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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Insgesamt werden bei Grisebach in den Herbstauktionen knapp 900 Kunstwerke versteigert. Eine der Sparten, von der man sich Spitzenpreise, aber auch Käufer im unteren und mittleren Preissegment erhofft, ist die Kunst des 19. Jahrhunderts

Göttliches Licht



Osmar Schindler, Römischer Knabe mit Bildhauerwerkzeug, um 1897

Osmar Schindler, Römischer Knabe mit Bildhauerwerkzeug, um 1897

Erst vor wenigen Monaten feierte Grisebach mit der Ausstellung „King Kong kommt aus Dresden“ die Wiederentdeckung des Malers Max Pietschmann und seines verschollen geglaubten Hauptwerks „Fischzug des Polyphem“. Da ist es Ehrensache, dass das Berliner Auktionshaus nun auch einen Schwung Arbeiten aus seinem Nachlass versteigert. Neben einigen Frauenporträts und Landschaften stechen besonders zwei stimmungsvolle Ölstudien heraus, auf denen Pietschmann mit dem Licht- und Farbenspiel entzündeter Lampions bei Nacht experimentierte. Die kleinere auf blauem Karton zeigt mehrere aneinander gereihte Varianten der bunten Papierlampen für 3.000 bis 4.000 Euro, während die größere eine detailreiche Vorarbeit zu seinem Gemälde „Lampionfest“ ist und das Doppelte verlangt. Auch für Pietschmanns zwei Jahre jüngeren Dresdner Kollegen Osmar Schindler hat sich Grisebach in den letzten Jahren stark gemacht. Er stellt ebenfalls eine Ölstudie für 5.000 bis 7.000 Euro zur Verfügung und hat den überaus modern wirkenden römischen Knaben mit Bildhauerwerkzeug um 1897 für Fresken im Chemnitzer Polytechnikum entworfen.


Zu kaufen gibt es die Pietschmann- und Schindler-Bilder am 2. Dezember in der Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“, die einmal mehr Grisebachs Ruf als Entdecker von Spitzenwerken und Geheimtipps untermauern soll. Große Hoffnungen setzen die Experten dabei auf Carl Gustav Carus’ Ölgemälde „Schiffsmühle auf der Elbe bei Dresden“ aus dem Jahr 1826, das ein Kleinod der Dresdner Romantik und mit einer Schätzung von 100.000 bis 150.000 Euro das Top-Los des Tages ist. Die Nähe zu Caspar David Friedrich ist unübersehbar. Carus legte als Wissenschaftler großen Wert auf genaue Naturbeobachtungen und die Wiedergabe atmosphärischer Phänomene ins Malerische, so zu sehen an den Reflexen der Wasserspiegelungen oder Farbübergängen des hohen Himmels mit feiner Mondsichel und zarten Wolkenstreifen. Ebenfalls von Friedrich inspiriert sind die dramatisch mit windgepeitschtem Wellengang inszenierten „Cliffs by the Coast of Northern Norway“ von Peder Balke, entstanden um 1845. Arbeiten wie diese brachten dem Norweger den Titel „Turner Skandinaviens“ ein, seine beeindruckenden Studien sind etwa im Nationalmuseum Oslo und im Louvre ausgestellt. Diese könnte für 30.000 bis 40.000 Euro bald im heimischen Wohnzimmer hängen.

Ein nicht weniger bestechendes Naturschauspiel sind glühende Sonnenuntergänge, wie bei Carl Rottmann auf der Ölstudie „Ägina mit dem Apollotempel“ um 1835. Sie stammt aus seinem berühmten Griechenland-Zyklus und ist ein subtiles Farbenfest, das den Auftakt für Rottmanns künstlerisches Leitmotiv der 1840er Jahre bildete (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Hier sieht man „Arkadien“, jenen Sehnsuchtsort, der topografisch für die Zentralpeloponnes, später auch für Italien, metaphysisch für ein Zauberreich voller Hirten und unbeschwerter Landschaften steht. Das gelobte Land wartet mit einem unerschöpflichen Fundus an Motiven auf: In Lorenz Adolf Schönbergers Skizzenbuch von Rom wandert man auf 43 Blättern einmal quer durch die Ewige Stadt (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), mit Carl Georg Enslen besichtigen Käufer „Die Ruinen von Pompeji“ im gleißenden Mittagslicht (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), und der Norweger Thomas Fearnley entführt schließlich an den Golf von Pozzuoli, wo Gewitterwolken die schroffen Klippen an der Küste aufmischen (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Der Traum von Arkadien

