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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Vor allem die Stars der Druckgrafik waren bei Bassenge in Berlin gefragt. Dennoch gab es für besondere Blätter nicht so geläufiger Künstler ebenfalls steile Wertentwicklungen

Heimvorteil für Dürer



Albrecht Dürer, Die Melancholie (Melencolia I), 1514

Albrecht Dürer, Die Melancholie (Melencolia I), 1514

Betrübt den Kopf in die Hand zu legen, wie es das geflügelte menschliche Wesen in Albrecht Dürers Kupferstich von 1514 tut, dazu besteht eigentlich kein Grund. Denn Dürers Werke allgemein und seine vieldeutige „Melencolia I“ im Besonderen schnitten bei der Auktion für Druckgrafik von Bassenge sehr gut ab: Sieben Schöpfungen des Nürnbergers dominieren die Liste mit den höchsten Preisen. Der späte Druck der geheimnisvollen „Melancholie“ führt sie mit 30.000 Euro an und übertraf die ursprüngliche Wertvorgabe um 5.000 Euro. Dahinter rangiert Dürers Kupferstich „Der Spaziergang“ von 1498. Mit 16.000 Euro blieb das sittsam einherschreitende elegante Pärchen, dem ein Knochenmann mit Sanduhr aber schon das Ende vor Augen führt, allerdings hinter der Erwartung von 18.000 Euro zurück. Mit dem dritten Platz scheint sich die Dame in Dürers Blatt „Der Bauer und seine Frau“ nicht ganz zufriedengeben zu wollen. Miesepetrig blickt sie vor sich hin, obgleich das Schlussgebot von 15.000 Euro nicht zu verachten ist und nur 1.000 Euro unter der Schätzung lag. Die Fühlung auf Rang vier – dazwischen schob sich gewitzt Franz Anton Maulbertsch – hält mit 11.000 Euro der zum Gebet auf die Knie gesunkene heilige Hubertus von 1501. Trotz einiger Retuschen und einer Fehlstelle übertraf Dürers tierreiche Waldgegend mit Burg im Hintergrund ihre Taxe sogar um 2.000 Euro.


Alte Meister

Ausgerechnet „Das schlafende Schwein“ von Rembrandt schließt sich mit 10.000 Euro an den heiligen Jäger an. Gerade in den 1630er Jahre setzte sich der Amsterdamer Meister mit scheinbar bildunwürdigen Sujets auseinander. Wie sich allerdings die Kinder des Bauern um die Sau gruppieren, die menschliche Nähe gewohnt scheint, zeugt von Rembrandts Fähigkeit, seine Bildinhalte durch treffende Charakterisierungen zu beleben (Taxe 7.500 EUR). Weitere Arbeiten Rembrandts fanden zwar Absatz, allerdings gab es keine großen Ausreißer. Sein „Flötenspieler“ von 1642 ist eines der wenigen Objekte, das die Einschätzung hinter sich lassen konnte. Der Musikant, der verstohlen unter den Rock seiner Zuhörerin linst, ging für 5.500 Euro weg (Taxe 4.000 EUR), ebenso wie die exquisit mit Licht- und Schattenwirkungen agierende „Große Kreuzabnahme“ von 1633 (Taxe 4.500 EUR), während sich seine Radierungen „Das Reitergefecht“ von 1629 und „Petrus und Johannes an der Pforte des Tempels“ von 1659 schon mit jeweils 6.000 Euro abfanden (Taxe je 7.500 EUR). Gänzlich verschmäht wurde das am teuersten bewerteten Stück des gesamten Kataloges: Rembrandts Landschaft „Der Obelisk“ für 35.000 Euro. Der Frühdruck ist noch im Nachverkauf für 30.000 Euro zu haben.

