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Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

Rückblick auf die Art Cologne

Euphorisch gaben sich nur wenige



Kyungwoo Chun, aus der Serie

Kyungwoo Chun, aus der Serie "reMEMBERed", 2001-2002

Enttäuschte Stimmen waren nur selten zu hören. Die meisten der 258 Aussteller zeigten sich am Ende der Art Cologne zurückhaltend zufrieden. Noch immer ist die Kölner Messe für Kunst des 20. Jahrhunderts die Verkaufsmesse in Deutschland schlechthin. Doch richtig euphorisch gaben sich nur wenige Galeristen. „Das Geschäft verlief heuer ruhiger. Im letzten Jahr mussten wir den Stand öfters umhängen“, sagte Mario Mauroner von der Galerie Academia und führte dies wie sein Salzburger Kollege Thaddaeus Ropac auf die angespannte wirtschaftliche Lage in der Welt zurück.



Ropac vermisste außerdem ein internationales Publikum. Von Belgiern, die sich sonst an seinem Stand tummelten, machte er keinen aus, und auch einige seiner Münchner Sammler fanden nicht den Weg nach Köln. Zugleich verband er damit die Frage, ob der zwar große rheinländische Sammlerstamm auf Dauer für die Art Cologne ausreiche. Insgesamt kamen in diesem Jahr, genauso wie 2001, 65.000 Besucher zur Art Cologne. Auf der Erfolgsseite konnte Ropac den Verkauf der neun Screenprints „Ladies & Gentlemen“ von Andy Warhol für 150.000 Euro an ein Museum verbuchen und freute sich über das Interesse an den ungegenständlichen Gemälden von Lori Hersberger, die der Schweizer mittels Neonfarbe und Fluoreszenz leuchten lässt.

Obwohl 114 Galeristen – darunter 20 aus Österreich und 10 aus der Schweiz – aus dem Ausland kamen, zeigte sich auch Maxwell Davidson aus New York erstaunt, dass bei 16 Galerien aus den USA nur wenige Amerikaner zu sehen waren. Die Käufer kämen vorwiegend aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden, so der New Yorker Galerist, der nach Köln kommt, um in Europa präsent zu sein. Der Essener Aussteller Otmar Neher sieht sein Publikum vor allem im Rheinland, dem Ruhrgebiet und darüber hinaus im deutschsprachigen Raum beheimatet. Es hatte sich bei ihm vorwiegend mit Arbeiten von Adolf Luther eingedeckt, so der Stele „Lichtschleuse“ aus Brillengläsern für 24.000 Euro oder dem „Hohlspiegel“ aus konvex und konkav geschliffenen Gläsern, die den Betrachter mehrfach ausschnitthaft widerspiegeln.

Erfreut war Neher, wie viele seiner Kollegen, vor allem über die neuen Flaniermeilen mit ihren Ruhezonen im Obergeschoss, die der Art Cologne eine großzügige Atmosphäre verliehen. Doch führte dies auf Sammlerseite nicht zu einem großzügigen Umgang mit dem Geld. Spontane Verkäufe waren selten, und gerade in Regionen über 100.000 Euro waren die Kunstkäufer zurückhaltend. Qualität war hier gefragt und die wurde dann auch honoriert, etwa bei der New Yorker Neuausstellerin Heidi Neuhoff, die ein Ölgemälde von Fernand Léger für 450.000 Dollar verkaufte, bei Beck & Eggeling aus Düsseldorf mit einem Chagallbild für 250.000 Euro oder bei Karsten Greve aus Köln mit der bemalten Stahlskulptur „Impurient Whey“ von John Chamberlain aus dem Jahr 1982 für 220.000 Euro.

Nico Delaive weckte das Interesse eines Sammlers mit der „Venus“, einem blauen Frauentorso auf Goldgrund von Yves Klein bei 135.000 Euro. Die Galerie Vömel aus Düsseldorf fand einen Abnehmer für ein 145.000 Euro teueres Ölgemälde von Ernst Wilhelm Nay, der anlässlich seines 100sten Geburtstags in vielen Kojen zu sehen war, Rafael Jablonka aus Köln für eine Arbeit von Alex Katz bei 125.000 Euro, Hans Maulberger aus München für ein Schumacher-Gemälde bei 130.000 Euro oder Michael Schultz aus Berlin für eine Penck-Skulptur bei 135.000 Euro.