Das Glück im Süden illustrieren zahlreiche Ideallandschaften. Das sorgte für einen enormen Aufschwung des Genres, zu deren wichtigsten Vertretern die Düsseldorfer Malerschule zählt. Einer ihrer Künstler war Johann Wilhelm Schirmer, dessen sanfte „Italienische Landschaft mit Hirten“ Schirmer selbst so gut gefiel, dass er zwei weitere Versionen davon anfertigte. Er machte sich die Tiefenwirkung zunutze und teilte die Bildfläche in eine deutlich hellere und eine dunklere Schicht (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Denselben Kunstgriff wandte ein unbekannter französischer Zeitgenosse an, der um 1800 die gewaltigen Wasserfälle von Terni auf einer fein austarierten Leinwand festhielt (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Eugen von Guérard lernte in den 1840er Jahren in Düsseldorf bei Schirmer. Unter dessen Einfluss malte er 1844 das bezaubernde Kleinformat einer südlichen Küstenlandschaft mit Palmen und Agaven in mildem Licht, das für 30.000 bis 40.000 Euro zu haben ist. Ende der 1860er Jahre zog es auch den Tiroler Landschaftsmaler Franz Richard Unterberger nach Süditalien, wo ihn etwa das malerische Treiben auf dem Markt in Neapel faszinierte (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Doch selbst im Paradies geht mal die Sonne unter. Félix Ziem nutzte die Effekte des Mondes für seine atmosphärischen Nachtbilder von Venedig, von denen gleich zwei bei Grisebach für 15.000 bis 20.000 Euro respektive 8.000 bis 12.000 Euro unter den Hammer kommen.

Die Künstler des 19. Jahrhunderts warfen aber auch gerne mal einen Blick zurück zu den Alten Meistern. Zu nachahmungswürdigen Vorbildern erklärte man die Stecher der Dürer-Zeit mit ihrer technisch brillanten Naturwiedergabe, so wie Martin Schongauer, der mit der Marienerscheinung des Johannes auf Patmos vertreten ist, oder Lucas Cranach d.Ä., der sich auf seinem Parisurteil mit dem moralischen Thema der Wahl des richtigen Lebensweges beschäftigte (Taxe je 10.000 bis 15.000 EUR). Die kleine Riege an Alten Meister, die Grisebach diesmal ins 19. Jahrhundert integriert hat, vervollständigt das erlesene Stillleben mit Pfirsichen, Trauben, Pflaumen und einem Weinglas von Cornelis de Heem, das durch seine pralle Textur und farbintensive Strahlkraft des Obsts vor dunklem Hintergrund besticht (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Nicht so perfekt wie Raffael, dafür aber voller Anmut, Geist und Seele, verdeutlichen die Romantiker, wie die Nachahmung der alten Italiener Standard wurde: Carl Ferdinand Sohn ließ sich bei seiner romantisch-poetischen Genremalerei „Die beiden Leonoren“ von Goethes „Torquato Tasso“ anregen, der Pflichtlektüre des Italophilen, während Adolf Senff mit seiner meisterlichen Kopie der „Madonna im Rosengarten“ des Francesco Raibolini das künstlerische Selbstverständnis des Nazarenertums manifestierte (Taxe je 18.000 bis 24.000 EUR). Hier reiht sich Jakob Jungs heilige Cäcilie von 1840, die in einer arkadischen Landschaft sitzt, zu einem Engelskonzert im Himmel blickt und davon die Noten notiert, passgenau ein (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Schon vor der Vollendung übte François-Marius Granets Gemälde „Der Chor der Kapuziner in der Kirche Santa Maria dell’Immacolata Concezione in Rom“ eine ungeheure Faszination aus. Sein ehemaliger Lehrer Jacques-Louis David rühmte die „Wahrhaftigkeit der Farben, die Genauigkeit der Effekte, die Präzision und die Kühnheit der Lichtpunkte, die eine vollständige Illusion erzeugen. Tatsächlich scheint der hohe Raum von den winzigen Fenstern in ein übernatürliches Licht getaucht, so als wolle der Maler die göttliche Transzendenz einfangen. Wegen der vielen Bestellungen musste Granet das Motiv häufig wiederholen. Für die Berühmtheit des Werks scheinen die 10.000 bis 15.000 Euro für die Grisebach-Variante recht günstig.

