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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Viele ausländische Künstler stießen bei der Kunst des 19. Jahrhunderts im Wiener Dorotheum auf große Gegenliebe. Das Publikum delektierte sich aber genauso an österreichischen Malern. Nur einmal blieb es auffällig spröde

Wohliges Beisammensein



Ferdinand Georg Waldmüller, Vorbereitung zum Weinlesefest, 1860

Ferdinand Georg Waldmüller, Vorbereitung zum Weinlesefest, 1860

Darstellungen des einfachen Landlebens erfreuten sich im Biedermeier einer großen Beliebtheit und waren somit auch bei der Versteigerung der Kunst dieser Zeit im Dorotheum in Wien reichlich vertreten. Auffällig waren dabei insbesondere zwei lebensfrohe Stücke Ferdinand Georg Waldmüllers. Sein Gemälde von 1860 zeigt vergnügte junge Menschen beim Tanzen, Girlandenhängen und Spielen: Eine lustig neckische Szene der „Vorbereitungen zum Weinlesefest“, nach deren Unbekümmertheit sich in unseren Corona-Wochen sicher viele sehnen. Doch nicht nur das friedfertige Thema, sondern auch Waldmüllers Könnerschaft von der atmosphärischen Lichtregie bis zu den handwerklich fein ausgeführten Details überzeugten das Publikum. Die anvisierten 120.000 bis 180.000 Euro waren da schnell vergessen und der Hammer fiel erst bei hohen 240.000 Euro. Immerhin noch 70.000 Euro spielte Waldmüller dann mit seiner drei Jahre jüngeren kleinen Tafel „Der Besuch der Großeltern“ ein, die eine ähnlich familiäre und freudvolle Stimmung charakterisiert. Das nicht ganz so präzis ausgeführte Werk war auf 80.000 bis 140.000 Euro geschätzt.


Insgesamt setzte das Dorotheum mit seiner letzten großen Auktion „Gemälde des 19. Jahrhunderts“ netto 2,5 Millionen Euro um und vermittelte mit dem Nachverkauf 70 Prozent der aufgerufenen Lose. Die Bieter zeigten sich dabei kauffreudig und übertrafen einige Male die Erwartungen, dennoch blieb mit Olga Wisinger-Florians Sommertag „Im Bauerngarten“ das auf 250.000 bis 350.000 Euro geschätzte Prunkstück des Abends liegen. Die österreichische Stimmungsimpressionistin ist sonst eigentlich ein Granat für einen Verkauf. Die Sammler richteten ihren Fokus häufig auf ausländische Künstler und unbekanntere Positionen mit dem Reiz der Neuentdeckung. Eine solche machten die Liebhaber mit dem Österreicher Anton Romako. Sein Porträtpaar mit dem Bildnis des Architekten Wilhelm Bücher samt der von ihm wiedererrichteten Stiftskirche von Admont im Hintergrund sowie seiner Gattin Therese Bücher schoss von 35.000 Euro auf 100.000 Euro. Romakos märchenhafte Holztafel „Kamptalnymphe unter einer Rosenhecke“ brachte zusätzlich 26.000 Euro ein (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Verzaubernde Frauenbilder

