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Heinz Mack wird 90. Nicht nur die Museen, sondern auch der Kunstmarkt hofiert den ZERO-Gründer

Ein akrobatischer Lichtsezierer



Heinz Mack 2019 bei der Präsentation seiner neuen Werkgruppe der Collagen in der Galerie Geiger in Konstanz

Heinz Mack 2019 bei der Präsentation seiner neuen Werkgruppe der Collagen in der Galerie Geiger in Konstanz

Fällt der Name Heinz Mack, ist man sofort geneigt, Otto Piene und Günther Uecker hinzuzufügen. So sehr sind im allgemeinen Gedächtnis die drei Hauptakteure der 1957 in Düsseldorf gegründeten Gruppe ZERO miteinander verschmolzen. Schon bald verschaffte sich das Trio internationale Reputation mit Arbeiten, die in der Unendlichkeitszone zwischen klassischen Zuständen und sich wandelnden neuen unbekannten Zonen verharren. Dabei spielt im Werk von Heinz Mack das Licht die zentrale Rolle, dessen Strukturen und Immaterialität durchgängig im Fokus seines vielgestaltigen Œuvres stehen. Seine Plastiken, Grafiken, Fotografien, Installationen, Collagen oder Pastelle wurden bislang auf weit über 300 Einzelausstellungen präsentiert und sind weltweit in über 200 Museen zu besichtigen. Heute tritt der am 8. März 1931 im hessischen Lollar geborene Künstler in sein neuntes Lebensjahrzehnt ein. Mit großer Energie und Leidenschaft, mit Akribie, Forscherdrang und unbeirrten Selbstbewusstsein geht er nach wie vor täglich seinen Projekten nach.


Nach seiner Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf sowie Philosophiestudium an der Universität Köln wirkte Mack von 1956 bis 1964 als Kunsterzieher. Am Anfang seines künstlerischen Schaffens widmete er sich der Malerei, mit der er zwischen 1963 und 1991 aussetzte. Denn schon recht früh standen nach Aufenthalten in der Sahara, in Algerien und Marokko ab 1958 Licht-, Wasser- und Windskulpturen im Fokus seiner Interessen. Abseits klassischer Bildhauermaterialien konzentrierte sich Heinz Mack unter Verwendung von Aluminium, Glas, Plexiglas, Messing oder Edelstahl auf die Rolle als ästhetischer Lichtforscher. Mit den Oberflächen seiner Werkstoffe versuchte er, eine Immaterialität zu erzeugen, die hinter den Materialien zurücksteht. Vor den Objekten schweben scheinbar Schemen oder Luftbilder, die sich durch Glänzen, Strahlen, Blenden und Reflektieren des Lichteinfalls von den Oberflächen ablösen.

In einem nächsten Schritt folgten auf monochrome Reliefs Rasterzeichnungen, deren zufällige Vibrationen im Jahr 1959 zu den ersten elektrisch angetriebenen Lichtrotoren und Lichtstelen führten. Im Anschluss kreierte Heinz Mack Spiegel, Flügel, Prismen und Kuben, die das eingefallene Licht brechen, verzerren und unterschiedliche Trugbilder aufdecken. Das Reale verschwimmt mit dem Objekt. Damit trug sich Mack den Ruf als Künstler- oder Handwerkeringenieur ein. Zugleich stieß er mit den Sahara-Projekten 1968 und 1976 in die Land Art vor. Im Sinne eines schöpferischen Aktes untersuchte er hier die Energie des Lichtes bei der Immaterialisierung von Materialien.

Nachhaltig ins öffentliche Bewusstsein rückte Mack im Laufe der Jahre durch Interventionen in öffentlichen Räumen. Am Beginn der Akzentuierung spezieller Orte durch atmosphärische Zonen standen 1961 in einer Leverkusener Schule zwei 13 Meter hohe „Sahara-Reliefs“ aus Beton. Danach weitete sich das baugebundene öffentliche Werkschaffen enorm aus. Das neue Bonner Postministerium stattete er 1987 mit einer vor einem Metallrelief herunterstürzen Wasserwand aus – ein flirrendes, gleitendes, vibrierendes Schauspiel. Zu den spektakulärsten Projekten gehören die im Jahre 2000 realisierten sieben 13 Meter hohen Edelstahlstelen vor den Gebäuden der Essener Hypothekenbank AG oder die Lichtgestaltung für den Kölnturm im Kölner Mediapark.

