Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 24.03.2021 24.03.2021: Auktion Internationale Kunst bis 1900 und Schweizer Kunst

© Beurret Bailly Widmer Auktionen AG

Anzeige

ohne Titel / Günther Uecker

ohne Titel / Günther Uecker
© Galerie Luther


Anzeige

Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Nautiluspokal / Franz von  Stuck

Nautiluspokal / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Holzvogel 1990 / Doris Ziegler

Holzvogel 1990 / Doris Ziegler
© Döbele Kunst Mannheim


Anzeige

Ohne Titel, 2015 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2015 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische sowie Schweizer Kunst beim Züricher Auktionshaus Koller

Symmetrischer Berg



Ferdinand Hodler, Thunersee mit Niesen, 1912/13

Ferdinand Hodler, Thunersee mit Niesen, 1912/13

„Ich liebe die Klarheit in einem Gemälde und darum liebe ich den Parallelismus“, schrieb der Schweizer Maler Ferdinand Hodler 1904 über seine Beweggründe für die häufig streng und abgezirkelt wirkende Gestaltung seiner Bilder. Auch die Landschaft „Thunersee mit Niesen“ aus den Jahren 1912/13 ist ein Beispiel für dieses Prinzip. Über der fast mittig auf der Leinwand platzierten horizontalen Linie des Sees ragt annähernd symmetrisch der Berg auf. Alles ist in ein dunstiges Blau-Grau gehüllt – passend zur Jahreszeit, in der dieses Gemälde nun in der Auktion „Schweizer Kunst“ bei Koller in Zürich verhandelt wird. Einlieferer sind Schweizer Privatleute, deren Urgroßmutter das Gemälde im Mai 1913 direkt aus einer Ausstellung des Kunstvereins in Solothurn erworben hatte. Seitdem war es häufig in weiteren Ausstellungen zu sehen, zuletzt in einer Hodler-Schau 2018/19 in Bern und Genf. Jetzt soll es für 1,2 bis 1,8 Millionen Franken versteigert werden.


Schweizer Kunst

Die Schweizer Kunst bietet am 4. Dezember in der zweitägigen Veranstaltung die teuersten Arbeiten. Von Ferdinand Hodler gibt es außerdem eine große Kopfstudie zu seinem mehrfigurigen Gemälde „Blick ins Unendliche“ von 1915/18 für 350.000 bis 500.000 Franken und das archetypische Ganzfigurenportrait „Der Mäher“ bei der Arbeit von circa 1910 für 800.000 bis 1,2 Millionen Franken. 750.000 bis 950.000 Franken soll die stilisierte, im Verhältnis zum „Thunersee mit Niesen“ aber nicht ganz so radikal progressiv inszenierte „Tanne am Bach“ von 1910 kosten. Das Frühwerk des Meisters wird durch die idyllische Impression „Fischende Kinder am Ufer der Arve“ von etwa 1878 für 100.000 bis 150.000 Franken repräsentiert. Solche preislichen Höhen wie bei Hodler sind für die übrigen Offerten nicht angedacht. Allenfalls Albert Ankers fleißigem „Schreibendem Mädchen“ bei den Hausaufgaben, das einst dem 1912 verstorbenen Politiker Adolf Deucher gehört hat, werden mit einer Bewertung von 450.000 bis 650.000 Franken größere Chancen eingeräumt.

Bei 150.000 bis 250.000 Franken bewegt sich Giovanni Giacomettis fröhlich buntfarbige Ablichtung einer verschneiten Dorfpartie in Capolago von 1932, 80.000 bis 140.000 Franken soll sein sechs Jahre älterer „Frühlingsregen“ in ebenfalls gesteigerter Farbigkeit einbringen. „Die letzte Mühe des Tages“ hat Giovanni Segantini 1884/86 symbolistisch als schwer beladenen Bergarbeiter in Kreide und Aquarell verschwommen aufs Papier gebannt (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Unter den kleineren Preisen sind außerdem der pointillistische Sonnentag „Rückkehr im Winter“ seines Sohnes Gottardo Segantinis von 1955 (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR), Cuno Amiets expressionistische „Gelbe Landschaft“ von 1920 (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR) und Turo Pedrettis farblich verfremdete Bergwelt „Die Schlucht“ von 1953 zu nennen (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR). Einen lyrischen Kubismus pflegte Gustave Buchet 1931 in seinem Ölgemälde zweier ruhig schippernder „Bateaux“ (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR), während Félix Vallottons Rückenakt „Baigneuse aux mouettes“ 1919 einen harten Glanz verstrahlt (Taxe 70.000 bis 100.000 SFR).