Bei den Frauendarstellungen begeisterte Federico Zandomeneghis „Femme arrangeant des œillets“ aus feinen Pastellstrichen. Die impressionistischen Effekte ließen die junge Frau mit ihrem Blumenbouquet bei 75.000 Euro auf fast das Doppelte der oberen Taxe von 40.000 Euro klettern. Naturverbunden und idyllisch geht es auch bei Nikolai Bogdanov-Belsky zu, der seine lettgallischen Mädchen in ein „Schattiges Plätzchen“ mit Sonnenlichtflecken unter einen Baum setzte und dafür 32.000 Euro erntete (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Weniger weit ausgeführt aber detailverliebt aquarellierte Giovanni Boldini 1877 seine „Pianista in abito settecentesco“. In einem locker drapierten Kleid mit herabgerutschten Trägern präludiert die Neorokoko-Schönheit auf einem Empire-Tafelklavier vor herrschaftlichen Wandgemälden und erreichte ohne Anstrengung die oberen anvisierten 70.000 Euro. Etwas länger musste Madame Lebreton, die Tochter des Industriellen Andrea Antonini aus dem Veneto, für ihre Übernahme arbeiten. Die glamourös in schwarzer Abendgarderobe von Eugen von Blaas im Jahr 1908 Porträtiere verabschiedete sich erst im Nachverkauf für 120.000 Euro (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Mehr der Muße des Spiels und der Natur gibt sich eine junge Frau mit einem kleinen Jungen an den Stufen zu einem Gewässer hin. Antikisierende Architektur und eine prächtige Skulptur im lauschigen Garten machen den Charme von Henryk Siemiradzkis schmalen Hochformat aus, bei dem die Gebote schon bei 50.000 Euro stockten (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Näher an seine Protagonistin rückte Hans Makart um 1874 heran. Im Profil nach links porträtierte er eine junge Dame mit blumengeschmückten Mantel und floralem Hut in fast weltentrücktem Kummer. Die Expertenmeinung ging von bis zu 25.000 Euro aus und lag damit 20.000 Euro unter dem Endergebnis. Einem großen Stoff widmete sich Makart, indem er Wagners Ring der Nibelungen bildlich umsetzte. 1882/84 entstand so „Die Versenkung des Nibelungenhortes im Rhein“ für 46.000 Euro mit einer gekonnt summarischen Malweise, die die Funktion als Entwurf für ein größeres Deckengemälde vermuten lässt (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Tagesszenen

Alltägliches inszenierte 1878 der Venezianer Giacomo Favretto. Den „Gerissenen Ärmel“ näht gerade eine sitzende, ländlich gekleidete Frau vor einem Scheunentor im warmen Sommerlicht, vor dem sie der Strohhut schützt. Mit 44.000 Euro hatte das Dorotheum für die Tafel nicht gerechnet und die Schätzung nur mit 15.000 bis 20.000 Euro angegeben. Der Spanier Mariano Barbasán Lagueruela fuhr mit seinen „Spielenden Kindern in Anticoli Corrado“, um die im idyllischen Dörfchen Hühner auf dem kargen Boden wuseln, den nächsten Erfolg ein. Das stimmungsvolle Gemälde von 1907, in dessen Hintergrund sich der Ausblick über eine weite Hügellandschaft erstreckt, wechselte für 36.000 Euro den Besitzer (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Im kalten Schnee, aber nicht weniger bewegt und erfreut sind die Menschen bei Mosè Bianchis Winteransicht mit verschneiten Straßen in Mailand von 1888, die ein Sammler für einträgliche 24.000 Euro mitnahm (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Geschäftig geht es bei Franz Roubaud zu. In seiner farbenfrohen orientalischen Marktszene sind Händler zu Pferde mit ihren Kollegen zugange, die vor einem zeltartigen Stand feilschen und unerwartete 32.000 Euro erlösten (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Die „Verdiente Pause“ legt ein älterer Herr dann bei Alexander Michailowitsch Gerassimow ein, der auf einem Holzstapel mit Axt vor seiner Vesper sitzt. Für den bärtigen Herren überschlugen sich nochmals die Gebote bis zu letztlich 24.000 Euro (Taxe 7.500 bis 9.500 EUR). Urige Gestalten wie dieser Mann sind Spezialität und Markenzeichen Eduard von Grützners, der unter anderem mit der 1891 entstandenen Leinwand „Klarer Wein“ vertreten war. Für 22.000 Euro blickt der Mönch als Kellermeister zufrieden mit dem Ergebnis seiner Arbeit auf ein hochgehaltenes Glas (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Hochprozentiges spielt gleichsam bei Leonid Pasternaks geselliger Musikrunde von 1912 eine Rolle. Die Buntstiftzeichnung mit dem Maler Konstantin Alexeievitch Korovin beim Gitarrespielen im Kreis seiner Gäste als Version von Pasternaks Kompositionen „Alte Lieder“ schnellte auf 22.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Eine Bankensammlung für die Zukunft junger Künstler