Weit oben, allerdings nach Dürer, platzierten sich die Werke Pieter Bruegels d.Ä. Zwölf Blätter mit jeweils einem Paar Bauernköpfe verdreifachten fast die veranschlagten 3.000 Euro auf 8.500 Euro. Beinahe ebenso gut schnitt mit 8.000 Euro Bruegels allegorische Darstellung des guten Hirten ab. Auf dem von Philips Galle umgesetzten Kupferstich von 1565 sieht man Christus, der sich um seine Lämmer sorgt, während ihn Neider zu bestehlen suchen (Taxe 3.500 EUR). Ebenfalls einen guten Preis erzielte Lucas Cranach d.Ä. Seine „Buße des heiligen Chrysostomus“ von 1509, die durch einen Hirsch und den Bildaufbau an Dürers heiligen Hubertus erinnert, überwand die Bewertung von Bassenge um 2.500 Euro und brachte 6.500 Euro ein. Bei Jan Saenredams vier allegorischen Kupferstichen einer Jahreszeitenfolge von 1601 nach Hendrick Goltzius langten die Käufer mit 4.000 Euro kräftig zu, ebenso bei Albrecht Altdorfers 35 kleinen Holzschnitten aus der 40teiligen Folge „Sündenfall und Erlösung des Menschengeschlechts“ mit 4.200 Euro (Taxe je 2.500 EUR), während sie sich bei Jacques Bellanges manieristischer Radierung „Die Heilige Familie mit der heiligen Katharina, Johannes dem Täufer und einem Engel“ mit 5.000 Euro etwas zurückhielten (Taxe 6.000 EUR).

Grafik des 19. Jahrhunderts

Insgesamt lag die Kunst des 15. bis 17. Jahrhunderts am 25. November mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von gut 75 Prozent über dem allgemeinen Schnitt von etwas über 70 Prozent. Das geringste Interesse entfiel auf die Werke des 19. Jahrhunderts; nur etwas mehr als 61 Prozent der Posten wurde hier veräußert. Hohe Preise stellte der Romantiker Johan Christian Dahl auf. Seine „Norwegische Seeküste während eines Sturmes“ stürmte von 1.800 Euro auf 4.000 Euro. Dahls Gegensatz zu diesem Unwetter, ein ruhig in der Landschaft stehender Bauernhof an einem Tannenwald, erzielte immerhin 2.000 Euro (Taxe 1.200 EUR). Dazu passt für 1.200 Euro die Rückenansicht eines betenden Mönches von Friedrich Overbeck. Die Kapuze tief in die Stirn gezogen, erkennt man weder Gesicht noch die das Kreuz haltenden Hände: Eine typische Schöpfung eines Nazareners (Taxe 450 EUR). Samuel Amslers feinsinniges „Bildnis des Malers Carl Philipp Fohrs“, das er 1818 nach einer Zeichnung Johann Carl Barths radierte, freute sich ebenfalls über 1.700 Euro (Taxe 600 EUR). Martialischer geben sich zwei Kreidelithografien mit Reitersoldaten von Alexander Orlowski aus dem Jahr 1820. Auf jeweils 2.400 Euro angesetzt, müssen sich sowohl die wild aussehenden Baschkire, als auch die feschen kurdischen Kavalleristen in Montur der postnapoleonischen Ära mit 1.800 Euro beziehungsweise 2.000 Euro begnügen.

Grimmig und Furcht einflößend gestaltete der Klassizist Luigi Sabatelli 1809/10 seine Bilder zur Apokalypse des Johannes mit markantem Figurenpersonal. Die vollständige sechsteilige Radierfolge verabschiedete sich erst im Nachverkauf bei 4.000 Euro (Taxe 6.000 EUR). Ferdinand Schmutzers Radierung „Das Joachim-Quartett“ von 1904 spielte für 2.800 Euro auf (Taxe 2.000 EUR), die beiden Katzen auf Théophile Alexandre Steinlens Probedruck seines Ausstellungsplakats „À la Bodinière: Exposition de l’œuvre dessiné et peint de T. A. Steinlen“ von 1894 schnurrten erst bei 3.800 Euro (Taxe 3.500 EUR), und Jan Toorops elegisches Bildnis seiner Tochter „Charley voor het raam“ aus dem Jahr 1902 gab sich bei 4.000 Euro siegesgewiss (Taxe 2.400 EUR). Die beste Erfolgsgeschichte beim 19. Jahrhundert lässt sich von James Ensors schauriger Szene „Squelettes voulant se chauffer“ von 1895 erzählen. Die vier Jahre später in der Zeitschrift „La Plume“ publizierte Radierung mit Gerippen, die sich mit Pelz und Zylinder bekleidet haben und an einem Kohleofen wärmen, klettere von 600 Euro auf 4.500 Euro.

