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Das Duisburger Lehmbruck Museum präsentiert die Kunst Stephan Balkenhols in einer umfassenden Werkschau

Das Besondere im Alltäglichen



Stephan Balkenhol, Frau im schwarzen Kleid – Mann, 2008 – 2010

Stephan Balkenhol, Frau im schwarzen Kleid – Mann, 2008 – 2010

Unvermittelt begrüßt ein Mann den eintretenden Besucher. Alltäglich und unspektakulär steht er auf einem hockerartigen Holzpodest und trägt eine bescheidene Kleidung mit weißem Hemd und schwarzer Hose. Rot akzentuierte Lippen, blau getönte Augen sowie braun gefasste Haare setzen sparsam farbliche Akzente. Kaum wahrnehmbar erscheint die Andeutung von Bewegung in der leicht versetzten Armhaltung. Sein Blick schweift über den Betrachter hinweg hinaus in die Welt, nicht definierbar ob vom Weinen oder Lachen geprägt. Zugleich richtet der stille Mann den Blick in sich hinein. Das im Grunde Nichtssagende des Allerweltsmenschen mag provozieren und inspiriert den Betrachter zum Fragen und Nachdenken. In seiner Unauffälligkeit und ausdrucksstarken Individualität hat sich der Mann mit weißem Hemd und schwarzer Hose zu einer ikonischen Figur entwickelt, nicht nur im Œuvre des Künstlers Stephan Balkenhol. Generell mag er inzwischen die Bildhauerkunst Deutschlands verkörpern.


Ähnlich gestaltet, positioniert sich daneben die Figur einer Frau. Ihre linke Hand bewegt sich leicht nach vorne, so dass man sich fragt, was sie wohl im nächsten Moment tun mag. In der retrospektiv angelegten Werkschau des Duisburger Lehmbruck Museums begegnet man gleich einer stattlichen Reihe von Paarkonstellationen. Aber nur im Ausnahmefall bilden sie im Werk Balkenhols ein aufeinander bezogenes Paar. Beide stehen überwiegend als Solitäre eigenständig für sich. Nicht aneinander gebunden, treten sie sich gleichwertig gegenüber.

In den Figuren Balkenhols tritt fühlbar das Material in Erscheinung und rückt eine mögliche Interpretation in den Hintergrund. Das roh behauene Holz lässt deutlich Spuren der Fertigung erkennen. Nichts erscheint geglättet. Unebenheiten, vorstehende Holzfasern oder Späne lassen im Geiste die körperlich-handwerkliche Arbeit nachvollziehen. Das „non-finito“ hat Stephan Balkenhol jedoch genau kalkuliert. Damit hält er den Betrachter dazu an, das Werk in der eigenen Vorstellungskraft zu vollenden. Balkenhol ergründet das Ephemere, das sich Fortentwickelnde, Bruchstückhafte und Interaktive in der ihm eigenen Vorgehensweise. Jeder wird beim visuellen Abtasten der Figuren an die Abläufe denken, mit denen Balkenhol den Mann oder die Frau aus dem Stamm gehauen hat.

Seine Holzskulpturen lassen eine Nähe zu den Arbeiten deutscher Expressionisten entstehen. Auch die Brücke-Künstler verzichteten etwa auf das Glätten der Oberfläche und nahmen sich ozeanische oder afrikanische primitive Kunst zum Vorbild. Jedoch befreit Balkenhol die expressionistische Formensprache von der bewussten Dramatik ihrer Zeit. Ganz im Gegenteil: Die große in sich gekehrte Ruhe seiner Werke und die Anonymität der Gestalten sind Aspekte, die sein Schaffen mit dem von Wilhelm Lehmbruck verbinden.

In einer zweijährigen Vorbereitungszeit gelang es der Kuratorin Ronja Friedrichs, über 200 Werke aus rund 30 Jahren zusammenzutragen. Beginnend mit Arbeiten um 1990 bis hin zu den jüngst vollendeten Kopfskulpturen, den „Hermen“, entfaltet sich ein breites Spektrum, das neben Holzskulpturen auch in Reliefs, Zeichnungen, Lithografien, Holzschnitte, Bronzeplastiken, Gipsfiguren des 1957 in Fritzlar geborenen und bei Ulrich Rückriem ausgebildeten Künstlers vorstellt.

Dabei macht Friedrichs vor allem die vielseitigen Anregungen deutlich. Die Figurationen eines Krokodils, eines Geparden oder ein Mumienporträt gehen auf Balkenhols Interesse an altägyptischer Kunst zurück. Unverkennbar sind die Inspirationen bei der griechischen Antike sowie aus dem alltäglichen Leben. Die Hermen-Sammlung einer Bibliothek animierte ihn jüngst zur Schaffung der Köpfe. Als er nachts auf einer Autobahn einen Fasan überfuhr, verewigte Stephan Balkenhol diesen Moment in einem eindrucksvollen Flachrelief mit der nächtlichen Straßensituation als Foto im Hintergrund. Doch auch viel Spott, Süffisanz und Ironie harren beim Gang durch die Säle und die große Ausstellungshalle des Museums auf ihre Entdeckung. Der Mann als eitler Pfau, Narziss und in ungezügelter Sinneslust posierendes Wesen ist hier omnipräsent.

Die Ausstellung „Stephan Balkenhol“ läuft bis zum 28. Februar 2021. Das Lehmbruck Museum hat täglich außer montags von 12 bis 17 Uhr, am Wochenende ab 11 Uhr geöffnet. Geschlossen bliebt an Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag und an Silvester. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museum 29,80 Euro kostet.

Kontakt:

Wilhelm Lehmbruck Museum Duisburg

Friedrich-Wilhelm Straße 40

DE-47051 Duisburg

Telefon:+49 (0203) 283 26 30

Telefax:+49 (0203) 283 38 92

Telefon:+49 (0203) 283 32 94



27.10.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


22.10.2020, Stephan Balkenhol

Bei:


Wilhelm Lehmbruck Museum Duisburg

Kunstsparte:


Skulptur

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Bericht:


Fantasien Raum geben

Bericht:


Realität ohne Abbild

Bericht:


Figuren zwischen Trauer und Glück

Variabilder:

Stephan Balkenhol, Torso vor schwarzer Scheibe
Stephan Balkenhol, Torso vor schwarzer Scheibe

Variabilder:

Stephan Balkenhol in seiner Ausstellung im
 Duisburger Lehmbruck Museum
Stephan Balkenhol in seiner Ausstellung im Duisburger Lehmbruck Museum







Stephan Balkenhol, Torso vor schwarzer Scheibe

Stephan Balkenhol, Torso vor schwarzer Scheibe

Stephan Balkenhol in seiner Ausstellung im Duisburger Lehmbruck Museum

Stephan Balkenhol in seiner Ausstellung im Duisburger Lehmbruck Museum

Stephan Balkenhol, Pfau, 2018

Stephan Balkenhol, Pfau, 2018

Stephan Balkenhol, Perseus, 2018

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Stephan Balkenhol, Mumienportrait, 2009

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Stephan Balkenhol, Laocoön, 2016

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Stephan Balkenhol, Kopf, 2012

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Stephan Balkenhol, Geist, 2019

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Stephan Balkenhol, Fasan, 2018

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Stephan Balkenhol, Dornauszieher, 2017

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Stephan Balkenhol, Clown, 2019

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Stephan Balkenhol, Männliche Büste, 2019

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