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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Geldsegen für die Kunst des 19. Jahrhunderts: Mit der Münchner Schule, Impressionisten und einigen Bronzefiguren fuhr Ketterer sein bestes Jahresergebnis ein

Reizend und beschaulich



Pierre-Auguste Renoir, Portrait de femme, um 1885

Pierre-Auguste Renoir, Portrait de femme, um 1885

Das Ideal der schönen Pariserin – Pierre-Auguste Renoir schuf es unter anderem mit seiner Pastellstudie einer jungen Dame in modischer schwarzer Garderobe, die durch hellblauen Blumenschmuck und ein ebensolches Tüllband unter dem Kinn farblich akzentuiert ist. Das rundliche, von krausem Haar gerahmte Antlitz der sympathischen Französin entlockte einem kalifornischen Sammler 197.000 Euro und setzte sich damit, wie erhofft, bei Ketterer in München an die Spitze der Objekte des 19. Jahrhunderts. Ein für Renoir charakteristisches Spätwerk aus der Serie der Rosenstilleben um 1915 in pastos aufgetragenen, hellen Rot-, Gelb- und Blautönen kehrte dann für 135.000 Euro nach Frankreich zurück. Die beiden Arbeiten konnten ihren unteren Schätzpreis in etwa verdoppeln und zählen zu sechs Losen, die Zuschläge im sechsstelligen Bereich erzielten.


Wie die Abteilungsleiterin Sarah Mohr bestätigte, lief die Auktion am 12. Dezember mit einer losbezogenen Zuschlagsrate von 82 Prozent samt Nachverkauf exzellent; die Versteigerung trug brutto knapp 2 Millionen Euro zum Jahreserlös von 3,7 Millionen Euro in dieser Sparte bei – das bisher beste Ergebnis für die Neueren Meister bei Ketterer. Der Münchner Auktionator konnte sogar einen Weltrekord verzeichnen: Ein europäischer Sammler bot die Summe von 120.000 Euro für Carl Philipp Fohrs Aquarell „Ruine Frankenstein“ aus dem „Skizzenbuch der Neckargegend“ vom Winter 1813/14. Mit diesem hatte sich der früh verstorbene Romantiker erfolgreich um eine Anstellung bei der Erbprinzessin Wilhelmine von Baden beworben. Veranschlagt war das Blatt, auf dem vier Personen in einer felsigen Landschaft Schutz vor einem Gewitter suchen, das von der auf einer Anhöhe gelegenen Burgruine herüberzieht, mit 25.000 bis 35.000 Euro.

In der Landschaftsmalerei punkten insbesondere Ansichten von Seen, denen teilweise erstaunliche Preissprünge gelangen. Das schilfbestandene, bereits herbstlich braun eingefärbte Ufer eines kleinen Kanals in Ferch am Schwielowsee mit einem verlassenen Kahn von Carl Schuch brachte bei Ketterer 24.000 Euro ein (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Einen kleinen Nebenarm desselben Sees, den sein Freund Karl Hagemeister um 1882 im Frühling mit hohem Gras, Sträuchern, Laubbäumen und zwei Spaziergänger nahe dem Ort Caputh malte, sprach die Gemüter der Bieter an und schoss von 18.000 Euro auf mit 44.000 Euro. Eine weitere, japanisch anmutende, Ansicht der herbstlichen Uferlandschaft des Schwielowsees – Hagemeister setzte darauf gekonnt knorrige Kiefern und Seerosen in silbrigem Grün hinter ockerfarbenen Gräsern in Szene – verlangte mit 130.000 Euro sogar das Sechzehnfache seiner unteren Schätzung von 8.000 Euro. Und auch mit den dynamischen, gischtgekrönten Wellen am Strand von Rügen, denen sich der preußische Künstler um 1912 während seines Malprozesses aussetzte, bestätigte Ketterer wie schon in der Frühjahrsauktion die in den vergangenen Jahren deutlich gewachsene Zugkraft Hagemeisters. Sie animierten die Käufer zu 105.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Das zwei Jahre zuvor entstandene Gemälde des majestätischen österreich-schweizerischen Gebirgszugs Silvretta von Edward Theodore Compton wechselte für den oberen Schätzpreis von 40.000 Euro den Besitzer. Während der Preis keine neuen Höhen erklomm, bestieg der englische Maler wagemutig den 2.823 Meter hohen Hochmaderer, um die fotorealistische Ansicht der schroffen, schneebedeckten Gipfel zeichnerisch vorzubereiten. Ebenfalls detailliert und mit topografischer Genauigkeit gestaltete Claus Bergen 1922 seinen Panoramablick auf den Bodensee und die fast gänzlich vom Wasser umgebene Stadt Lindau vor der Kulisse der Alpen. Die fotografische Schärfe des extremen Querformats würdigten die Bieter mit 6.000 Euro an der oberen Schätzgrenze. Mehr Engagement entlockte Otto Pippel den Käufern mit seiner sommerlichen Gartenszene einer Frau beim Hacken des Kohlbeets. Sie kletterte von 3.000 Euro auf 20.000 Euro. Impressionistisch blieb es mit der Reiterallee „Aus Baden-Baden“, in der sich Otto Dill 1946 Max Liebermann anschloss. 15.000 Euro waren sein Lohn (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Die Genremalerei hielt gleichfalls einige Überraschungen bereit, etwa eine biedermeierliche detailreiche Szenerie am Walchensee von Carl Friedrich Heinzmann. Vor der Kulisse des Herzogstandes und dem barocken Kloster St. Anna und Joachim legen vier Männer in einem Kahn nahe eines kleinen Bauerndorfes vom Ufer ab; der eine hat schon seine Flinte ergriffen, während der andere noch genussvoll an seiner Pfeife zieht. Das aus dem Jahr 1820 stammende, Gemütlichkeit, bäuerliches Leben und Jagdvergnügen verbindende Gemälde konnte seine Bewertung von 4.000 bis 6.000 Euro auf 22.000 Euro verfünffachen. Auch für die netzflickenden Fischer am Chiemsee von Josef Wopfner hieß es „Petri Heil“, sie stachen für 11.000 Euro mit strahlenden Aussichten in neue Gewässer (Taxe 6.000 bis 8.000 Euro).

