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In Dresden stellt eine Präsentation Fragen nach dem Wert händisch gefertigter Werke in heutiger Zeit und thematisiert ihr Verhältnis zur Kunst

Das Handwerk stirbt nie



Theresa Rothe, Verregnete Tage mit vereinzeltem Sonnenschein, 2020

Theresa Rothe, Verregnete Tage mit vereinzeltem Sonnenschein, 2020

Als Wolke arrangiert, gibt es Blumen zum Empfang. 3500 rosafarben und rot getönte Kunstblumen mit einigen andern bunten Einsprengseln hängen im Japanischen Palais in Dresden von der Decke herab und spiegeln sich im Boden. Theresa Rothe, Meisterschülerin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, spielt in ihrer Arbeit „Verregnete Tage mit vereinzeltem Sonnenschein“ auf das Ungleichgewicht zwischen der Wertschätzung einer handgefertigten Arbeit und der billig erhältlichen Replikate von Großunternehmen an. Daneben liegen in einer Vitrine Kunstblumen, die Heide Steyer für die Haute Couture kreiert. Die Queen, Vivienne Westwood, Dior und viele andere gehören zu ihren Abnehmern. Kunstblumen werden seit der Antike in allen Kulturen aus dekorativen, religiösen oder modischen Beweggründen verwendet. Gefertigt aus Seide, Papier, Federn aber auch Kunststoffen, wurden sie eigens von Blumenmachern geschaffen, einem Handwerk, das sich Anfang des 18. Jahrhunderts in Sachsen etabliert hat. Heute ist die „Blumenmacherei“ fast zum Erliegen gekommen; Steyers Kunstblumenmanufaktur in Wallroda bei Radeberg ist eine der letzten in Europa. Doch schon die antiken Geschichtsschreiber wussten: Das Handwerk stirbt nie.


Das Wachstum der Menschheit ist aufs engste verbunden mit der Erfindung von Werkzeugen. Kreativität, Leidenschaft, Erfahrung und Wissen im Umgang mit Materialien zeichnen technische Errungenschaften wie die Kunst gleichermaßen aus. Die enge Verkettung des Handwerks mit künstlerischen Leistungen und deren Relevanz in der schnelllebigen digitalen Welt von heute beleuchten derzeit die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in einer von sinnlicher Poesie durchzogenen Schau. 110 eigene Exponate aus allen Gattungen und Epochen verdeutlichen dabei die Unerschöpflichkeit der Bestände, ohne auch nur ansatzweise ermüdend zu wirken. Alle sechs Ausstellungssäle durchziehen fotografische Installationen, die Donata Wenders eigens für die Schau entwickelt hat. Audiovisuell lenkt sie in der „Ode an das Handwerk“ den Blick auf Materialien, Arbeitsvorgänge, Schönheit und Qualität der handwerklichen Sparten in ihrer eindringlichen Bildsprache.

Im als „zeitgenössische Kunstkammer“ inszenierten dritten Saal ergründet die Kuratorin Noura Dirani, wie allgegenwärtig das Handwerk in den Dresdner Kunstsammlungen ist. Fast 50 Artefakte aus volkskundlichen, naturkundlichen oder ethnografischen Beständen versammeln sich zu einem durchmischten Panorama aus verschiedenen Zeiten und Kulturen. Speziell eine niederländische Tulpenvase aus den Jahren um 1700 in der Form eines römischen Triumphbogens verdeutlicht in ihrem vielfältigen Farb-, Form-, Dekor- und Materialspektrum, wie sehr Techniken, Kolorit und Beschaffenheit stets Gegenstand eines globalen kulturellen Austausches waren. In der Saalmitte versammeln sich diverse Stücke von einem ägyptischen Siegelamulett, antiken Salb- und Ölgefäßen, neuzeitlichen japanischen Keramiken, einer von Ludwig Teubner gestaltete Taschenuhr aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bis hin zu einer Skulptur von Auguste Rodin, indonesischer Batik oder in Klöppelarbeit hergestellten Spitzen aus Sachsen. An den Wänden hängende Musterflächen der Deckengemälde des gerade rekonstruierten Paradeschlafzimmers im Dresdener Residenzschloss zeigen, welch wichtige Funktion das Handwerk auch heute noch erfüllt. Die auf Basis zahlreicher Studien entwickelten Arbeitsproben dienten einem zwölfköpfigen Restauratorenteam als Grundlage für die Wiederherstellung der vom Hofmaler Louis de Silvestre gefertigten Originaldecken.

Ein Klappern und Anschlagen von Webschiffchen durchdringt den folgenden Raum, der dank Donata Wenders’ audiovisueller Installation den Rhythmus einer anderen Zeit vorgibt. Das vorwiegend weiblich konnotierte und in allen Kulturen beheimatete Handwerk der Weberei ist seit rund 30.000 Jahren nachweisbar. Die Auswahl von Webutensilien bereichern ein von Wanda Bibrowicz entworfenes Jugendstilplakat der Schlesischen Werkstätte für Kunstweberei oder der von Zaha Hadid um 1990/91 gestaltete Wollteppich „Berlin“. Die britisch-irakische Architektin und erste weibliche Pritzker-Preisträgerin schuf neben epochalen Bauten auch Bühnenbilder, Messepavillons oder eben Teppiche.