Kunst des 18. Jahrhunderts

Ein Vorläufer derartiger grausiger Erfindungen war Francisco de Goya mit seinem Zyklus „Los Caprichos“ am Ende des 18. Jahrhunderts. Darin verurteilte er Gewalttätigkeiten, Irrglauben, Habgier, Hurerei sowie Hexenwahn und prangerte die damalige Doppelmoral der dekadenten spanischen Gesellschaft an. Blatt 14 mit dem Titel „Que sacrificio!“ und Blatt 74 „No grites, tonta“ aus der Folge standen jeweils für 2.400 Euro zum Verkauf. In der Auktion fiel der Hammer bei beiden schon für 2.000 Euro. Besser lief es für die Werke Giovanni Battista Piranesis, so zum Beispiel für eine Ansicht des Petersdoms mit den Säulengängen Berninis, die für 3.200 Euro den Besitzer wechselte (Taxe 1.500 EUR). Vielleicht des Gruselfaktors wegen war der vierte Bogen seiner „Carceri“ noch einträglicher. Der düstere Kerkerraum mit seinen gespenstischen Perspektiven und Ausblicken wurde für 4.000 Euro abgegeben (Taxe 2.500 EUR). Mit einer ebenso interessanten Bildkomposition überzeugte Claude-Nicolas Ledoux. Auf seiner Radierung blickt man in ein großes Auge, in dessen Iris und Pupille das Theater von Besançon gespiegelt ist. Das für ein Architekturtraktat entstandene Werk von 1804 verließ erst bei 7.000 Euro das Auktionshaus (Taxe 2.400 EUR). Der Clair-obscur-Holzschnitt eines stehenden Mannes im Profil mit Schale in der Hand, den Antonio Maria Zanetti 1723 von vier Blöcken in Graublau und drei verschiedenen Rottönen druckte, war bei 3.000 Euro erfolgreich (Taxe 1.800 EUR).

Für die größte Überraschung bei Werken des 18. Jahrhunderts sorgte Franz Anton Maulbertschs religiöse Erfindung „Jesus reicht den Gläubigen das Abendmahl“. Von dem Österreicher, der vor allem als Kirchenfreskant bekannt ist, existieren wenige eigenhändige Radierungen. Eine von diesen wurde hier für 3.000 Euro aufgerufen und gibt zahlreiche Personen in expressiven Haltungen wieder. Die Gewandfalten, die Lichtführung und vor allem der wechselnde Maßstab der Figuren erinnern an ein Altargemälde. Es ist kaum zu glauben, dass Maulbertsch dieses Meisterwerk „nur“ als Radierung schuf; kein Wunder, dass zuletzt stolze 12.000 Euro dafür fällig waren. Anschmiegsamer präsentierte sich Jean Ouvriers Kupferstich „L’Origine de la peinture ou les portraits à la mode“. Um 1770 griff der Franzose auf ein Gemälde seines Freundes Johann Eleazar Zeissig zurück und persiflierte die damals überaus beliebten Silhouettenportraits nach Schattenwürfen. Hierfür nahm er nun 3.600 Euro ein (Taxe 1.200 EUR). Giovanni Antonio Canals Ansicht des venezianischen Palazzo delle Prigioni erinnert an den Hauptzweck der druckgrafischen Künste: Auflagenstärke, Austausch und Vernetzung. Die auf 1.500 Euro geschätzte und nun 3.200 Euro teure Radierung sorgt ausgerechnet mit der Darstellung des venezianischen Gefängnisses für Fernweh.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



14.12.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Jörg Berghammer

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