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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Kunst des 20. Jahrhunderts lief bei Christie’s in London auch mit deutscher Beteiligung zu guten Ergebnissen auf

Kostbares Corona-Geschenk



Banksy, Game Changer, 2020

Banksy, Game Changer, 2020

Anfang Mai letzten Jahres erhielt das University Hospital im südenglischen Southampton eine ungewöhnliche Postsendung: In dem Paket befand sich ein quadratisches Gemälde von annähernd einem Meter Kantenlänge, das einen kleinen Jungen im Hosenanzug auf dem Boden hockend zeigt, wie er mit der Puppe einer Krankenschwester spielt. Ungenutzt in einem Papierkorb daneben liegen Batman und Spiderman. Die minutiöse Zeichnung in Öl unter dem Titel „Game Changer“ ist schwarz-weiß – mit nur einem einzigen Farbakzent: dem Roten Kreuz auf der Brust der Krankenschwester. Beigelegt war dem Bild ein Brief, in dem sich der Verfasser für die Arbeit des medizinischen Personals mitten in der Corona-Pandemie bedankt. Er hoffe, so heißt es weiter, das Gemälde „erleuchtet diesen Ort ein bisschen, obwohl es nur schwarz-weiß ist“. Der Absender von Bild und Brief: Banksy.


Zehn Monate hing das generöse Geschenk des mysteriösen, bis heute nicht identifizierten englischen Street Art-Künstlers im Krankenhaus, bis es vor wenigen Tagen bei Christie’s zugunsten des Krankenhauses und des britischen Gesundheitsdienstes versteigert wurde. Der Sensation vom Mai wurde nun eine weitere draufgesetzt, indem die Summe des Erlöses um ein Vielfaches die Schätzung überstieg: Statt der anvisierten 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund erzielte das Gemälde schließlich 14,4 Millionen Pfund. Dies bedeutete auch einen neuen Auktionsrekord für den vermutlich 1974 in Bristol geborenen Banksy. Der bisherige vom Herbst 2019 hatte bei 8,5 Millionen Pfund für ein Bild des von Affen besetzten britischen Parlaments gelegen. Im Krankenhaus von Southampton wird zukünftig immerhin noch eine Reproduktion des „Game Changer“ an das besondere Ereignis erinnern.

Erneut via Livestream, von London aus gesteuert und zugleich in New York und Hongkong, hat Christie’s am vergangenen Dienstag zahlreiche millionenschwere Werke der Kunst des 20. Jahrhunderts für insgesamt fast 200 Millionen Pfund brutto versteigert. Wie die traditionellen Analog-Veranstaltungen am festen Ort mit Saalpublikum in den großen Auktionshäusern für immer der Vergangenheit anzugehören scheinen, so sind auch die klassischen Kategorien von impressionistisch-moderner und zeitgenössischer Kunst aufgehoben. Stattdessen wurden die großen Meister der vergangenen rund hundert Jahre gemeinsam präsentiert: Jean Fautriers pastoser informeller Farbwulst „Pièges“ von 1946 für rekordträchtige 3,75 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP) waren ebenso Teil der Veranstaltung wie Pierre-Auguste Renoirs um 1890 fabenfroh festgehaltene „Femme au jardin“ für 1,45 Millionen Pfund (Taxe 700.000 bis 1 Millionen GBP) oder Daniel Richters apokalyptisch anmutende Figurenansammlung „Reflect“ von 2008 für 550.000 Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Teuerstes Los wurde Jean-Michel Basquiats in Hongkong für 280 Millionen HK-Dollar innerhalb der Schätzung versteigerter „Warrior“ von 1982, für den ein ungenannter Käufer mit Aufgeld 323,6 Millionen HK-Dollar zahlte; umgerechnet sind dies gut 30 Millionen Pfund oder 35 Millionen Euro. Der schwarze grimmige Krieger mit Schwert ist damit laut Christie’s das teuerste Werk eines westlichen Künstlers, das bisher auf dem asiatischen Auktionsmarkt weitervermittelt wurde. 2007 hatte er bei Sotheby’s in London noch 2,5 Millionen Pfund und fünf Jahre später 4,95 Millionen Pfund gekostet. Ein ebenfalls schwarzes „Self-Portrait“ vor weißem Hintergrund aus Basquiats Todesjahr 1988 sprang dann wieder in London auf 7,7 Millionen Pfund (Taxe 3,5 bis 5,5 Millionen GBP).