Im Folgenden geht es um die Fabrikation von Schuhen und deren Rolle als Schutz, Statussymbol oder modisches Accessoire, ironisch kommentiert durch ein „Statement“ von Georg Herold, der durch die museale Präsentation einer alten Wollsocke diese zum Kunstwerk erhebt. Den Abschluss bildet der im Jahr 2018 als immaterielles UNESCO-Kulturerbe eingestufte Blaudruck. Gewonnen aus der Indigopflanze wurde der Farbstoff im 17. Jahrhundert von den Niederländern in Europa eingeführt. Der kräftige Farbstoff des Indigo, aus dem Griechischen übersetzt „aus Indien“, galt um 1800 als Symbol für den eleganten Lifestyle, wie Textilien exemplarisch belegen. Heute existieren in Deutschland nur noch zwölf Blaudruckwerkstätten, die allerdings mit chemisch produzierten Farben arbeiten.

Als weiteres Highlight und praktische handwerkliche Tätigkeitgeht geht in zwei separaten Sälen die Restaurierung des „Damaskuszimmers“ in die Schlussphase. Viele der 3500 historischen Wohnhäuser in der Altstadt von Damaskus besaßen einen kunstvoll ausgestatteten Empfangsraum. Auf seiner Reise ins damalige Osmanische Reich erwarb der Sammler Karl Ernst Osthaus im Jahr 1898 neben vielen Artefakten auch eine Wand- und Deckenvertäfelung des um 1810 entstandenen syrischen Zimmers, das in seinem Hagener Museum nie ausgestellt wurde. Erst nach Osthaus’ Tod entdeckten es 1930 die Erben und vermachten es dem Dresdner Museum für Völkerkunde, wo es verpackt im Depot gelagert wurde. Nach 90jähriger Benutzung und 100jähriger Aufbewahrung haben Staub und Dreck die dekorativen Malereien stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach der Wiederentdeckung im Jahr 1997 begann die voraussichtlich bald vollendete Restaurierung. An Stahlgestellen hängen bereits gereinigte und wiederhergestellte Wandteile, während die Deckenpaneele noch der Behandlung bedürfen. Inmitten des installierten „Damaskuszimmers“ platzierte die türkischstämmige Glaskünstlerin und Designerin Feleksan Onar 41 Glasvögel. Mit Unterschieden in der Gestaltung will Onar auf individuelle Biografien verweisen sowie Fragen nach Heimat, Exil und Flucht evozieren. Damit schlägt die sinnlich wie instruktiv gestaltete Schau erneut den Bogen in die Jetztzeit.

Leider war die Ausstellung „Inspiration Handwerk“ viel zu kurz zu sehen und wird auch nicht über den 21. Februar verlängert. Eindrucksvoll sind aber die filmischen Portraits, die Donata Wenders von einzelnen traditionellen Handwerkskünsten und den Menschen dahinter erstellt hat. Sie sind unter blog.skd.museum/mediathek/donata-wenders-ode-an-das-handwerk/ abrufbar. Zudem ist ein kostenloses Begleitheft erschienen.

Kontakt:

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Taschenberg 2

DE-01067 Dresden

Telefon:+49 (0351) 49 14 20 00

Telefax:+49 (0351) 49 14 20 01

E-Mail: besucherservice@skd-dresden.de

japanisches-palais.skd.museum/ausstellungen/inspiration-handwerk/



15.02.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


05.09.2020, Inspiration Handwerk

Bei:


Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Bericht:


Blaue Wunder erleben

Variabilder:

Das
 Damaskuszimmer
Das Damaskuszimmer

Variabilder:

Das
 Damaskuszimmer mit der Installation „Perched“ der Glaskünstlerin und Designerin Feleksan Onar
Das Damaskuszimmer mit der Installation „Perched“ der Glaskünstlerin und Designerin Feleksan Onar

Variabilder:

Theresa Rothe, Verregnete Tage mit vereinzeltem Sonnenschein, 2020
Theresa Rothe, Verregnete Tage mit vereinzeltem Sonnenschein, 2020

Variabilder:

in der Ausstellung „Inspiration Handwerk“
in der Ausstellung „Inspiration Handwerk“

Variabilder:

Wanda
 Bibrowicz, Plakat der Schlesischen Werkstätte für Kunstweberei, Oberschreiberhau 1911/19
Wanda Bibrowicz, Plakat der Schlesischen Werkstätte für Kunstweberei, Oberschreiberhau 1911/19







Das Damaskuszimmer

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Das Damaskuszimmer mit der Installation „Perched“ der Glaskünstlerin und Designerin Feleksan Onar

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Theresa Rothe, Verregnete Tage mit vereinzeltem Sonnenschein, 2020

Theresa Rothe, Verregnete Tage mit vereinzeltem Sonnenschein, 2020

in der Ausstellung „Inspiration Handwerk“

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Wanda Bibrowicz, Plakat der Schlesischen Werkstätte für Kunstweberei, Oberschreiberhau 1911/19

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in der Ausstellung „Inspiration Handwerk“

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