Impressionismus, moderne und zeitgenössische Kunst

Von bekannten Vertretern des Impressionismus und der klassischen Moderne aus dem Ausland sind am 4. Dezember überwiegend nur kleine oder späte Arbeiten zu haben, so etwa von Pierre-Auguste Renoir die um 1900 entstandene lichte Ölstudie „L’allée d’arbres“ für 160.000 bis 240.000 Franken oder von Alexej von Jawlensky die pastos aufgetragene Landschaft „Herbst I“ aus dem Jahr 1904 für 80.000 bis 120.000 Franken. Mit knapp neunzig Zentimetern Breite etwas größeres Format besitzen Karl Schmidt-Rottluffs koloristisch exaltierte „Spessarttannen“. Allerdings stammen sie erst aus dem Jahr 1950 und damit aus dem nicht mehr ganz so hochpreisigen Spätwerk des expressionistischen Malers (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR). Vier Jahre später hielt Otto Dix mit kraftvollem Pinselstrich, aber in recht gedeckten Farben „Blühende Bäume im Dorf“ fest (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Der 1860 geborene Franzose Léo Gausson ist in der Kunstwelt kaum ein Begriff, obwohl er sich mit seiner Dorfansicht „Thorigny. Soleil de juillet rue Aristide Briand“ von 1886 als früher und qualtiätvoller Vertreter des Pointillismus ausweist (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Als Zeichner treten Käthe Kollwitz mit ihrer eindrücklichen „Arbeiterfrau“ von 1906 (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR), Ernst Ludwig Kirchner mit seinem flott hingestrichelten Farbkreideblatt „Zwei Akte im Gespräch“ von 1925 (Taxe 22.000 bis 26.000 SFR), der Futurist Fortunato Depero mit seiner dichten Kohlezeichnung „Simultaneità metropolitane 2“ um 1944 (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR) und Ben Nicholson mit seiner dagegen zarten, nur auf die Umrisslinien der Gefäße beschränkten Arbeit „Ronco 29“ von 1958 (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Auguste Herbins neusachliches Gemälde „Femme au cerisier“ aus dem Jahr 1924 wurde bereits im Juni 2013 für netto 130.000 Franken bei Koller verkauft. Nun trennt sich der derzeitige Inhaber wieder von dem Bild, das mit 140.000 bis 160.000 Franken nur unwesentlich höher veranschlagt ist. Ein nachimpressionistisches Gemälde des tschechoslowakischen Malers Jan Hála von 1941, das eine junge Mutter mit der Kinderwiege unter einem blauen Sonnenschirm Kornfeld zeigt, wartet für 40.000 bis 60.000 Franken auf einen Abnehmer. Die Kunst der gehobenen Tristesse beherrschte Bernard Buffet in seinem Stillleben „Assiette et vase de fleurs bleues“ von 1957, das für 50.000 bis 70.000 Franken aus den Vereinigten Staaten eingeliefert wird.

Gegenstandslose Gemälde der 1950er und 1960er Jahre bestreiten den Beginn der Versteigerung zeitgenössischer Kunst am 5. Dezember, etwa Pierre Alechinskys fantasievolle „Serpent de mer“ von 1954 (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR) oder bräunlich eingefärbte, wirbelnde „Circular Rhythms“ von Mark Tobey aus dem Jahr 1965 (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR). Zahllose gelbe und rote Punkte auf dunklem Grund prägen das 1957 datierte „Rasterbild 2“ von Otto Piene, die er als „lichtschlüpfrig“ beschrieb (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Aus späterer Zeit ist Maurice Estèves buntfarbige, zeichenhafte „Calcarone“ von 1978 mit von der Partie (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Die Gegenständlichkeit kommt dann mit Christos ziemlich konkreter Planung für seine zahllosen blauen „Umbrellas“ in Japan von 1987 wieder ins Spiel (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR). Dieselbe Schweizer Privatsammlung will bei die zwei Jahre ältere Konzeptanordnung für die Verhüllung des Pariser Pont Neuf noch 120.000 bis 180.000 Franken sehen. Aus dem Frühwerk des politisch engagierten Brasilianers Cildo Meireles stammt das neoexpressive Gemälde des Gesichts eines indigenen Menschen von 1966 (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR), während Albrecht Schnider bei seinem schablonenartigen Kopf von 2008/09 die Züge durch ein weißes Oval ersetzt, damit das „Bild ihn anschaut“ (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR).

Eine stattliche Suite an Holzschnitten Félix Vallottons, entweder als Einzelstücke im niedrigen vierstelligen Bereich oder als zusammengehörige Konvolute für bis zu 30.000 Franken, bilden den Auftakt der Abteilung „Grafik und Multiples“. Ansonsten kommen vor allem die bekannten internationalen Namen zum Aufruf wie Pablo Picasso mit dem 1962 in fünfzig Exemplaren verbreiteten Farblinolschnitt „Grande tête de Jacqueline au chapeau“ (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR) oder Keith Haring mit einer orangegepunkteten gelben Pyramide, die von zwei Raumschiffen attackiert wird, aus dem Jahr 1983 (Taxe 35.000 bis 45.000 SFR). Andy Warhols erfreut uns mit einer schrillen „Marilyn Monroe“ aus dem Jahr 1967 für 80.000 bis 120.000 Franken und Franz Gertsch mit dem ockerfarbenen Holzschnitt der kaum wahrnehmbaren „Natascha II“ von 1986 für 30.000 bis 50.000 Franken, wohingegen uns Banksys schwarzer „Rude Copper“ von 2002 im Street Art-Stil den Stinkefinger zeigt (Taxe 37.000 bis 55.000 SFR).

