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Eva Hesse im Wiesbadener Museum

Die Haut der Kuben



Eva Hesse, Connection, 1969

Eva Hesse, Connection, 1969

Als hätte man den Skulpturen von Donald Judd oder Sol LeWitt eine imaginäre Haut abgezogen. So erscheinen die Skulpturen aus Fiberglas und Polyesterharz von Eva Hesse aus den Jahren um 1968. Organisches trifft in ihrem Werk auf klar gegliederte geometrische Strukturen. Der bereits 1970 im Alter von nur 34 Jahren verstorbenen Künstlerin widmet das Museum Wiesbaden nach dem Museum of Modern Art in San Francisco als einzige deutsche Station noch bis zum 13. Oktober eine Retrospektive.



Der Rundgang im Wiesbadener Museum beginnt mit frühen Tuschezeichnungen und Gemälden, die 1960 im Jahr nach dem Abschluß ihres Studiums bei Josef Albers an der Yale School of Art and Architecture entstanden. Die Gemälde sind abstrahierend realistisch und überwiegend in Braun- und Grüntönen gehalten. Werden klare Farben verwandt, so erhalten diese durch den Auftrag über Schwarz ebenfalls einen vergrauten Anschein. Seelische Befindlichkeiten drücken die deformierten, von de Kooning beeinflussten Portraits aus, die durch dick aufgetragene Farbschichten haptisch anmuten. Weitere Ölgemälde thematisieren zwischenmenschliche Beziehungen. Ob der 1961 in der John Heller Gallery ausgestellten, kleinformatigen Tuschezeichnungen würdigte Donald Judd die Künstlerin als die „zeitgenössischste und fähigste“ der präsentierten Künstler. Diese Papierarbeiten bewegen sich zwischen Abstraktion und Andeutung kleiner Szenarien sowie räumlicher Gliederungen.

Die Ausstellung in Wiesbaden leitet in Chronologie nun zu den in der Zeit von 1962 bis 1964 entstandenen Papierarbeiten und Gemälden über. Zeichnerische Fragmente werden dabei neben und übereinandergelegt. Hesses Arbeiten werden zu dieser Zeit auch farbiger. Sie setzt bei der Komposition auch die Technik der Collage ein. Das Motiv der Box tritt sowohl verbal als auch bildnerisch auf. „Sie haben einen wilden Raum, nichts Beständiges, eher etwas fließendes, Vielfalt der Formen. ... Es entsteht realer Nonsens“. So beschreibt Eva Hesse ihrem Künstlerfreund Sol LeWitt ihre Arbeiten aus der Zeit um 1965. Diese folgen, weggehend von zufälliger Anordnung nun eigenen Regeln, werden klarerer strukturiert und ähneln der Darstellung von Maschinenkreisläufen.

Durch Schichten und Verdichtung verwendeter Materialien beginnt Eva Hesse ab 1965, sich zunächst mit Reliefs in den dreidimensionalen Raum vorzutasten. Die Reliefs sind wie Bilder komponiert, verwandte Materialien dienen zugleich als Farbe. In einem Saal zusammengehängt bilden diese Werke einen farbenfrohen Kontrast zu den sonst eher verhalten eingesetzten Kolorierung. Titelwahl und Bild ergeben farbenfrohe bis narrativ surreale Momente, wie bei der Arbeit „Tomorrow’s Apples (5 in White)“, bei der sich fünf mit eingefärbter Schnur umwickelte Drähte als farbige Diagonale über das weiße Bildobjekt spannen. „Oomamboomba“ von 1965 scheint lautmalerisch für die sich in Pirouetten drehenden Füße einer imaginären, von oben gesehenen, grellgrün gekleideten Tänzerin zu stehen, deren Radius durch einen in roter Kordel umwickelten Draht angegeben wird.

Doch auch dieses Stadium des Werkes wird die wagemutige und immer wieder zu Brüchen bereite Künstlerin verlassen beziehungsweise weiterdenken: „...dass ich zu einer Nicht-Kunst kommen wollte, nicht assoziativ, nicht anthropomorph, nicht geometrisch, nicht Nichts, Alles, aber alles anders, als Vision von einem ganz anderen Referenzpunkt“ beschreibt Hesse ihr Kunstwollen 1969. Aus Bezügen zur Minimalkunst und dem Einfluss Duchampschen Kunstschaffens entstehen um 1965 entgültig Objekte. Das Absurde interessierte sie vor allem am Werk von Marcel Duchamp. Und der Begriff des Absurden trifft auch auf die eigene Arbeit zu. Organisch und doch reduziert sind die Objekte wie „Lewitt Balloon“, ein mit schwarzer Emailfarbe bestrichener Ballon, der mit Kordel umhüllt und in der unteren Hälfte geknickt Einblick in das leere Innere gibt.

