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Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit erstaunlich hoher Verkaufsrate setzte Koller in Zürich seine Möbel und Einrichtungsgegenstände ab. Auch die Sammlung Müller-Frei profitierte von der Kauflaune

Spitzenpreise für Meißner Porzellan



Johann Joachim Kändler, Krinolinengruppe mit Kammerhusar Schindler, um 1737

Johann Joachim Kändler, Krinolinengruppe mit Kammerhusar Schindler, um 1737

Eigentlich für Ende März vorgesehen, gehörte die Versteigerung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen des Schweizer Auktionshauses Koller zu den frühen Corona-Opfern im europäischen Kunsthandel. Der Termin musste auf Mitte Juni verlegt werden. Doch wie fast allgemein in der Branche war von einem pandemiebedingten Einbruch nicht viel zu spüren. In dem nicht ganz einfachen Marktsegment konnte Koller neben einer hervorragenden Absatzquote von 73,5 Prozent nach Losen auch einige beachtliche Preissteigerungen erzielen, vor allem im unteren und mittleren Bereich. So setzte sich die rheinische Reliquienbüste einer weiblichen lächelnden Heiligen des frühen 14. Jahrhunderts, die sich einst im Besitz des österreichischen Bankiers Albert Figdor befand, erst bei 31.000 Franken und damit etwa dem Dreifachen der Schätzung ab. Von 10.000 bis 18.000 Franken auf 30.000 Franken verbesserte sich ein reich mit stilisierten Blumenranken und Grotesken intarsierter Tisch aus dem indo-portugiesischen Raum, gefertigt wohl in Goa im 17. oder 18. Jahrhundert. Auf 50.000 Franken, das Zehnfache der Schätzung, schoss eine mexikanische Aufsatz-Schreibkommode mit Sternmotiven aus etwas jüngerer Zeit.


Als noch begehrter erwies sich eine böhmische Pietra-Dura-Bildplatte des frühen 17. Jahrhunderts, die dem für Kaiser Rudolf II. tätigen Giovanni Castrucci und seiner Werkstatt zugewiesen wird. Mit 15.000 bis 25.000 Franken veranschlagt, wurde das halbmeterbreite, in schwarzem Holz gerahmte Stück mit einer bunten Landschaft samt heiligem Hieronymus erst bei 115.000 Euro weitervermittelt. Als Hauptlos der gesamten Auktion war im Vorhinein eine vornehme barocke Kommode vermutlich von dem Pariser Ebenisten François Lieutaud aus den späten 1720er Jahren gehandelt, die einst der brandenburg-ansbachische Staatsmann Christoph Friedrich von Seckendorff-Aberdar sein Eigen nannte. Mit 135.000 Franken blieb der Zuschlag allerdings 15.000 Franken unterhalb der Erwartungen.

Fürstliches Silber

Stattdessen setzte sich mit 150.000 Franken ein Paar großer silberner Deckelterrinen eines Turiner Meisters mit dem Initialen I.P. aus dem späten 18. Jahrhundert mit naturalistischen Jagdstillleben als Deckelknauf an die Spitze. Das große Interesse an dem auf nur 20.000 bis 40.000 Franken taxierten Duo resultiert vielleicht auch aus der Provenienz des früheren Berner Obersten Samuel Tscharner. Außerdem sind die beiden schönen Lederfutterale erhalten. Zur unteren Grenze von 60.000 bis 80.000 Franken ging ein fein mit Blumen und Tieren intarsierter Mehrzwecktisch der Firma Abraham und David Roentgen aus den späten 1760er Jahren mit ausfahrbarem Schubladenkorpus weg. Mit 25.000 Franken honorierten die Bieter ein elegantes Eckschränkchen mit Blumengehänge ebenfalls aus der Roentgen-Werkstatt (Taxe 18.000 bis 28.000 EUR). Deutlich unterhalb der Erwartungen von mindestens 50.000 Franken erlöste eine etwa gleichzeitige Transiton-Kommode mit Mäanderfries von Jean-François Oeben nur 38.000 Franken.

Eine Rokoko-Konsole von Johann Friedrich Funk d.Ä. mit kraftvollen vergoldeten Schnitzereien platzierte sich bei 12.000 Franken an der unteren Taxgrenze, ebenso ein geschmackvolles Bureau plat mit Blumenmarketerie und Bronzebeschlägen von Jacques Dubois um 1750 bei 25.000 Franken. Für zwei chinesische Lackpaneele, die um 1740/50 in Deutschland für das sächsische Schloss Dahlen auf zwei schwarze Beistelltischchen mit goldenen Rocaillen montiert wurden, spendierten die Kunden 20.400 Franken (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Neben diesen guten Ergebnissen musste Koller aber auch einige teure Rückgänge verkraften, etwa die 120.000 bis 200.000 Franken für eine astronomische Tischuhr des Schweizer Meisters François Ducommun aus der Zeit um 1820/30. Liegenblieben zudem eine wuchtig proportionierte Empire-Kommode Joseph-Marie Bénards um 1825 mit zwei runden Porzellanmedaillons (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR) oder dasLimosiner Reliquienkästchen des 13. Jahrhunderts mit Emaille-Szenen aus dem Leben Mariens und Engelsgestalten (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR).

