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ohne Titel / Günther Uecker

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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Kleiner, kompakter, aber nicht minder hochkarätig. Die Highlights – Internationale Kunstmesse München trotzen Corona und eröffneten gestern unter großem Publikumszuspruch ihre elfte Ausgabe

Kunstgenuss, aber sicher



auf den Highlights in München 2020

auf den Highlights in München 2020

Wenn das Fieberthermometer am Einlass der Münchner Highlights unter 37,5 Grad Celsius bleibt, ist der Weg frei in ein Kunstparadies, wie wir es für eine gefühlte Ewigkeit bereits vermisst haben. Gestern eröffnete in den Bronzesälen der Residenz unter strikten Hygienemaßnahmen die anspruchsvollste Kunst- und Antiquitätenmesse Deutschlands. Gleich im Entre, zwischen den Marmorsäulen des Spätrenaissancebaus, demonstrieren vier hochkarätig bestückte Stände, dass man in Zeiten wie diesen die Highlights braucht: Als kulturellen Esprit, aber auch aus geschäftlichen Gründen. Was die Kunsthandlung Böhler aus Starnberg hier an Plastiken und Skulpturen der Gotik und des Frühbarock auffährt, ist in London und New York ebenso begehrt wie in München. Florian Eitle-Böhlers grandiose Auswahl an Kruzifixen von bedeutenden Bildschnitzern der Renaissance und nachfolgender Epochen ist wahrscheinlich nicht zu überbieten. Dazu gehören etwa Georg Petels expressiver Corpus Christi, Jacob Auers aus Elfenbein geschnitztes Exemplar – beide aus dem 17. Jahrhundert – und Tilman Riemenschneiders stille, von tiefer Empfindsamkeit geprägte Arbeit von 1500, die den gerade eingetreten Tod des Gekreuzigten darstellt.


Der in München ansässige Porzellanspezialist Röbbig zelebriert die Feinheit und Raffinesse des frühen Meißner Porzellans in beeindruckender Fülle. Eine Wand ist ausschließlich dem Schwanenservice des Grafen Heinrich von Brühl gewidmet, Glanzstück aber ist eine Statuette der Verherrlichung des Kurfürstentums Sachsens mit zahlreichen allegorischen Figuren und einem Porträt der Regentin Maria Josepha. 1765 von Johann Joachim Kändler geschaffen, ist es das einzige bekannte Exemplar und soll 120.000 Euro kosten. Der Basler Antikenhändler Jean-David Cahn zieht die Blicke mit einem athletischen, aber weich modellierten Torso eines Epheben auf sich. Die antike Marmorskulptur aus der Zeit um 200 vor Christus liegt preislich bei netto 300.000 Schweizer Franken. Puristisch präsentiert die Kunstkammer Georg Laue ihre Kollektion fragil gedrechselter elfenbeinerner Wunderwerke aus dem 17. Jahrhundert: Ein Statement-Piece des Frühbarock, wie auch die kunstfertig gefasste Bergkristall-Prunkkanne von 1565, die man leicht übersehen kann. Dieser Schatz steht in einem mit dicken Nagelköpfen beschlagenen Tresor, dessen Tür nur halb geöffnet ist.

Der Tresor als Aufbewahrungsort von Kunstschätzen könnte ein Sinnbild für die ganze Messe sein, auch wenn die offene Architektur der Highlights nichts verbirgt und nichts verschließt. Schon von weitem lockt bei Kunkel Fine Art die orientalistisch angehauchte, barbusige „Ägyptische Schwerttänzerin“, die 1891 von Bruno Piglhein gemalt wurde. Von wirklich musealem Format aber ist seine Suite an Gemälden und Zeichnungen Franz von Stucks, darunter das politisch aufgeladene Gemälde „Prometheus“ von 1926, das mit 295.000 Euro ausgepreist ist. Die Highlights spiegeln auch in diesem schwierigen Jahr die Potenz des deutschen Kunsthandels. Die Düsseldorfer Galerie Beck & Eggeling konnte kurz vor Messebeginn Emil Noldes zwischen Figuration und Abstraktion changierendes Gemälde „Hohe See“ von 1924 direkt aus der Nolde-Stiftung akquirieren. Das 1,2 Millionen Euro teure Werk passt sich nahtlos in die kuratierte Messeshow „Abstraction“ mit Werken von Heinz Mack, Raimund Girke, Adolf Luther und Lucio Fontana ein. Der Expressionismus-Spezialist Thole Rotermund überrascht mit einer Keramik von August Macke, die lange als Leihgabe dem Franz Marc Museum anvertraut war. Die 1914 entstandene Schale mit umlaufendem Fries tanzender Frauenakte steht für 68.000 Euro bereit.