Das doppelte Lottchen

Nicht nur das Freundinnenpaar, das Sohn in Anlehnung an Overbecks „Italia und Germania“ malte, tritt im Doppelpack auf. Auch dem Biedermeier stand der Sinn nach Geschwisterbildnissen. Eduard Magnus gehörte zu den gefragtesten Interpreten dieses Genres. Sein Doppelporträt der Schwestern Elisa und Pauline Casper von 1840 führt denn auch mitten in die Welt der Reichen und Intellektuellen des Berliner Vormärz (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Während Magnus einen landschaftlichen Hintergrund wählte, bestimmt gerade der raumlose Fond in Graublau, der in Kontrast steht zu den tiefblauen Gewändern und roten Blumenakzenten der jungen Frauen, die Wirkung von Hans Thomas Geschwisterporträt von Milly und Else Haag, Töchter des Frankfurter Bürgertums. 1883 griff Thoma Vorbilder des Biedermeier auf, weist mit seiner distanzierten Malweise jedoch bereits voraus auf die Kunst der Neuen Sachlichkeit (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Einen Blick in Moderne und Abstraktion wirft Richard Müller mit seinem Porträt der „Ruine Bösig“ von 1906. Die unverputzten Mauern der böhmischen Burg aus dem 13. Jahrhundert sind verwittert von Wind und Wetter. Das Blaugrau der Bruchsteine vermischt sich mit dem Rot von Ziegeln zu einer modulierten Textur und faszinierte Müller augenscheinlich mehr als der tektonische Aufbau. Die Komposition löst sich stellenweise komplett auf, besteht nur noch aus Farbschichten, und die Architektur wird zum Strudel, der den fast schon abgetauchten Wanderer verschluckt (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Das aufgeklärte Selbstverständnis eines sich emanzipierenden Bürgertums räumte Kunst und Künstlern seit Mitte des 18. Jahrhunderts eine herausgehobene Stellung ein – auch Künstlerinnen wie Anna Dorothea Therbusch. Die Berlinerin war die einzige Frau, der 1767 die Aufnahme an der Pariser Académie Royale gelang. Ihren Porträts war ein kühner, männlicher Malduktus zu eigen. Ihr „Selbstbildnis als Flora“ aus dieser Zeit zeigt sie selbstbewusst; die freizügig-sinnliche Aufmachung mit fast entblößten Brüsten erinnert an das französische Rokoko. Es wird mit 25.000 bis 35.000 Euro aufgerufen, genauso wie August von der Embdes Gemälde „Bauernmädchen in hessischer Landschaft“. Das Kunstinteresse paarte sich mit einer gestiegenen Neugier am Künstlerleben, und so weckte sein Werk schon zu Ausstellungszeiten Mitte der 1830er Jahre mehr als nur Bewunderung, zeigte es doch Embdes Tochter. Diese wurde später selbst eine anerkannte Künstlerin und vollendete bereits in jungen Jahren die Bilder des Vaters. Die Gesellschaft feierte die künstlerische Schöpferkraft und huldigte erfolgreichen Meistern, so wie es Otto Scholderer schon deswegen war, weil er es in eines der berühmtesten Atelierbilder der Kunstgeschichte geschafft hatte: Auf Henri Fantin-Latours „Atelier aux Batignolles“ schaut er Manet über die Schulter, neben ihm Monet, Renoir und Zola. Grisebach veräußert ein Selbstporträt Scholderers im Alter von 24 Jahren, das sich im Besitz der Familie befand und stilistisch an die Lichtregie Rembrandts und Courbets erinnert, für 15.000 bis 20.000 Euro.