Heinrich von Zügels idyllisches Gemälde „Sonnige Weide“ von 1890, auf dem ein Schäfer seine Herde auf einer saftig grünen Wiese grasen lässt, brillierte auf Grund seiner impressionistischen Lichtstimmung und des feinen Pinselstrichs. Die 51.000 Euro knüpfen an frühere Hochzeiten des Münchner Tiermalers an (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Carl Spitzwegs „Nachtwächter bei Mondschein, Hund und Katze“ von circa 1870 ermahnt nun seinen neuen spanischen Besitzer an seine Pflichten und konnte sich bei 130.000 Euro nicht über mangelnden Zuspruch beklagen (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Hoch hinaus ging es für Spitzwegs Studie zum Gemälde „Der arme Poet“, die er um 1836 auf die Doppelseite eines Skizzenbuches bannte. Die spendablen Bieter beehrten den malenden Denker mit sagenhaften 37.000 Euro, die den Aufrufpreis um das Zwölffache übertrafen. Dass hier das berühmte Motiv im Vordergrund stand, machte Spitzwegs zweite Zeichnung mit einem strickenden Kanonier um 1848 deutlich, die bei marktüblichen 2.200 Euro verharrte (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Auch auf die holde Weiblichkeit konnte Ketterer bauen. So verdreifachte Gotthardt Kuehls Interieur um 1890 mit einem Blick durch eine Tür auf eine jüngere und eine ältere Frau am Gartenfenster seinen Wert auf 9.000 Euro, und Edward Cucuels nachdenkliche Schönheit am Wasser auf seinem rund zwanzig Jahre jüngeren, impressionistischen Gemälde „Spätsommer“ freute sich über 48.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Eine von der Tänzerin Loïe Fuller inspirierte, schwungvolle Damenstatue aus der Hand Franz von Stucks eroberte in einem fließenden, ihre weiblichen Reize betonenden Gewand die Herzen – oder mit 34.000 Euro vielmehr die Geldbeutel der Interessenten (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Stucks ebenso sinnliche, wie kampfbereite reitende Amazone von 1897 bezwang ihren Schätzpreis von 15.000 bis 20.000 Euro ebenfalls mit Leichtigkeit und ging aus dem Bietergefecht mit 48.000 Euro siegreich hervor. Stucks ikonografisch ungewöhnliches Ölgemälde des ersten Menschenpaares mit seinem Sohn Kain, dem Adam gerade einen Apfel reicht, legte mit dem oberen Schätzpreis von 90.000 Euro eine Punktlandung hin.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



14.01.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

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12.12.2020, Kunst des 19. Jahrhunderts

Bei:


Ketterer

Bericht:


Hört, ihr Herrn, und lasst euch sagen

Kunstwerk:

Carl Spitzweg, Strickende Wacht (Der Kanonier), um 1848
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Kunstwerk:

Carl Spitzweg, Der arme Poet, um 1836
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Heinrich von Zügel, Sonnige Weide, 1890
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Carl Philipp Fohr, Ruine Frankenstein, 1813/14
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Edward Theodore Compton, Silvretta vom Hochmaderer, 1910
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Franz von Stuck, Adam und Eva (Die Familie), 1912
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Carl Spitzweg, Nachtwächter bei Mondschein, Hund und Katze, um 1870

Carl Spitzweg, Nachtwächter bei Mondschein, Hund und Katze, um 1870

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 130.000,- EURO

Losnummer: 304

Heinrich von Zügel, Sonnige Weide, 1890

Heinrich von Zügel, Sonnige Weide, 1890

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 51.000,- EURO

Losnummer: 312

Carl Spitzweg, Der arme Poet, um 1836

Carl Spitzweg, Der arme Poet, um 1836

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 37.000,- EURO

Losnummer: 303

Edward Theodore Compton, Silvretta vom Hochmaderer, 1910

Edward Theodore Compton, Silvretta vom Hochmaderer, 1910

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 342

Carl Spitzweg, Strickende Wacht (Der Kanonier), um 1848

Carl Spitzweg, Strickende Wacht (Der Kanonier), um 1848

Taxe: 1.200 - 1.500 EURO

Zuschlag: 2.200,- EURO

Losnummer: 302

Carl Philipp Fohr, Ruine Frankenstein, 1813/14

Carl Philipp Fohr, Ruine Frankenstein, 1813/14

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 120.000,- EURO

Losnummer: 315

Franz von Stuck, Adam und Eva (Die Familie), 1912

Franz von Stuck, Adam und Eva (Die Familie), 1912

Taxe: 70.000 - 90.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 354

Karl Hagemeister, Bewegte See mit gischtenden Wellenkämmen, um 1912

Karl Hagemeister, Bewegte See mit gischtenden Wellenkämmen, um 1912

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 105.000,- EURO

Losnummer: 360

Pierre-Auguste Renoir, Rosen, um 1915

Pierre-Auguste Renoir, Rosen, um 1915

Taxe: 70.000 - 90.000 EURO

Zuschlag: 135.000,- EURO

Losnummer: 366




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