die Vertikale eines Tafelbildes und verändert so Wahrnehmungs- und Realitätsebenen. Spoerri avancierte mit seinen raumplastischen Materialbildern und Collagen aus Gebrauchsgegenständen, den sogenannten Assemblagen und Akkumulationen, zum Mitbegründer und Hauptvertreter des Nouveau Réalisme.

Im Jahre 1968 wandelte sich sein künstlerischer Schaffen erneut. Spoerri eröffnete in Düsseldorf ein Restaurant und gab damit einhergehend eine "Eat-Art"-Edition als quasi gastronomisches Tagebuch heraus, in der sich auf ironisch-humorvolle Weise die neodadaistische Identifikation von Kunst und Leben manifestieren sollte. Damit begründete Spoerri die "Eat-Art": Als Meister der Kochkunst kredenzte er seinem Publikum essbare Werke auch seiner Künstlerkollegen Bernhard Luginbühl, Dieter Roth, Arman, César und Niki de Saint Phalle.

Die Umwandlung von Dingen bestimmt das gesamte Schaffen des Künstlers, der zeitweise in Frankreich, der Schweiz oder in Italien auf dem Lande lebt und dann immer wieder in großen Metropolen wie Paris, Amsterdam, New York, Berlin, Wien arbeitet. Von diesem Nomadenleben lässt sich ableiten, was für ihn Dinge bedeuten. Spoerris Beziehungen zu ihnen wurden eine dezidierte Komponente seiner Existenz und standen oft stellvertretend für sein menschliches Schicksal. An sie konnte er sich halten, die menschlichen Beziehungen waren brüchig. Seit 1998 lebt der Künstler im italienischen Seggiano und arbeitet dort am seinem Gesamtkunstwerk „Il Giardino di Daniel Spoerri“.

Nun widmet sich das Kunsthaus Wien in einer retrospektiv angelegten Schau den Objekten, Assemblagen und Tableaux Piège Daniel Spoerris. Die Ausstellung umfasst rund 150 Exponate aus der Zeit von 1960 bis 2001. Darunter befinden sich wichtige Arbeiten wie beispielsweise Teile aus den Zyklen "Morduntersuchungen", "Künstlerpaletten", die "Sevilla-Serie", "Anatomische Kabinette", "Karneval der Tiere" oder "Background Landscapes".

Die Ausstellung "Daniel Spoerri. Der Zufall als Meister" ist noch bis zum 1. Juni täglich von 10 bis 19 Uhr zu besichtigen. Der Katalog, herausgegebenen von Thomas Levy, kostet 18 Euro.

Kontakt:

Kunsthaus Wien. Museum Hundertwasser

Untere Weißgerberstraße 13

AT-1030 Wien

Telefon:+43 (01) 712 04 95

Telefax:+43 (01) 712 04 96

E-Mail: office@kunsthauswien.at



05.03.2003

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Künstler:


Daniel Spoerri







Daniel Spoerri, Bügeleisen, gebacken, 1969

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Daniel Spoerri, L´Histoire des boîtes à lettres V, 1998

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