Für 12,5 Millionen Pfund ging Pablo Picassos 1932 datierte Freundin Marie-Thérèse Walter als fast monochrome, kubistisch verdrehte „Femme nue couchée au collier“ vor farbenfrohem Hintergrund eine neue Bekanntschaft ein (Taxe 9 bis 15 Millionen GBP). Eine ihrer Nachfolgerinnen, Jacqueline Roque als mehransichtig Sitzende in einem schwarzen Fauteuil von 1962, ließ sich bei 8,2 Millionen Pfund bitten (Taxe 6 bis 9 Millionen GBP). Amedeo Modiglianis charakteristisches „Portrait du photographe Dilewski“ von 1916 reüssierte bei 3,65 Millionen Pfund (Taxe 2,2 bis 2,8 Millionen GBP). Höhepunkt bei den Skulpturen war Alexander Calders verspieltes Mobile „Submarine Christmas Tree“ von 1947 mit Gesicht-, Mond- und Sternenanhänger für 5,5 Millionen Pfund (Taxe 4 bis 6 Millionen GBP), gefolgt von Louise Bourgeois’ golden glänzender abstrakter Stele „Pregnant Woman II“ von 1947/80 für 1,05 Millionen Pfund (Taxe 900.000 bis 1.200.000 GBP).

Aufgenommen in die Londoner Abendversteigerung waren auch wieder ein paar ganz junge Talente, so die erst 26jährige, im Londoner Osten geborene und aufgewachsene Joy Labinjo, die seit kurzem mit großformatigen, kraftvoll und buntfarbig gemalten Figurenbildern Aufsehen erregt. Ihr Drei-Personen-Stück „No Wahala“ von 2019 mit farbigen Menschen und einem schwulen Paar vervierfachte seine untere Schätzung auf 120.000 Pfund. Die Amerikanerin Issy Wood, nur etwa ein Jahr älter als Labinjo, wurde mit einer ebenfalls 2019 in Öl auf Samt gemalten Bomberjacke von 100.000 bis 150.000 Pfund auf 200.000 Pfund gehoben. Für das mehr als drei Meter breite Gruppenbild einer nicht allzu fröhlichen Karnevalskindergesellschaft unter den Titel „The Last Day“ der Französin Claire Tabouret, die im kommenden September ihren vierzigsten Geburtstag feiern wird, gab es 500.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Fast überflüssig ist es zu sagen, dass es sich bei allen drei Künstlerinnen um internationale Auktionsrekorde handelt.

Starke 440.000 Pfund erlöste ein fast altmeisterlich gemaltes Selbstportrait des 1984 in Ghana geborenen und heute überwiegend in Wien lebenden Amoako Boafo (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Der fast gleichaltrige Matthew Wong, der 2019 durch Selbstmord starb und dessen Œuvre dadurch schon begrenzt ist, wurde mit 2,25 Millionen für einen unbetitelten flächigen Landschaftsausschnitt mit blühenden Bäumen und bunten Wiesen geehrt (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Teuerster deutscher Künstler wurde Gerhard Richter mit einer unbetitelten Abstraktion in mehreren Farbschichten auf grau-weißem Grund von 1989 für 1,85 Millionen Pfund – und damit dem höchsten Zuschlag für eine Papierarbeit des Meisters auf einer Auktion (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP). Für Neo Rauchs zwei mal drei Meter große Leinwand mit einer kryptischen „Panne“ von 2000 spendierten die Bieter ebenfalls einträgliche 750.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP).