Ein besonders akribisches Studium betrieb Adolph von Menzel, der ein Motiv erst als erschlossen ansah, wenn er es aus allen Blickwinkeln, der Vogel- und Froschperspektive gezeichnet hatte. Das beweist ein Konvolut aus Skizzen und Radierungen, die Grisebach aus verschiedenen Sammlungen zusammengetragen hat. Dazu gehören die Bleistiftzeichnungen eines liegenden Bauern mit Handstudien und eines schlafenden, bärtigen Mannes, der von einem Offizier flankiert wird, für jeweils 15.000 bis 20.000 Euro, eine sich unbeobachtet wähnende Dame mit pompösem Hut für 10.000 bis 15.000 Euro und ein anrührendes Profil einer schlafenden Alten für 20.000 bis 30.000 Euro. Für denselben Preis wird zudem Menzels Modellzeichnung in Kreide auf braunem Karton offeriert, eine Kostümstudie für das Porträt des preußischen Generalleutnants Hans Karl von Winterfeldt , eines Vertrauten Friedrichs des Großen. Von Begabung zeugt auch der Kohleakt eines Mannes, der hockend seinen Knöchel umgreift. Das Blatt zieht nicht nur wegen seiner schieren Größe und überzeugenden Darstellung von Anatomie und perspektivischer Verkürzung die Blicke auf sich; geschaffen wurde es von Lotte Laserstein, eine der ersten Frauen, die ein Akademiestudium antreten durften, zu einer Zeit, in der vor allem das Aktzeichnen in Verruf stand und Männern vorbehalten war. Mit 8.000 bis 12.000 Euro ein super Angebot!

Im Nachtleben von Paris

Als wichtigster Brennpunkt des europäischen Kunstschaffens stellte sich Paris an die Spitze der rasanten Entwicklungen und übte einen entscheidenden Einfluss in Richtung Moderne aus. Nach Zurückweisung in der Heimat zog es Fritz von Uhde 1879 in die Seine-Metropole, wo er bei Mihály Munkácsy studierte. In dessen Atelier entstand die Naturstudie „Ein Schimmel“, ein gelungenes Pferdebildnis, auf dem Uhde gekonnt den hellen Körper des Tiers gegen den dunklen Wiesen- und Waldhintergrund absetzt und Tiefenunschärfe erschafft, was das Pferd in den Fokus rückt (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Max Liebermann zog es gleichfalls nach Paris. Seine kleine Ölskizze aus den Folies-Bergère von 1873 ist jedoch das einzig erhaltene Malzeugnis seines dortigen Aufenthalts und verblieb lange im Besitz des Künstlers, galt sogar als verschollen. Sie tauchte in einer tschechischen Privatsammlung auf und ist nun für 20.000 bis 30.000 Euro beziffert. Mit schnellen, pastosen Pinselstrichen fing Liebermann das flirrende Licht der Kronleuchter und die farbigen Eindrücke des ausgelassenen Treibens zwischen Zylindern und Abendroben im legendären Vergnügungslokal ein. Mit demselben virtuosen Duktus fertigte er sechs Jahre später die Ölstudie „Aus Etzenhausen – Gartenwirtschaft“ an, eine Hommage an das gesellige Leben städtischer Bürger in der Natur, das der Berliner in den Biergärten Münchens beobachtete. Das Motiv wird zu einem seiner zentralen und in großen Gemälden weiterentwickelten Themen (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Der Ferne Osten und die Literatur faszinierten die Künstler des Fin de Siècle. Franz von Lenbachs zarte Pastell einer Orientalin umspielt ein lebensnahes, geheimnisvolles Lächeln, ist aber ein reines Fantasieprodukt. Für die orientalische Tracht der bis auf das Gesicht verhüllten Schönheit bediente sich Lenbach aus Kostümbüchern (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Wie eine Schatzkammer aus dem Märchenbuch muten zwei Supraporten Max Thedys an, die mit der delikaten Wiedergabe unterschiedlicher Oberflächen wie Kupfer, Stoff, Holz oder Metall die „Waffen eines Herren“ und die „Schätze einer Dame“ fühlbar machen (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Mit der virtuos kolorierten Leinwand der trauernden „Sappho“ an einem Zypressenhain am Meer bietet Grisebach für 20.000 bis 30.000 Euro eine der bemerkenswertesten Bildschöpfungen Ferdinand Kellers an. Böcklin stand 1909 bei der Ausgestaltung Pate, die subtile Dramatik und die greifbare Naturstimmung sind eine Spielart des Symbolismus.

