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Albrecht Dürer, der überragende Malerstar der deutschen Renaissance, feiert 2021 den 550. Geburtstag. Ausstellungen und Publikationen würdigen ihn

Meilensteine in Umbruchzeiten



Till-Holger Borchert: Dürer – Meisterwerke im Detail

Till-Holger Borchert: Dürer – Meisterwerke im Detail

Als Sohn eines aus Ungarn stammenden Goldschmieds erblickte Albrecht Dürer am 21. Mai 1471 in Nürnberg als drittes von insgesamt 18 Kindern das Licht der Welt. Nur drei von ihnen, darunter Albrecht, überlebten die Kindheit. Nach der Ausbildung zum Goldschmied im väterlichen Betrieb erlernte er das Malerhandwerk in der Werkstatt von Michael Wolgemut. Zur Vielfalt der erlernten Disziplinen fügten sich tiefgehende Einblicke in das Werkschaffen anderer Meister und Regionen. Es war die Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance, eine Epoche des Wandels in Ikonografie, Stil und Geisteshaltung. Mit sicherem Gespür führten Dürer die Wanderjahre zuerst nach Colmar, um den ruhmreichen Martin Schongauer zu studieren. Dessen revolutionäre Neuerungen beim Kupferstich in der Abkehr von gotischen Geflechten hin zu seelischen Durchdringungen faszinierten und prägten Albrecht Dürer.


Zwei Italienreisen vertieften sein künstlerisches Verständnis. Vor allem Andrea Mantegnas illusionistische Raumerweiterungen verfeinerten Dürers kunsthandwerkliche Methoden hin zum mehr schöpferisch ausgerichteten Künstlertum. Während in Italien der Geist der Renaissance als ganzheitliche integrative Sammelbewegung verschiedene Sparten von Philosophie, Mäzenatentum, Gelehrsamkeit, Literatur bis hin zu bildender Kunst im Sinne antiker Verklärung übergreifend aufsog, war die Haltung im nördlichen Europa anders. Klassizistischen Illusionen war auch Dürers Ausdruck eher abgeneigt, bei ihm behielt die Religion sichtbaren Einfluss, und er erachtete alles als Teil einer Schöpfung. In realitätsnahen Landschaften und geistvollen Druckgrafiken integrierte Dürer das Formengut italienischer Renaissance in die deutsche Kunst. Die Überwindung des Mittelalters signalisieren eine Entfaltung der Landschafts- und Naturmalerei und deren Entstehung als eigenständige Gattung.

Da die Drucktechniken um 1500 immer besser wurden, verlagerte Dürer sein Interesse zunehmend auf die grafischen Künste. In seinem Œuvre wird dies offenbar: Rund 70 Gemälden stehen zirka 350 Holzschnitte, 100 Kupferstiche, 900 Handzeichnungen sowie Landschaftsaquarelle und theoretische Werke zur Seite. Als er um 1520/21 die Niederlande bereiste, regte er durch seine Schöpfungen mehr an, als er an Impulsen empfing. Er hatte seinen individuellen Stil gefunden. Zeitlebens blieb er trotz aller Reisen seiner Heimatstadt Nürnberg treu. 1494 etablierte er hier eine eigene Werkstatt und konnte 1509 das heutige „Dürerhaus“ erwerben. Ab 1495 versah er seine Drucke mit dem Monogramm „AD“ als Qualitätsmerkmal und Urheberrechtsschutz. Um das illegale Kopieren zu unterbinden, war er in Venedig zum ersten Urheberrechtsprozess der Geschichte gezwungen. Wenige Jahre vor dem Tod in Nürnberg am 6. April 1528 entwarf er dort sein größtes Werk, die heute verlorene Ausmalung des großen Rathaussaales.

Nach der umfangreichen Nürnberger Dürer-Schau von 2012 konzentrieren sich die Museen im kommenden Jahr zum 550. Geburtstag des Meisters eher auf einzelne Aspekte seines Schaffens. So stehen in der Londoner National Gallery of Art ab März die beiden Italienreisen Dürers und die Integrierung von Konzepten der italienischen Renaissance in sein Werkschaffen im Fokus. Ab Juli nimmt das Aachener Suermondt-Ludwig-Museum unter dem Titel „Dürer war hier. Eine Reise wird Legende“ die Aufenthalte des Meisters in und um Aachen in den Blick. Ab Oktober 2021 beschäftigt sich eine Präsentation im Wiener Belvedere mit der Dürer-Zeit und der aufkommenden Renaissance in Österreich. Last but not least möchte die Kunsthalle Bremen zum Auftakt ab Anfang April die umfangreiche Dürer-Kollektion von Hieronymus Klugkist vorstellen, die der Bremer Senator, Kunstmäzen und Museumsmitbegründer dem Haus vermachte. Neben Handzeichnungen und Kopien nach Albrecht Dürer enthält sie nahezu die vollständige Druckgrafik des Meisters.

„Dürer – Meisterwerke im Detail“ ist der Titel eines von Till-Holger Borchert neu erarbeiteten Buches, das sich als ideale Einführung in das Schaffen des Malers anbietet. Griffig und fundiert stellt der Direktor der Brügger Museen in sechs Kapiteln wesentliche Sujets und Techniken vor. Der Tatsache Rechnung tragend, dass Dürer als erster Künstler gilt, von dem es eine derart große Zahl von Selbstbildnissen gibt, bildet diese zentrale Gattung den Auftakt. Die Selbstbildnisse dienten auch als Aushängeschild, um sich als Porträtist zu empfehlen. Zu den im Druck gestochen scharf wiedergegebenen Meisterwerken gehört sein um 1500 entstandenes, christusgleiches „Selbstbildnis im Pelzrock“. Unter den Bildnissen von Kaufleuten, Patriziern, Adeligen, Familienmitgliedern oder Freunden gesellt sich das im Jahr zuvor entstandene Gemälde von Elsbeth Tucher. Mit der markanten Haarhaube zählt es zu den eindrucksvollsten Frauenbildnissen der Renaissance. Neben der teils schonungslosen artikulierten Altersdarstellung bestechen die auf venezianische Einflüsse fußende feinmalerische Präzision und konturbetonte Ausrichtung, während das zur räumlichen Wirkung eingesetzte Licht niederländischen Anregungen zugerechnet wird.

Eine unmittelbare Präsenz zeichnet Dürers akribisch vor Ort spontan illustrierte Landschaften, Ortsansichten oder Felswände aus, die ihm als Motivfundus dienten und jederzeit versatzstückartig abrufbar eingesetzt werden konnten. Vor allem Tier- und Pflanzenzeichnungen dokumentieren Dürers Talent als technisch versierter Zeichner, der alles in schwierigen Positionen räumlich überzeugend abzubilden wusste. Der „Feldhase“ von 1502 oder der „Hirschkäfer“ von 1505 bekunden eindrucksvoll seine herausragende zeichnerische Sicherheit, plastische Modellierung und Konturierung. Nach Farbgrundzeichnungen, mit denen er Tiefenillusionen und Verkürzungen erprobte, sowie Motiven aus Mythologie und Antike bilden religiöse Darstellungen und Aufträge für Altarbilder den Abschluss Publikation. Der einprägsamen bildlichen Präsenz der Meisterwerke stehen die fundierten Einordnungen und Gewichtungen eines überragenden Dürer-Kenners zur Seite, die das Lesen zu einem instruktiven Genuss werden lassen.

Till-Holger Borchert: Dürer – Meisterwerke im Detail
Verlag Bernd Detsch, 2020
288 Seiten, Preis 29,95 Euro



24.11.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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