Mit dem Comeback der ZERO-Bewegung seit etwa 20 Jahren honoriert auch der Kunstmarkt das Werk von Heinz Mack. Zwar ist er noch nicht in den Millionen-Bereich vorgedrungen, wie sein Kollege Günther Uecker, doch Preise in der Sechstelligkeit sind keine Seltenheit mehr. Sie gelten vor allem den frühen Arbeiten aus den ersten zwanzig Jahren seiner Karriere. An der Spitze steht seit November 2018 Macks „Kleiner Urwald“. Für die aus feinsten Aluminiumgittern bestehende, silbrig glänzende Naturnachahmung ließ der Düsseldorfer Unternehmer Fritz Bagel im Kölner Auktionshaus Van Ham netto 800.000 Euro springen. Das Lichtrelief von 1966 in großem Format, in dem sich Mack mit Lichteffekten und Assoziationen von Pflanzenformen auseinandersetzte, schenkte Bagel dem Düsseldorfer Museum Kunst Palast. Dass auch die internationalen Auktionshäuser kräftig bei der ZERO-Kunst mitmischen, zeigen die nachfolgenden Preise, die allen Macks frühen schwarz-grau-weißen Rasterbildern gelten: 420.000 Euro für „Die Vibration der Stille“ von 1959 bei Christie’s in Paris, 400.000 Euro für den „Schleier zu Sais“ von 1962 bei Christie’s in Amsterdam oder 500.000 Dollar „Für Picabia“ von 1958 bei Sotheby’s in New York.

Seit 1967 hat Heinz Mack seinen Wohn- und Arbeitssitz auf dem Huppertzhof in Mönchengladbach. Hier kehrte er nach fast drei Jahrzehnten im Jahr 1991 mit „Chromatischen Konstellationen“ zur Leinwandmalerei zurück. Im Gegensatz zu den Gemälden vor 40 Jahren fällt das gleißend strahlende Kolorit auf, das zwischen Tiefe und Flächigkeit changiert. Bei der malerischen Zerlegung des Lichtes fühlt sich der Künstler in den Primär- und Regenbogenfarben nebst Zwischentönen zu Hause. Begleitet werden die Farbfluten von Modulationen schwarz-weißer Strukturen, Raster- und Gitterbilder. Licht und Nicht-Licht gehören für Mack zusammen. Neben den lichthaltigen Bildern und immateriellen Plastiken unterstreichen Glasfenster, Keramiken oder Collagen den Facettenreichtum seines Werkschaffens. Neue Collagen zeigen auf die Spitze gestellte Schichtungen quadratischer Elemente oder quer liegende Farbabfolgen klassischer „Chromatiken“. Mittels der Collage illustriert Heinz Mack nun überzeitliche Grundthemen seines bisherigen Werks: Licht, Struktur, Kinetik und Orient. Sich zwischen den Zeiten, verschiedenen Kulturkreisen und Welten, zwischen Technik und Forschung zu bewegen und immer wieder an Vertrautes anknüpfen, das alles erfasst die Kunst von Heinz Mack auf ausdrucksstarke einnehmende Weise.

Seinen 90. Geburtstag feiert Heinz Mack heute im Museum Kunst Palast in Düsseldorf. Dort eröffnet er seine Ausstellung um 19 Uhr digital mit einem persönlichen Künstlergespräch. Dies sei ein besonderer Höhepunkt, ließ Museumsdirektor Felix Krämer mitteilen, und freut sich auf einen unvergesslichen Geburtstagsabend mit dem Jubilar. Ab Mittwoch ist dann die Schau, die schwerpunktmäßig sein Frühwerk aus den 1950er bis 1970er Jahren in den Blick nimmt und die innovativen Neuerungen und den revolutionären Geist von Macks Schaffen aufzeigt, mit Zeitfenstertickets für Besucher zugänglich.

www.kunstpalast.de/mack



08.03.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Heinz Mack in seiner Ausstellung im Düsseldorfer Museum Kunst
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Heinz Mack in seinem Atelier in Mönchengladbach, 2013

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Heinz Mack in seiner Ausstellung im Düsseldorfer Museum Kunst Palast

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