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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gerade unbekanntere Künstler aus dem Ausland waren bei der Auktion mit Moderne und Zeitgenossen von Neumeister in München gefragt

Schwebende Farbinsel auf Mo



Franz von Stuck, Feinde ringsum, 1914

Franz von Stuck, Feinde ringsum, 1914

Ein wehrhafter nackter Jüngling steht mit hochgezogenem Schwert in einer Gruppe schemenhafter grimmiger Gegner und ist zum Töten bereit. „Feinde ringsum“ betitelte Franz von Stuck eine Serie von Gemälden, Plastiken und Zeichnungen, die er 1914 im ersten Kriegsjahr schuf. Den Titel hatte er von Kaiser Wilhelm II. übernommen, der das ursprünglich biblische Motto am Beginn des Ersten Weltkriegs für seine Zwecke nationalpolitisch umdeutete. Stuck, der selbst nicht aktiv am Krieg teilnahm, griff dennoch das Zeitgeschehen auf und verarbeitete die Kriegseuphorie durch Variationen im Stil der antiken Mythologie. Kampf, Gewalt und Verderben waren durchaus charakteristische Themen seines Schaffens, die er in symbolischen und allegorischen Darstellungen zu einem allgemein menschlichen Aspekt überhöhte, etwa auch in dem 1915 konzipierten Gemälde „Herkules und die Hydra“. Der kraftvolle dynamische Jüngling, dem die Sympathie des Betrachters gilt, war auch der Liebling der Sammler bei Neumeister. Zu den anvisierten 95.000 Euro setzte er sich an die Spitze der Auktion.


Noch weitere Akt-, Körper- und Gewandstudien Franz von Stucks hatte der Münchner Versteigerer für seine Offerte zusammengetragen. Auch sie stießen im Rahmen der Schätzungen bis zum 3.300 Euro auf Gegenliebe, Stucks Konvolut mit den drei um 1890 datierten Radierungen „Die Sinnlichkeit“, „Lucifer“ und „Forellenweiher“ brachte es sogar von 800 Euro auf 2.200 Euro. Selbst wenn am 16. Juli nicht alles Anklang fand, darunter etwa Egon Schieles um 1914 entstandene Bleistiftzeichnung einer sitzenden Frau (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR) oder Heinrich Zilles Mischtechnik einer Damengruppe „Gegen Morgen“ von 1901 (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR), war es doch gerade die Abteilung „Klassische Moderne“, die mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von 80 Prozent die Käufer in ihren Bann zog. Fündig wurden sie etwa bei Erich Erler-Samadens „Stillem Abend“ mit einer burschikosen Frauengestalt samt einigen Ziegen in der Alpenwelt, den sie von 3.000 Euro auf 14.000 Euro hoben, oder bei Hermann Alberts renaissancehaftem Akt „Frau von Cortona“ samt Apfel hinter einer Brüstung für 6.500 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Gut kam auch Arnold Balwé an, unter anderem mit den postimpressionistischen „Fischerbooten im Hafen I“ für 6.200 Euro oder seinem gleichfalls südländischen farbkräftigen „Mittelmeerstrand“ für 5.600 Euro (Taxe je 2.000 bis 2.500 EUR). Südliche Heiterkeit verströmten zudem Pablo Picassos Keramikvase „Face with black nose“ aus dem Jahr 1969 bei 41.000 Euro, Marc Chagalls 1967 lithografierte Traumwelt „Zauberflöte“ bei 10.000 Euro (Taxe je 10.000 bis 15.000 EUR) oder Joan Mirós farbige und freudige Aquatintaradierung „La Femme Toupie“ von 1974, die allerdings erst im Nachverkauf bei 18.000 Euro erlöst wurde (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Bei der Druckgrafik reüssierten weiterhin Georges Braques 300 Mal aufgelegte Farblithografie „Bord de mer“ um 1960 bei 1.800 Euro (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR) oder Willi Baumeisters Abstraktion schwebender Farbinseln „Mo I“ von 1955 bei 2.400 Euro (Taxe 500 bis 600 EUR). Ludwig Meidners expressionistische, aus den Fugen geratene Häuserflucht in der „Wilmersdorfer Straße“, eine Kaltnadelradierung von 1913, erreichte gute 2.800 Euro (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR).

Für Zugkraft bei den Skulpturen sorgten Gerhard Marcks’ goldbraun patinierte Bronze „Arkadischer Schäfer“ bei 9.000 Euro oder Ewald Matarés Hochrelief eines in gerundeten Formen stilisierten Hahns von 1949 bei 12.000 Euro (Taxe je 8.000 bis 10.000 EUR). Auch bei einer der bekannten dahinschmelzenden Uhren Salvador Dalís, der „Nobility of Time“ von 1977, gab es ein kleines Bietgefecht, das bei 15.000 Euro endete (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Zwei Exemplare der schlichten, vielseitig nutzbaren „Ulmer Hocker“, die Max Bill, Hans Gugelot und Paul Hildinger 1954 für Ausstattung der Ulmer Hochschule für Gestaltung erstellt hatten, regten die Kundschaft zu 5.500 Euro an (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR). Ins Ausland ging es dann noch mit Walasse Tings nun 22.000 Euro teuren Leinwand „Man on horse“, die er 1960 durch Übermalung mit schwarzer Ölfarbe in ein gestisches, beinahe ungegenständliches Kunstwerk überführte (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), und mit mehreren Gemälden Margit Annas. Die 1991 verstorbene Ungarin thematisierte vor allem in ihren naiv anmutenden Puppengemälden die Verletzlichkeit und das Ausgeliefertsein des Menschen. Das brachte ihr nun etwa 11.000 Euro für ihre „Puppe mit schwarzer Katze“ von 1983 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder 8.500 Euro für die Gouache eines nachdenklichen Selbstportraits ein (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR).