Der Kunsthandel Peter Mühlbauer, wie eine Handvoll anderer Händler Teilnehmer an der weltweiten Top-Messe TEFAF, postierte zwischen einem Augsburger Renaissance-Kabinett mit kunstvoller Marketerie, die die Faszination der suggerierten Dreidimensionalität auf höchstem Niveau vollführt, und einer Mohren-Automatenuhr von Nikolaus Schmidt d.J. aus dem 17. Jahrhundert eines der wohl kulturhistorisch bedeutsamsten Exponate der Messe: eine silberbeschlagene Rokoko-Prunktruhe aus dem Besitz Friedrichs des Großen, dekoriert mit vier sogenannten „Langen Kerls“ und einem Porträt des Preußenkönigs, ausgestattet mit kompliziertem Uhrwerk und ausgetüfteltem Schließmechanismus. Nie hat es davon ein weiteres Stück gegeben. Der Preis liegt bei 480.000 Euro. Dass das friderizianische Rokoko eine glanzvolle Richtung der Möbelkunst war, verdeutlicht bei Christian Eduard Franke eine Kommode der für Friedrich II. tätigen Halbbrüder Johann Friedrich Spindler und Heinrich Wilhelm Spindler. Für das Möbel von 1750/60 mit feinen Marketerien aus exotischen Hölzern erwartet der Bamberger Händler 158.000 Euro. Klassiker der Fotografie konnten Ira Stehmann Fine Art und die Galerie Stephen Hoffman auf die Messe bringen. Peter Lindberghs Porträt von Kate Moss, Jeanloup Sieffs Vintage „Yves Saint Laurent“ von 1971 und Sebastião Salgados biblische Landschaft „Brooks Range, Alaska“ von 2009 aus der international gefeierten Serie „Genesis“ haben Fotogeschichte geschrieben. Die Preise liegen im fünfstelligen Bereich.

Boutique-Charakter besitzen die Highlights schon viele Jahre, aber diesmal ist sie mit 26 Ausstellern noch kompakter und konzentrierter. Das wirtschaftliche Risiko, das die Pandemie mit sich bringt, war einigen langjährigen Ausstellern zu hoch. Sie sagten ab. Die Kunst & Antiquitäten München, die zeitgleich ihre 100. Edition feiern wollten, haben die Veranstaltung sogar auf bessere Zeiten verlegt. Aber wie immer, wenn sich das Messekarussell dreht, weht ein frischer Wind. Die Kölner Galerie Boisserée, spezialisiert auf Papierarbeiten der Moderne, offeriert für rund 100.000 Euro die bezaubernde Lithografie „Françoise“ von Pablo Picasso. Die Galerie Commeter aus Hamburg ist mit einer Soloausstellung der Koreanerin Minjung Kim vertreten. Die 1962 geborene Künstlerin gilt als Erneurin der fernöstlichen Tuschemalerei, die Preise liegen zwischen 7.000 Euro und 45.000 Euro. Und Ehrl Fine Art & Antiques aus Greding, bekannt für leichtfüßige Epochensprünge zwischen Antiquitäten, Design und Interior, überraschen mit einer raumgreifenden, an das Sputnik-Zeitalter erinnernden Stablampe von 1966 aus dem Landesmuseum Innsbruck. Sie besteht aus Dutzenden kleiner astraler Leuchten und ist mit 75.000 Euro veranschlagt. Mitten in die Gegenwart versetzt das Kunsthaus Kende die Messebesucher. Der zu der „Young Dealer“-Sektion zählende Silberspezialist aus Tübingen reißt ein Fenster in die junge, formal experimentelle und handwerklich brillante Silberszene Großbritanniens auf. Dortiger Star ist Yusuke Yamamoto, dessen Vase „Soughing Wood Vessel“ mit Blättermotiv 16.500 Euro verlangt. Die Highlights garantieren Kunstgenuss. Ganz sicher, in jeder Hinsicht.

Die Highlights – Internationale Kunstmesse München laufen vom 22. bis 25. Oktober in der Münchner Residenz statt. Geöffnet ist täglich von 11 bis 19 Uhr, am 22. Oktober zusätzlich bis 22 Uhr. Eine Registrierung für die Messe ist erforderlich. Der Eintritt beträgt 25 Euro, für Senioren 20 Euro und für Studenten 10 Euro; für Kinder ist er kostenlos.

Highlights – Internationale Kunstmesse München
Residenz München, Eingang Kaiserhof
Residenzstraße 1
D-80333 München

www.munichhighlights.com



21.10.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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François Habert, Prunkstillleben, Mitte 17. Jahrhundert

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auf den Highlights in München 2020

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Werkstatt Johann Friedrich und Heinrich Wilhelm Spindler, Kommode, Potsdam um 1760/70

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Bruno Piglhein, Ägyptische Schwerttänzerin, 1891

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Torso eines Epheben oder jungen Athleten, um 200 vor Christus

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Heiliger Sebastian, Süddeutschland, 1689

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Bergkristall-Prunkkanne des Passauer Humanisten Leonhard Baminger, um 1565

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auf den Highlights in München 2020

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Jeanloup Sieff, Yves Saint Laurent, 1971

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auf den Highlights in München 2020

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Yusuke Yamamoto, Vase „Soughing Wood Vessel“, 2020

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Minjung Kim, New York, 2020

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