Struktur und Zufall ist ein weiteres Themenfeld, dem sich die Künstlerin stellte. So spannte sie Elektrodrähte als organische Verbindungen zwischen zwei mit Graphit beschichteten, in Raster eingeteilte Spanplatten, ordnete Schnur auf Spanplatten zur Kreisfläche, um diese danach durch Zerteilen wieder zu stören, wie bei „Ohne Titel („Small Compart“)“ von 1966. Danach fing sie an, in kleinformatigen Zeichnungen Kreisformen auf Papier neben und untereinander zu setzen, die zumeist ein schwarzes Zentrum besitzen als serielle „große Geste rund um das Nichts“.

Seit 1967 - drei Jahre vor ihrem Tod - arbeitet Hesse an den „Boxes“. Für „Accession II“ lässt Hesse den Kubus aus Stahlplatten mit eingestanzten Löchern herstellen, durch die sie dann von Außen Kunststoffschläuche zieht. Das Objekt hat somit von Außen eine klar strukturierte Oberfläche, die an Gewebe erinnert, wobei auch die Härte des Stahls deutlich wird. Der Blick in das Innere zeigt die weiche organische Struktur, welche sich aus den Schlauchenden bildet. Sol LeWitt äußert in einem, in der Ausstellung präsentierten Video: „she tried to make it ugly“ in bezug auf ihre Minimalanklänge.

Die klare Struktur der Minimalkünstler erscheint bei Eva Hesse immer gebrochen durch das Nichtperfekte, Organische. Dieses Prinzip des Gegensätzlichen setzt sich auch in den zwischen 1968 und 1969 entstandenen Fiberglasobjekten fort. Fünfzig Röhren, die aus dünnen Fiberglashäuten gefertigt sind, werden in Reihe an die Wand gelehnt präsentiert. Bei „Sans II“ reihen sich leere Kästen in amberfarbenem Fiberglas aneinander. Irritierend hierbei ist die organische Oberfläche, die konträr zur seriell angeordneten Form scheint. Das Aufbrechen von Geordnetem setzt sich auch in der Arbeit „Tori“ fort. Wie aufgebrochene Kokons sind die neun grüngefärbten Objekte arrangiert. „Connection“ von 1969 verbindet 20 von der Decke hängender hautartiger Gebilde.

Die Ausstellung, die aufgrund der Fragilität eines Teiles der Objekte einmalig bleiben wird, wird im Anschluß an Wiesbaden noch in der Tate London vom 12. November bis zum 9. März 2003 zu sehen sein. Das Wiesbadener Museum ist dienstags von 10 Uhr bis 20 Uhr geöffnet, von Mittwoch bis Sonntag von 10 Uhr bis 17 Uhr. Der Eintritt zur Ausstellung beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro.

Kontakt:

Museum Wiesbaden

Friedrich-Ebert-Allee 2

DE-65185 Wiesbaden

Telefax:+49 (0611) 335 21 92

Telefon:+49 (0611) 335 22 50



04.09.2002

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Boehl

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Eva Hesse, Ohne Titel (Small Compart), 1966
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Eva Hesse,
 Connection, 1969
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Eva Hesse, And He Sat in a Box, 1964
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Eva Hesse, Ohne Titel (LeWitt Balloon), 1966
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Eva
 Hesse, Oomamaboomba, Mai 1965
Eva Hesse, Oomamaboomba, Mai 1965







Eva Hesse, Ohne Titel (Small Compart), 1966

Eva Hesse, Ohne Titel (Small Compart), 1966

Eva Hesse, And He Sat in a Box, 1964

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Eva Hesse, Ohne Titel (LeWitt Balloon), 1966

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Eva Hesse, Oomamaboomba, Mai 1965

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Eva Hesse, Tomorrow’s Apples (5 in White), 1965

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