In der Rubrik „Art for Future“ offerierte das Dorotheum einen Teil der Sammlung der UniCredit Group. Die Bank fördert seit langem zeitgenössische österreichische Künstler und möchte diesen Schwerpunkt mit den Erlösen aus den Verkäufen von Gemälden des 19. Jahrhunderts vertiefen. Allen voran stand dabei die Biedermeiermalerin Rosalia Amon mit ihrer Tafel „Die welke Rosenknospe“ von 1847 für 45.000 Euro, die ein Kind unter Beobachtung seiner Mutter vorsichtig vom Stock getrennt hat (Taxe 36.000 bis 45.000 EUR). Amons Stillleben „Blumenstück mit Kamelien in Silbervase“ von 1844 ging außerhalb der Bankensammlung zudem für 26.000 Euro weg (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Unter „Art for Future“ lief wieder Rudolf von Alt mit seinem Dorfaquarell „Spätsommer in Liezen“ von 1879 für 24.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Mit seinem Ölgemälde „Wanderer im Salzkammergut bei der Klause am Grundlsee mit dem Traunabfluss“ von 1838 spülte sein Vater Jakob Alt weitere 28.000 Euro in die Kasse für junge Künstler (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Unter den jüngeren Stücken fanden Robert Russ mit dem 22.000 Euro teuren „Hafen von Riva am Gardasee“ um 1912 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und Alfred Zoff mit seiner vom Impressionismus geprägten Küste „Campo Maria an der Adria“ an der oberen Schätzgrenze von 18.000 Euro einen Abnehmer.

Tanzende Lichter am Wasser

Gewässer mit ihren spiegelnden und impressionistischen Effekten lockten auch im weiteren Verlauf der Versteigerung. Lea von Littrows „Sonniger Tag am alten Hafen“ in Italien stellt genau diese in den Fokus und stieg mit der fleckig dynamischen Malweise auf ungeahnte 55.000 Euro (Taxe 8.000 bis 15.000 EUR). Den Kontrast der Lichtwirkung steigerte Ivan Konstantinovich Ajvazovskij noch weiter, indem er 1884 seinen kleinformatigen „Blick auf den Bosporus mit der Hagia Sophia und dem Jungfrauenturm im Mondlicht“ als Nachtszene anlegte, was die Bieter aber nur zu 65.000 Euro hinriss (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Bunter und im gleißenden Licht des Südens ist dann wieder Konstantin Ivanovich Gorbatovs Hafen von „Chioggia“ für 26.000 Euro gehalten (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Mehr verzückte noch die feiner und realistischer gemalte Ansicht von Venedig im Abendrot eines unbekannten Künstlers des 19. Jahrhunderts. Die Bieter umwarben das Querformat mit der Prachtsilhouette von Dogenpalast, Campanile und Santa Maria della Salute bis weit über die Expertenmeinung von 8.000 bis 12.000 Euro. Einer schlug erst bei 50.000 Euro die andern aus dem Rennen. Weiter südlich war Ippolito Caffi unterwegs und hielt die Via Appia im ähnlich warmen rötlichen Licht mit einigen aufwändig gekleideten Figuren im Vordergrund für 22.000 Euro fest (Taxe 22.000 bis 26.000 EUR). Gerade die Sonne inspirierte ebenso Markus Pernhart, der um 1860 die gotische Kirche in Heiligenblut mit Blick auf den Großglockner hell erstrahlt und mittig inszenierte und damit gegen Ende der Versteigerung nochmal auf hohe 46.000 Euro kam (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



26.03.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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