Die Auktionen starten am 4. Dezember um 14 Uhr mit der „Schweizer Kunst“, um 16 Uhr mit „Impressionismus & Moderne“. Am 5. Dezember stehen ab 10 Uhr die Grafiken & Multiples auf dem Programm, ab 14:30 Uhr die Post War & Contemporary Art. Wegen der Corona-Pandemie sind die Plätze im Auktionssaal beschränkt. Koller bittet daher, schriftlich, telefonisch oder online mitzubieten. Die Kataloge sind im Internet unter www.kollerauktionen.ch abrufbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



02.12.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 36

Seiten: 1  •  2  •  3  •  4

Events (2)Adressen (1)Kunstsparten (4)Stilrichtungen (9)Berichte (1)Kunstwerke (19)

Veranstaltung vom:


04.12.2020, Schweizer Kunst - Impressionismus & Klassische Moderne

Veranstaltung vom:


05.12.2020, Grafik & Multiples - PostWar & Contemporary

Bei:


Koller Auktionen AG

Kunstsparte:


Arbeiten auf Papier

Kunstsparte:


Grafik

Kunstsparte:


Zeichnung

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Schweizer Kunst

Stilrichtung:


Informel







Giovanni Segantini, L’ultima fatica del giorno (Die letzte Mühe des Tages), 1884/86

Giovanni Segantini, L’ultima fatica del giorno (Die letzte Mühe des Tages), 1884/86

Taxe: 80.000 - 120.000 SFR

Zuschlag: 110.000,- SFR

Losnummer: 3023

Ferdinand Hodler, Tanne am Bach, 1910

Ferdinand Hodler, Tanne am Bach, 1910

Taxe: 750.000 - 950.000 SFR

Losnummer: 3039

Félix Vallotton, L’éxposition universelle, 1901

Félix Vallotton, L’éxposition universelle, 1901

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Losnummer: 3601

Ferdinand Hodler, Der Mäher, um 1910

Ferdinand Hodler, Der Mäher, um 1910

Taxe: 800.000 - 1.200.000 SFR

Zuschlag: 650.000,- SFR

Losnummer: 3037

Ernst Ludwig Kirchner, Zwei Akte im Gespräch, 1925

Ernst Ludwig Kirchner, Zwei Akte im Gespräch, 1925

Taxe: 22.000 - 26.000 SFR

Losnummer: 3248

Käthe Kollwitz, Arbeiterfrau, 1906

Käthe Kollwitz, Arbeiterfrau, 1906

Taxe: 15.000 - 25.000 SFR

Zuschlag: 65.000,- SFR

Losnummer: 3218

Ferdinand Hodler, Blick ins Unendliche. Große Kopfstudie, 1915/18

Ferdinand Hodler, Blick ins Unendliche. Große Kopfstudie, 1915/18

Taxe: 350.000 - 500.000 SFR

Zuschlag: 850.000,- SFR

Losnummer: 3029

Ferdinand Hodler, Fischende Kinder am Ufer der Arve, um 1878

Ferdinand Hodler, Fischende Kinder am Ufer der Arve, um 1878

Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Zuschlag: 155.000,- SFR

Losnummer: 3026

Giovanni Giacometti, Pioggia primaverile (Frühlingsregen), 1926

Giovanni Giacometti, Pioggia primaverile (Frühlingsregen), 1926

Taxe: 80.000 - 140.000 SFR

Zuschlag: 56.545,- SFR

Losnummer: 3043

Félix Vallotton, Baigneuse aux mouettes, 1919

Félix Vallotton, Baigneuse aux mouettes, 1919

Taxe: 70.000 - 100.000 SFR

Zuschlag: 150.000,- SFR

Losnummer: 3036

Giovanni Giacometti, Verschneite Dorfpartie in Capolago, 1932

Giovanni Giacometti, Verschneite Dorfpartie in Capolago, 1932

Taxe: 150.000 - 250.000 SFR

Zuschlag: 220.000,- SFR

Losnummer: 3052

Léo Gausson, Thorigny. Soleil de juillet rue Aristide Briand, 1886

Léo Gausson, Thorigny. Soleil de juillet rue Aristide Briand, 1886

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Losnummer: 3208

Ferdinand Hodler, Selbstporträt, 1916

Ferdinand Hodler, Selbstporträt, 1916

Taxe: 40.000 - 60.000 SFR

Losnummer: 3030




Copyright © '99-'2021
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce