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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Hohe Zuschlagsquoten und herausragende Einzelergebnisse für die Kunst des 20. Jahrhunderts und die Schweizer Abteilung haben Koller in vorweihnachtliche Festlaune versetzt

Der Berg kreißt



Ferdinand Hodler, Thunersee mit Niesen, 1912/13

Ferdinand Hodler, Thunersee mit Niesen, 1912/13

Weit über den Erwartungen schloss die Versteigerung von Ferdinand Hodlers Ölgemälde „Thunersee mit Niesen“ im Züricher Auktionshaus Koller ab: Auf 1,2 bis 1,8 Millionen Franken angesetzt, schoss die stilisierte blaue ätherische Landschaft mit dem fast achsensymmetrisch zur Bildmitte hin ansteigenden Berg nach längerem Telefongefecht schließlich auf 3,5 Millionen Franken. Die Attraktivität der mit 85 Zentimetern Breite eher mittelgroßen Leinwand von 1912/13 lag nicht zuletzt in ihrer Marktfrische: Während einer Ausstellung in Solothurn wurde sie im Mai 1913 von der Urgroßmutter des jetzigen Einlieferers erworben. Gegenüber einem kauffreudigen Publikum hatte Koller noch mit zwei weiteren Hodlers Erfolg. So ließ sich seine große weibliche Kopfstudie zu dem Gemälde „Blick ins Unendliche“ von 1915/18 erst bei 850.000 Franken und damit etwa dem Doppelten der Schätzung bitten, und die frühe Landschaft „Fischende Kinder am Ufer der Arve“ aus den späten 1870er Jahren verbesserte sich von 100.000 Franken auf 155.000 Franken. Lediglich der symbolostische „Mäher“ um 1910 enttäuschte etwas bei 650.000 Franken anstelle der anvisierten unteren 800.000 Franken, und die 1910 datierte „Tanne am Bach“ blieb bei 750.000 bis 950.000 Franken unveräußert.


Erwartungsgemäß konnten die übrigen Angebote auf der zweittägigen Versteigerung von Kunst des 19. bis frühen 21. Jahrhunderts innerhalb und außerhalb der Schweiz nicht mit Hodlers Millionenbild mithalten. Dennoch zeigte sich Koller mit den Verkäufen am 4. und 5. Dezember äußerst zufrieden und sprach von starken Resultaten und enthusiastischen Bietgefechten. Diese führten zu hohen Zuschlagsquoten: Bei keiner der vier Abteilungen blieb mehr als ein Viertel der Lose liegen, die wertmäßige Verkaufsrate bezifferte Koller mit 135 Prozent der Schätzpreissumme. Bei der Schweizer Kunst, die sich losbezogen zu 87,2 Prozent verabschiedete, folgte auf Hodler an vierter Stelle Albert Ankers realistisch eingefangenes „Schreibendes Mädchen“ bei den Hausaufgaben zur unteren Grenze von 450.000 bis 650.000 Franken. Auch Ankers Aquarell einer Kartoffeln schälenden und zugleich lesenden jungen Frau ließ sich mit 38.000 Franken gut an (Taxe 22.000 bis 32.000 SFR).

Von den zahlreichen Landschaften der Neueren Meister waren Johann Gottfried Steffans weite Voralpengegend mit Schafherde und Hirte von 1859 bei 24.000 Franken (Taxe 7.000 bis 12.000 SFR) und Gustave Castans diesiges Bergtal „Le lac d’Oeschinen sur Kandersteg“ mit drohender Gewitterkulisse bei 17.000 Franken gefragt (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR), während Robert Zünds braver Blick auf den Vierwaldstättersee mit rastendem Wanderer und Mädchen im Vordergrund von 50.000 Franke auf 40.000 Franken nachgab. 220.000 Franken gab es für Giovanni Giacomettis fröhlich-bunte Dorfpartie in Capolago im Winter aus dem Jahr 1932 (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR) und 110.000 Franken ebenfalls im Rahmen der Schätzung für Giovanni Segantinis symbolistisches Pastell eines schwer beladenen Bergarbeiters bei der „Letzten Mühe des Tages“ von 1884/86. Turo Pedrettis farblich verfremdete Bergwelt „Die Schlucht“ von 1953 positionierte sich einträglich bei 18.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR). Eine weitere Überraschung bot Gottardo Segantinis pointillistischer Sonnentag „Rückkehr im Winter“ von 1955 für 240.000 Franken, dem Doppelten der oberen Schätzung.

Auch die Figurenbilder lagen in der Gunst der Bieter, etwa Félix Vallottons kühler Rückenakt „Baigneuse aux mouettes“ von 1919, der von 70.000 Franken auf 150.000 Franken kletterte. Cuno Amiet beteiligte sich mit dem fast achsensymmetrischen und daher hieratischen „Bildnis Susanna Michel-Mühlemann“ von 1903 vor blühender Frühlingswiese bei 80.000 Franken (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR), während er in seinem nun 48.000 Franken teuren „Bildnis Anne-Marie“ von 1925 seiner Ornamentfreude freien Lauf ließ (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Maurice Barraud hatte mit seiner auf eine Stuhllehne hingesunkenen „Paresseuse“ bei 11.000 Franken Glück (Taxe 3.000 bis 4.000 SFR), Alois Carigiet mit einer Familie, die zur Winterzeit des Jahres 1962 mit einem Schlitten durchs Dorf zieht, bei 90.000 Franken (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR). Zu diesen Leistungen gratulierte Augusto Giacometti mit einem atmosphärischen gelben Mimosenstrauß von 1935 bei 72.000 Franken (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR).

Gelegentlich stießen auch Kollers außerschweizerische Künstler in sechsstellige Preisregionen vor. Pierre-Auguste Renoirs kleine Ölstudie „L’allée d’arbres“ in freundlichen Kolorit von circa 1900 platzierte sich mit 190.000 Franken etwa in der Mitte der Schätzung, ebenso wie Alexej von Jawlenskys querformatige, schnell hingeworfene Landschaft „Herbst I“ von 1904 für 105.000 Franken. Karl Schmidt-Rottluffs farbenfrohe „Spessarttannen“ schafften sogar – obwohl ein Spätwerk von 1950 – stolze 370.000 Franken und damit etwa das Doppelte der Schätzung. Kein Glück hatte Koller mit Auguste Herbins neusachlicher „Femme au cerisier“ von 1924, die vorläufig an 140.000 bis 200.000 Franken scheiterte; vor gut sieben Jahren war das Bild am selben Ort noch für netto 130.000 Franken über den Tresen gegangen. Von 15.000 bis 25.000 Franken auf 65.000 Franken steigerte sich Käthe Kollwitz’ schwarze Kreidezeichnung einer Arbeiterfrau, die 1906 als eine von mehreren Vorstudien zu einem Plakat der Heimarbeit-Ausstellung entstand.

Bei den Zeichnungen waren zudem Ernst Ludwig Kirchners aquarellierte Davoser Bergwelt von 1917/19 bei 43.000 Franken (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR) und ein beidseitig mit einer Schmiede und einer Cafészene bekritzeltes Blatt von Alberto Giacometti um 1965 bei 32.000 Franken auf Erfolgskurs (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Über Wertzuwächse durften sich noch Oskar Mulley mit 53.000 Franken für sein über steilem Abgrund hingespachteltes Bergkirchlein von 1933 (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR) und Alberto Savinio mit 46.000 Franken für sein surrealistisches, über dem „Balcone“ schwebendes Auge von 1937 freuen (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Die gepflegte Tristesse in Bernard Buffets grauem Stillleben „Assiette et vase de fleurs bleues“ von 1957 honorierten die Bieter mit 75.000 Franken (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR).