Sammlungskonvolute aus Deutschland

Die Kunstsammlung der Deutschen Bank hatte unter anderem Lyonel Feiningers prismatisch zerlegte „Kirche über Stadt“ aus dem Jahr 1927 eingeliefert und kam nun mit 1,2 Millionen Pfund heraus (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP). Bei Ernst Barlachs zu einer Ovalform verfestigten Holzskulptur „Schwangeres Mädchen“ von 1924 lief es für das Geldinstitut mit 500.000 Pfund ebenfalls gut (Taxe 350.000 bis 550.000 GBP), mit Oskar Kokoschkas gemäßigt expressiver Wüstenszene „Exodus (Col de Sfa bei Biskra)“ nahm es die unteren anvisierten 350.000 Pfund ein. Aus Deutschland waren zudem noch Ernst Ludwig Kirchner mit seiner farbintensiven Schweizer Berglandschaft „Drei Hütten am Hügel (Rote Hütten)“ von 1919 mit 480.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 800.000 GBP) und aus der Nachkriegszeit Heinz Mack mit seinem Aluminiumfächer „Three Wings of Light“ von 1972 für 110.000 Pfund zugegen (Taxe 120.000 bis 160.000 GBP).

Bei den Surrealisten, deren Anteil am Gesamtumsatz bei etwa 48,4 Millionen Pfund lag, teilten sich ein Belgier und ein Spanier die höchsten Preise. René Magrittes Versammlung zahllos reproduzierter Herren mit Anzug und Melone hinter einem geöffneten Fenster unter dem Titel „Le mois des vendanges“ von 1959 blieb mit 8,5 Millionen Pfund allerdings erheblich unter den Erwartungen von mindestens 10 Millionen Pfund und wurde um 200.000 Pfund von einer spielerisch-kreativ gestalteten „Peinture“ Joan Mirós aus dem Jahr 1925 übertroffen (Taxe 9 bis 14 Millionen GBP). An dritter Stelle landete Mirós erfinderische Küstenlandschaft „Le piège“ aus dem Jahr 1924 mit skurrilen Tieren und Mischwesen aus Mensch und Pflanze für 4,4 Millionen Pfund (Taxe 3 bis 5 Millionen GBP). Von den anderen Meistern konnte nur Max Ernst mit seiner düsteren Landschaftsfantasie „Cage, forêt et soleil noir“ von 1927 für taxgerechte 2,55 Millionen Pfund einigermaßen mithalten.

In den Tagesauktionen am 24. März erregte vor allem eine Hamburger Privatsammlung Aufmerksamkeit, die sich auf avantgardistische Werke der Zwischenkriegszeit spezialisiert hatte und gut 3 Millionen Pfund zum Umsatz von 10,8 Millionen Pfund beitrug. Kurt Schwitters’ collagierte Merzzeichnung „Mz 170. Leere im Raum“ von 1920 kletterte auf 350.000 Pfund (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP) und ein holzschnittartiges Selbstbildnis Conrad Felixmüllers aus dem Jahr 1922 auf stolze 570.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 250.000 GBP). Für Franz Wilhelm Seiwerts stilisiertes Figurenensemble „Freudlose Gasse“ von 1927 mit Polizist, vornehmem Herrn und Prostituierten orientierten sich die Kunden an der oberen Schätzung von 180.000 Pfund.

Erfolgreich platzierten sich zudem Richard Oelzes unheimliche surreale Landschaft „Meine Nacht hat keinen Mond (In grünem Licht)“ von 1954 bei 90.000 Pfund (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP) und Hannah Höchs Zeichnungscollage „Poesie“ mit Wortfragmenten von 1922 bei 85.000 Pfund (Taxe 35.000 bis 55.000 GBP). Für eine abstrakte Komposition von 1928 unter dem Titel „Fragments de figure à l’ensemble des plans“ von Otto Freundlich, der 1943 im Konzentrationslager Majdanek oder Sobibor ermordet wurde, mussten die Bieter den Rekordzuschlag von 450.000 Pfund aufbringen (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), ebenso für Edmund Kestings fast bis zur Unkenntlichkeit aufgelöste „Rote Mühle“ von 1920 bei 60.000 Pfund (Taxe 30.000 bis 40.000 GBP).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



04.04.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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