Schultz gehörte auch zu den wenigen Galeristen, die sich begeistert zum Messeverlauf äußerten. Neben seinen etablierten Positionen hatte er gerade mit junger Kunst unter 50.000 Euro Erfolg, dem Preissegment, das zahlenmäßig das Gros der Umsätze auf der Messe ausmachte. Cornelia Schleimes überlebensgroßes Gesicht eines verletzten Knaben mit Kopfbinde erregte bei 14.400 Euro ebenso die Nachfrage wie ihre thematisch verwandten Aquarelle bei 1.600 Euro oder Norbert Biskys martialischer Jugendkult „auf die Wiese – Alarm in Baikonur“. Die mit 210 x 500 cm großdimensionierte Leinwand kostete 20.000 Euro. Bei seinem Berliner Kollegen Gerd Harry Lybke von der Galerie Eigen + Art waren Arbeiten von Martin Eder, Olaf Nicolai und Uwe Kowski zu Preisen im vierstelligen Bereich die Publikumslieblinge, und der Düsseldorfer Galerist Rüdiger Voss meldete am Ende des Messe einen Ausverkauf bei den fotorealistischen Szenegemälden von Frank Bauer.

Auch am Stand der Galerie Mayer aus Düsseldorf schien die Rezession vorübergegangen zu sein. Hans Mayer berichtete vom einem „sehr guten Ergebnis“ und von einem interessierten jungen Publikum zwischen 25 und 45 Jahre. Das nahm dann auch das größte Bild der Messe mit: Dennis Hoppers „Double Standard (Billboard)“, das mit seinen Maßen von 427 x 655 cm an die Historiengemälde des 19. Jahrhunderts erinnert. Zuspruch fanden bei ihm auch die gesellschaftskritischen Bilder von Michael Ray Charles, die die Unterdrückung der farbigen Bevölkerung in Amerika thematisieren, oder die elegant ästhetischen Fotoarbeiten von Bill Beckley mit ihren gekreuzten Blütenhalmen. Genauso zufrieden waren Albert Baumgarten aus Freiburg und Erhard Witzel aus Wiesbaden, die das Wagnis eingingen, mit Werner Pokorny nur auf einen Künstler und dazu noch auf großformatige Skulptur zu setzten. Die kleinen Editionen in einer 12er Auflage für 780 Euro gingen ebenso weg, wie die durchbrochenen Stahlarbeiten für den Außenraum bei 46.000 Euro.

Neue Medien, Fotografie, Video oder auch Installationen machten sich auf der Messe rar. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten scheuen die Galeristen das Experiment und setzten lieber auf klassische Tafelmalerei und Skulptur, die sich besser absetzen lassen. Doch verschwunden war die Fotografie nicht. Die Wiener Galerie Feichtner und Mizrahi konzentrierte sich auf Positionen von Stephan Reusse und Werner Schrödl und verkaufte einen Block aus neun Blättern von Reusse für 24.000 Euro und von Schrödl mehrere Arbeiten zwischen 2.400 und 3.800 Euro.

Ein spanisches Museum erwarb bei der Kölner Galerie Daniel Buchholz ein mehrteiliges Fotoensemble von Wolfgang Tillmans für 48.000 Euro, und Lothar Albrecht von der L.A. Galerie aus Frankfurt trennte sich von vier großformatigen Oliver Boberg-Fotos zu je 5.000 Dollar und sechs Fotos von Naoya Hatakeyama zwischen 2.000 und 4.500 Euro. Bei Prüss & Ochs aus Berlin stießen die streng angeordneten, aber verschwommen aufgenommen Menschenbilder von Kyungwoo Chun aus den Serien „this appearance“ und „Remembered“ auch bei Museen auf reges Interesse. Und bei Otto Schweins aus Köln konnten sich Kuratoren bei den 28.000 Euro teueren, sperrigen Kühlschränken, deren Fugen Thomas Rentmeister mit Penatencreme ausgespachtelt hat, nicht zurückhalten.

Die nächste Art Cologne findet vom 29. Oktober bis 2. November 2003 statt.



09.11.2002

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


30.10.2002, Art Cologne

Variabilder:

Kyungwoo Chun, aus der Serie
Kyungwoo Chun, aus der Serie "reMEMBERed", 2001-2002










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