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ohne Titel / Günther Uecker

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Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

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Nautiluspokal / Franz von  Stuck

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Holzvogel 1990 / Doris Ziegler

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gezielte Auswahl und Zurückhaltung prägten die Auktion Alter und Neuerer Meister bei Grisebach in Berlin. Doch bei bestimmten Werken ließ das Publikum die Zügel locker

Entwurf für den König



Martin Schongauer, Johannes auf Patmos, um 1480

Martin Schongauer, Johannes auf Patmos, um 1480

„Kunst des 19. Jahrhunderts“ hatte das Berliner Auktionshaus den ersten Programmpunkt seiner jüngsten Versteigerungstage betitelt. So ganz stimmte das nicht, denn unter die knapp 150 Losnummern hatten sich auch einige Altmeister gemischt, und das durchaus mit einigem Erfolg. Besonders zwei druckgrafische Arbeiten hatten es den Interessenten angetan. Gleich das erste Los, eines der wenigen noch in Privatbesitz befindlichen Exemplare von Martin Schongauers spätgotischem Kupferstich „Johannes auf Patmos“ beim Schreiben seines Evangeliums mit Erscheinung der Gottesmutter aus der Zeit um 1480, konnte seinen Wert von 10.000 bis 15.000 Euro auf 20.000 Euro verbessern. Wenig später ging es um Lucas Cranachs d.Ä. datierten erotischen Holzschnitt „Das Parisurteil“. Das ebenso großformatige wie aufwendig gestaltete Blatt von etwa 1508 machte den gleichen Preissprung wie der Schongauer.