Ähnlich gut war der Zuspruch mit 83 Prozent verkaufter Positionen bei der zeitgenössischen Kunst, etwa mit abstrakten Arbeiten wie Mark Tobeys „Circular Rhythms“ von 1965 für 100.000 Franken (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR), seiner noch kleinteiligeren Temperastruktur von 1967 für 95.000 Franken (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR) oder Maurice Estèves buntem Formenspiel „Calcarone“ von 1978 für 140.000 Franken (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Hisao Domotos gestische Komposition von 1958, die an Stürme oder ein gepeitschtes Meer erinnert, gab sich erst mit 35.000 Franken zufrieden (Taxe 18.000 bis 24.000 SFR). Vor allem das rot-gelb gepunktete frühe „Rasterbild 2“ Otto Pienes von 1957 hatte es der Kundschaft mit einem Zuschlag bei 210.000 Franken angetan (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Auch seine schwarze runde Feuergouache „Black Siren“ blieb bei 24.000 Franken nicht unentdeckt (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Vera Molnars schwarz-weiße Ansammlung von „100 trapèzes“ in fünf Reihen aus dem Jahr 1976 verfünffachte ihren Wert auf 50.000 Franken.

Auf der gegenständlichen Seite hatten zwei Entwürfe der Verhüllungskünstler Christo und Jeanne-Claude die größten Erhöhungen verbuchen. Das 1987 in Japan und den USA geplante Projekt „The Umbrellas“ wechselte mit den blauen Schirmen für 320.000 Franken den Besitzer, während für die etwas kleinere Zeichnung zum gelb verpackten Pont Neuf in Paris 220.000 Franken heraussprangen (Taxen zwischen 120.000 und 200.000 SFR). Arik Brauers fantastische Mensch-Natur-Utopie „Bienenhaus“ von 1961 konnte 48.000 Franken aus sich vereinen (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR), Jim Dines 1993 erstellte Kohle- und Aquarellarbeit eines typischen „Patched Heart #2“ 36.000 Franken (Taxe 10.000 bis 18.000 SFR). Robert Combas’ knalliges Mischwesen „Personnage de maintenant Redpeaunongle et regard en cul de trompe“ von 1986 schlich sich erst bei 35.000 Franken aus dem Auktionshaus (Taxe 12.000 bis 16.000 SFR).

Die Grafik-Offerte konnte Koller zu 93 Prozent fast komplett absetzen, so schon gleich zu Beginn die rund zwei Dutzend Losnummer umfassende Suite mit Arbeiten Félix Vallottons. Vor allem der Holzschnitt „Le Bain“ von 1894 aus einer Auflage von hundert Exemplaren erwies sich mit einem Ergebnis von 40.000 Franken als begehrt (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR). Den Höchstpreis erzielte mit 90.000 Franken Pablo Picassos schwarz-weißer Linolschnitt „Grand tête de Jacqueline au chapeau“ als zerlegte mehransichtige Gesichtsform von 1962 (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). In seine linienbetonte Lithografie „Françoise au Nœud dans les Cheveux“ von 1946 investierten die Bieter 44.000 Franken (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Henry Moores entwurfsartige Radierung „Five Scupltures Ideas“ von 1979/80 schloss mit 11.000 Franken ab (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR), Joan Mirós kleine freundliche Welt „Tir à L’Arc“ von 1972 mit 13.000 Franken (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR).

Unter den jüngeren Künstlern feierte Andy Warhol mit einem großformatigen Blatt aus seiner „Campbell’s Soup I“-Serie von 1968 für 85.000 Franken (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR) und einer schrillen, rot-gelb-grünen „Marilyn Monroe“ aus dem Jahr 1967 für 80.000 Franken die größten Erfolge (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Dahinter folgte bei 60.000 Franken Roy Lichtensteins 1993 datiertes Spätwerk „Les Nymphéas“ (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Daneben reüssierten Frank Stellas achtteilige Farblithografiefolge „V-series“ von 1968 bei unerwarteten 55.000 Franken (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR), Yayoi Kusamas rot-gelb-grüne Serigrafie „Flowers“ von 1999 im Punkte- und Netzstil bei 24.000 Franken (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR) und Banksys schwarzer „Rude Copper“ im Street Art-Stil von 2002, der nun für 50.000 Franken seinen Stinkefinger hebt (Taxe 37.000 bis 55.000 SFR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



23.12.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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