Die gedrehte Haltung der Sappho erinnert an eine lebensgroße Marmorfigur Max Klingers. Die Berliner Bildgießerei Hermann Gladenbeck & Sohn produzierte ab 1902 Bronzen von der nackten „Badenden“ in vier Größen, wobei die ein Meter hohe Variante selten auf dem Kunstmarkt zu finden ist und nun bei Grisebach für 15.000 bis 20.000 Euro bereitsteht. Traumartig entrückt entfaltet Carl von Marrs „Zaubergarten“ eine Sogwirkung: So groß wie ein Historienbild befreit es sich von den Zwängen spiritueller und erotischer Art und zelebriert die magische Welt von Wagners „Parsifal“, in der verführerische Blumenmädchen die Gralsritter ins Verderben locken (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Mit einer ausgewöhnlichen Größe verzaubert auch eine beeindruckend detailreiche Rötelzeichnung eines Fauns beim Panflötenspiel von Carlos Schwabe. Der bocksbeinige Gesell ist nicht etwa in eine antike Landschaft eingebettet, sondern in eine mitteleuropäische Frühlingswiese, seine Haltung drückt Dynamik aus, die fast fotorealistische Darstellung erzeugt eine unheimliche Aura (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Die Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ startet am 2. Dezember um 15 Uhr und wird von Grisebach live übertragen. Eine Vorbesichtigung aller Werke ist in Berlin nach telefonischer Terminvereinbarung bis zum 1. Dezember täglich zwischen 10 und 18 Uhr, am Auktionstag bis 15 Uhr möglich. Es wird gebeten, schriftlich, telefonisch oder online mitzubieten. Eine Teilnahme im Auktionssaal ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.grisebach.com.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



27.11.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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02.12.2020, Kunst des 19. Jahrhunderts

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Carlos Schwabe, L’heure du faune, 1920

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August von der Embde, Porträt der Tochter und Künstlerin Caroline von der Embde als Bauernmädchen in hessischer Landschaft, 1833

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Fritz von Uhde, Ein Schimmel, 1880

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Cornelis de Heem, Stillleben mit Pfirsichen, Trauben und Pflaumen

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Adolph von Menzel, Liegender Bauer mit Arm- und Handstudien, Anfang 1880er Jahre

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Carl Georg Enslen, Die Ruinen von Pompeji, 1845

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Anna Dorothea Therbusch, Selbstbildnis als Flora, um 1765/68

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Adolph von Menzel, Bildnis einer schlafenden alten Frau

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Zuschlag: 14.600,- EURO

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François-Marius Granet, Der Chor der Kapuziner in der Kirche Santa Maria dell’Immacolata Concezione in Rom, nach 1814

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

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Carl Gustav Carus, Schiffsmühle auf der Elbe bei Dresden, 1826

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