Nur knapp die Hälfte der angebotenen Werke konnte Grisebach am 2. Dezember unter die Leute bringen, ein für das Berliner Auktionshaus enttäuschender Wert, der sich aber mit dem Nachverkauf noch auf übliche erfolgsverwöhnte 70 Prozent steigerte, womit brutto 1,46 Millionen Euro generiert wurden. Mit 110.000 Euro den höchsten Zuschlag erlangte erwartungsgemäß Carl Gustav Carus’ annähernd DIN-A4-große Leinwand „Schiffsmühle auf der Elbe bei Dresden“ von 1826. Die romantische Landschaft im Abendrot mit grafisch feiner Mondsichel kehrt in die sächsische Heimat ihres Schöpfers zurück (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Den zweiten Platz besetzte eine Altmeisterin: Anna Dorothea Therbuschs rokokoheiteres „Selbstbildnis als Flora“, geschaffen wohl während der Pariser Zeit der gebürtigen Berlinerin in den späten 1760er Jahren, kletterte von 25.000 Euro auf 45.000 Euro. Bis nach der Auktion musste Cornelis de Heem warten, um mit seinem farbintensiven Arrangement von Pfirsichen, Trauben, Pflaumen, Kirschen und einem Weinglas vor dunklem Hintergrund bei 38.000 Euro den Absprung zu schaffen (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Das gewohnt internationale Programm bei Grisebach umfasste ein nah an den Betrachter herangerücktes Stillleben mit Primel, zwei Sperlingen und Katze des Dänen Martinus Rørbye von 1823 für 36.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) ebenso wie das hochformatige Gemälde „Der Chor der Kapuziner“ in der Kirche Santa Maria dell’Immacolata Concezione in Rom, mit dem der Franzose François-Marius Granet 1819 im Pariser Salon wegen der ungewöhnlichen Lichteffekte großes Aufsehen erregt hatte. Rund fünfzehn Mal wiederholte er das Motiv, eines dieser Exemplare ging jetzt für 24.000 Euro über die Bühne (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Den gleichen Preis erzielte Carl Rottmanns um 1835 auf Basis einer Griechenland-Reise geschaffene Ölstudie „Ägina mit dem Apollotempel“, die als Entwurf für ein größeres Wandbild in München vorgesehen war, dem bayerischen König Ludwig I. aber weniger gefiel als eine alternative Ansicht des Aphaiatempels auf derselben Insel (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Aus dem späteren 19. und frühen 20. Jahrhundert sind Max Liebermanns impressionistische Ölstudie „Aus Etzenhausen – Gartenwirtschaft“ von 1879 für 34.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR) und Karl Wilhelm Diefenbachs symbolistischer Frauenrückenakt „Frage an die Sterne“ in weißer Gischtwolke von 1901 für 40.000 Euro zu nennen (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Die obere Schätzung von ebenfalls 40.000 Euro erreichte Richard Müllers stupend realistische Ansicht der „Ruine Bösig“ aus dem Jahr 1906. Mindestens diesen Wert hätte auch Carlos Schwabes „L’heure du faune“ von 1920 einspielen sollen. Doch erst im Nachverkauf verabschiedete sich die ausgewöhnlich große und beeindruckend detailreiche Rötelzeichnung des bocksbeinigen Gesellen beim Panflötenspiel für 28.500 Euro. Von Max Klinger waren sowohl ein Exemplar seiner berühmten Grafikfolge „Ein Handschuh“ von 1881/93 für 22.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), als auch die einen Meter hohe Bronzefigur „Badende“ von 1896/97 für 32.000 Euro begehrt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Bei den kleinen Preisen sprang ein vor 1841 naturalistisch ausgearbeiteter Hase mit Disteln und Blaumeise aus der Hand des Wiener Malers Carl Franz Gruber von 4.000 bis 6.000 Euro auf 8.500 Euro. Auf 6.000 Euro vervierfachte sich die obere Taxe einer weiß gehöhten Federzeichnung, mit der Johann Heinrich Wilhelm Tischbein Ende des 18. Jahrhunderts in klassizistischer Manier und auf Basis einer literarischen Vorlage einen jungen Mann beim intensiven Nachdenken über den Bau eines Bootes verbildlichte. Bei den sieben Zeichnungen Adolph von Menzels – sonst ein Garant für rege Abnahme – hielten sich die Käufer diesmal auffallend zurück. Während der Versteigerung wurden nur das frühe Blatt eines Kutschengespanns aus den 1840er Jahren für 7.000 Euro und die charakteristische Studie einer nach unten blickenden Dame mit Hut von 1892 bei 12.000 Euro jeweils taxkonform übernommen. Eine für die Entstehungszeit um 1826 ungewöhnlich kühle, fast neusachlich anmutende Ansicht des Castell dell’Ovo in Neapel von André Giroux versechsfachte ihre untere Schätzung auf 18.000 Euro.

23.000 Euro kostete ein 1870 datiertes Seestück Jean Antoine Théodore Gudins, bei dem sich das aufgewühlte Meer in einem aufgerissenen Wolkenhimmel zu spiegeln scheint (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Eine heimische Felsenpartie des Norwegers Peder Balke bei nicht minder stürmischem Seegang fiel dagegen von 30.000 Euro auf 22.000 Euro. Die Freude Max Pietschmanns an den Lichteffekten anlässlich eines Lampionfestes um 1900 teilten mehrere Bieter so sehr, dass sie sich um die mittelgroße Leinwand von 6.000 bis 8.000 Euro bis auf 20.000 Euro hochschaukelten. Erst bei 15.000 Euro ließ sich Osmar Schindlers charmanter „Römischer Knabe mit Bildhauerwerkzeug“ von circa 1897 bitten, dem die Ehre des Titelloses zuteil geworden war (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



16.02.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Zuschlag: 24.000,- EURO

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Martinus Rørbye, Stillleben mit einer Primel in einem Blumentopf, einer Katze und zwei Sperlingen, 1823

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Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 36.000,- EURO

Losnummer: 177

Max Pietschmann, Lampionfest, um 1900

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Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

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Carl Gustav Carus, Schiffsmühle auf der Elbe bei Dresden, 1826

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