Bei der zeitgenössischen Kunst setzte sich ein Künstler aus dem ehemaligen Ostblock an die Spitze. Der 1952 in Skopje geborene, heute in Paris lebende Ebip Serafedino überzeugte das Publikum mit seinem bunten Flickenteppich „Carnaval d’Cuba II“, der schon stark der Ungegenständlichkeit zuneigt, zu 9.000 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Aus Ungarn gesellte sich István Nádler mit einem unbetitelten gestischen Schwung in Blau und Schwarz auf einer Gouache des Jahres 1991 für 3.300 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), aus Tschechien Ladislav Hodný mit der Farbüberlagerung „Alaska“ von Weiß und Rot auf dunkelblauem Grund aus dem Jahr 2015 bei 8.500 Euro hinzu (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). David Hockney durfte sich über 5.000 Euro für den linienbetonten isolierten Akt „Peter (British, B. 1937)“ auf einer Radierung des Jahres 1969 freuen (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR), Matt Mullican über 7.000 Euro für seine aus Halbkreisen und Rechtecken in schwarzer Ölkreide auf weißer Leinwand gebildeten „City Charts“ von 2010 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Die etwas höherpreisige Kunst aus Deutschland tat sich eher schwer. Weder Thomas Ruffs unscharfe Aufnahme „Nudes pt21“ von 2001, die als eines von fünf Exemplaren für 34.000 bis 36.000 Euro zu haben war, noch Axel Hüttes verfremdeter Fotoblick in den Hypipamee-Krater im australischen Queensland von 1999 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder Jörg Immendorffs stehender Bronzeaffe aus der Serie „Malerstamm Jörg“ fanden einen Abnehmer (Taxe 23.000 bis 30.000 EUR). Auch die fast noch druckfrischen rotgesättigten Farbserigrafien der Folge „Coca Cola Girl“ des mittlerweile deutlich über neunzigjährigen Pop Art-Künstlers Alex Katz wollte für bis zum 18.000 Euro niemand haben. So lag denn auch die Verkaufsrate nach Losen für die Abteilung „Contemporary Art“ lediglich bei 52,4 Prozent.

Von den drei stimmungsvolle New York-Fotografien Ralf Kaspers’ spielte nur die Vogelperspektive „Manhattan-II-Bus. NY“ aus dem Jahr 2002 untertourige 5.500 Euro ein (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Mehr Glück hatten in der Auktion eines der erotischen selbstbestimmten Frauenbilder Elvira Bachs von 1989 bei 5.200 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) und die ebenfalls den „Jungen Wilden“ verpflichtete Personenkonstellation Richard Vogls aus dem selben Jahr bei 3.300 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Auch der Bildhauer Hans Kastler konnte sich über mangelnden Zuspruch für seine drei Bronzeplastiken nicht beklagen, wobei sein blockhafter „Gorilla stehend“ mit 3.800 Euro das meiste Geld einheimste (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



07.09.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

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Losnummer: 614

Marc Chagall, Die Zauberflöte, 1967

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

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Erich Erler-Samaden, Stiller Abend

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Taxe: 3.000 - 3.500 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 513

Franz von Stuck, Liegende – Stehende

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Taxe: 2.500 - 3.500 EURO

Zuschlag: 3.300,- EURO

Losnummer: 507

Ladislav Hodný, Alaska, 2015

Ladislav Hodný, Alaska, 2015

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

Losnummer: 604

Ewald Mataré, Hahn, 1949

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Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 531

Ralf Kaspers, Manhattan-II-Bus. NY, 2002

Ralf Kaspers, Manhattan-II-Bus. NY, 2002

Taxe: 6.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 585

Hermann Albert, Frau von Cortona

Hermann Albert, Frau von Cortona

Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 519

Pablo Picasso, Face with black nose, 1969

Pablo Picasso, Face with black nose, 1969

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 41.000,- EURO

Losnummer: 544

Margit Anna, Puppe mit Katze, 1983

Margit Anna, Puppe mit Katze, 1983

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 518

Joan Miró, La Femme Toupie, 1974

Joan Miró, La Femme Toupie, 1974

Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 546

Willi Baumeister, Mo I, 1955

Willi Baumeister, Mo I, 1955

Taxe: 600 - 800 EURO

Zuschlag: 2.400,- EURO

Losnummer: 556




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