Teilweise lückenlos absetzen konnte Koller seine Offerte an altem Meißner Porzellan, wobei unter anderem eine schöne Eisvogelskulptur für 18.000 Franken und zwei Eichhörnchenpaare für 28.000 Franken und 30.000 Franken, teils nach Modell von Johann Joachim Kändler und aus der von Nazis geraubten Sammlung Emma Budges, von sich reden machten (Taxen zwischen 2.500 und 5.000 SFR). Für ein Rokoko-Leuchterpaar aus vergoldeter Bronze, in das zwei Flussgottheiten nach Kändler-Modellen und Porzellanblumen integriert waren, zahlte das Publikum 20.000 Franken (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR). Ein Nymphenburger Tartarenpaar von circa 1765 nach einem Modell Franz Anton Bustellis, das auch zum Räuchern diente, kletterte wiederum mit Budge-Provenienz von 2.400 Franken auf 15.000 Franken. Kein Halten mehr gab es bei einer oktogonalen Messingschatulle, die Augusto Castellani in Rom um 1870 mit antikischen Mikromosaiken, darunter Masken und Tieren, geschmückt hat. Der bei einer Schätzung von 12.000 bis 18.000 Franken begonnene Bietwettbewerb fand erst mit einem Gebot von 128.000 Franken sein spektakuläres Ende.

Sammlung Müller-Frei

Eine eigene Auktion hatte Koller dem reichen Bestand der Privatsammlung des verstorbenen Zürcher Ehepaares Paul und Ursula Müller-Frei gewidmet. Hier langten die Sammler noch beherzter zu und nahmen über 80 Prozent der knapp 300 Positionen mit. Spitzenlos wurde eine seltene Meißner Krinolinengruppe der Zeit um 1737 mit dem lustigen Kammerhusaren Schindler wiederum nach einem Entwurf Johann Joachim Kändlers für 175.000 Franken (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Die hohe Attraktivität gerade der sächsischen Porzellanofferte bezeugten auch der Einsatz von 95.000 Franken für eine Liebesgruppe mit Vogelkäfig von etwa 1736 (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR) und von 75.000 Franken für einen wenige Jahre jüngeren tanzenden Harlekin mit Kanne (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Erlesen waren auch die original chinesischen Porzellangefäße. Eine gerade einmal 13 Zentimeter hohe Doucai-Vase aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, auf der Kiefer, Pflaume und Bambus als die „Drei Freunde im Winter“ blühen, wurde von 30.000 bis 50.000 Franken auf 170.000 Franken katapultiert.

Nicht ganz so hoch gehandelt wurde das Silber, dessen hochkarätige Stücke von Londoner Meistern stammten. 52.000 Franken schaffte ein Henkelbecher mit Deckel für Schokolade von Ralph Leake aus der Zeit um 1680 (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR), gefolgt von einem 1576 datierten, vergoldeten und von unbekannter Hand gefertigten Pokal für taxgerechte 34.000 Franken. Ein Deckelhumpen John Suttonsvon 1683, auf dessen Wandung fantasievolle Chinoiserien zu sehen sind, wechselte für 32.000 Franken den Besitzer (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR). Eine schlichte, aber stilvolle Teekanne von Paul de Lamerie mit der Datierung 1714 kostete 26.000 Franken (Taxe 5.000 bis 8.000 SFR). Ein ornamental geschnittenes chinesisches Trinkhorn aus spinatgrüner Jade spielte 46.000 Franken ein (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR).

Teuerstes Gemälde wurde eine gemeinsam von Daniel Seghers und Erasmus Quellinus II. geschaffene Maria mit Kind als Steinskulptur in einer prachtvollen Blumenkartusche für 90.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Zu nennen sind außerdem ein voll erblühter Blumenstrauß aus der Werkstatt Frans Francken II. für 30.000 Franken (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR) und Jean-Baptiste Armand Guillaumins impressionistische Frau beim Nähen in einem Blumengarten von 1888 für 38.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Als teuerstes Möbelstück nahm ein Bieter eine hübsche Lackkommode mit fernöstlichem Landschaftsdekor des Pariser Meisters Léonard Boudin aus der Zeit um 1770 bei 40.000 Franken knapp unterhalb der Schätzung mit nach Hause.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



17.08.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Jean-Baptiste Armand Guillaumin, Frau beim Nähen in einem Blumengarten, 1888

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John Sutton, Deckelhumpen, London 1683

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