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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Journal

Museen, die Blockbuster-Ausstellungen planen, haben es wegen der Besucherbeschränkungen derzeit schwer. Das ist auch dem Potsdamer Museum Barberini widerfahren, das mit seiner Ende Februar eröffneten Monet-Schau geradewegs in den Shutdown gelaufen ist. Direktorin Ortrud Westheider gibt Auskunft, wie sich die Situation für ihr Haus darstellt

Kunst ist unser Auftrag



Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini, spricht über die Lage ihres Hauses in der Corona-Krise

Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini, spricht über die Lage ihres Hauses in der Corona-Krise

Schon seit dem 6. Mai hat das Museum Barberini in Potsdam nach der temporären Schließung aufgrund der Corona-Pandemie wieder geöffnet. Die Ausstellung „Monet. Orte“ mit Landschaftsbildern des großen französischen Impressionisten, die auf seinen Reisen an die Küste der Normandie, nach London oder Venedig, aber auch in seiner unmittelbaren Umgebung entstanden sind, wurde verlängert und zog trotz der Schließung und der Beschränkungen seit der Wiedereröffnung rund 110.000 Besucher in den Bann. Nicole Büsing und Heiko Klaas haben Ortrud Westheider, die Direktorin des Museums Barberini, nach den Auswirkungen des Lockdowns für ihr Haus und nach den Möglichkeiten der Museumsarbeit während der Corona-Krise befragt.


Nicole Büsing & Heiko Klaas: Frau Westheider, hatte Ihr Haus während der Zeit des Lockdowns hohe Einbrüche im Vergleich etwa zum Vorjahr zu verzeichnen?

Ortrud Westheider: Der Lockdown und somit die Schließung des Museums etwa zwei Wochen nach Öffnung der großen Ausstellung „Monet. Orte“ war praktisch eine Vollbremsung im laufenden Betrieb. Wir hatten in den ersten Wochen täglich über 2.500 Besucher und dann von einem Tag auf den anderen keinen einzigen Gast mehr im Haus. Das ist der schwerwiegendste Einbruch, den wir in der kurzen Geschichte des Museums hatten, wirklich dramatisch.

NB & HK: Haben Sie zum Beispiel mit digitalen Angeboten versucht, den Kontakt zu Ihren Besuchern aufrechtzuerhalten? Falls ja, wäre es schön, wenn Sie uns ein konkretes Beispiel nennen und beschreiben könnten. Gab es positives Feedback, dass Sie gerne erwähnen würden?

OW: Barberini digital gehört zum festen Bestandteil unseres Programms – auch schon vor der Corona-Zeit. Mit gefilmten Ausstellungsrundgängen, digitalen 360° Touren, Bildbesprechungen oder Experteninterviews teilen wir täglich unsere Begeisterung für die Kunst und die Geschichten dahinter und sind im ständigen Kontakt mit unseren Followern. Nach der Schließung haben wir die digitalen Aktivitäten dann weiter ausgebaut und einige neue Formate entwickelt, etwa die „Live Tour“, bei der ein Guide die Teilnehmer virtuell durch die Ausstellung führt – fast als wäre man im Museum. Das wird von den Besuchern sehr gut angenommen.

NB & HK: Zur Situation der Mitarbeiter: War Kurzarbeit erforderlich? Oder konnten in der Zeit des Lockdowns vielleicht sogar andere Arbeiten sinnvoll erledigt werden, für die es im Alltagsbetrieb zu wenig Zeit gibt?

OW: Für den Großteil des Teams bedeutete der Lockdown nicht weniger, sondern mehr Arbeit. Wir hatten alle Hände voll damit zu tun, zunächst das Museum vollständig „herunterzufahren“, dann so schnell wie möglich die Wiedereröffnung mit all den erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen vorzubereiten und gleichzeitig die Ausstellungstermine zu verschieben. Wir sind sehr dankbar, dass wir in dieser herausfordernden Zeit angesichts des hohen Pensums nicht in Kurzarbeit gehen mussten.

NB & HK: Welchen behördlichen Auflagen unterliegt Ihr Haus derzeit bezüglich Besucherzahl, Mindestabständen, vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen, Tragen von Masken oder reduzierten Öffnungszeiten? Welche Angebote machen Sie Ihren Besuchern, um den Aufenthalt so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten?

OW: Um den Ausstellungsbesuch auch während der Corona-Pandemie zu ermöglichen, haben wir viele Sicherheitsregeln eingeführt. So ist die Zahl der Museumsbesucher limitiert, die Ticketbuchung nur online möglich, um Wartezeiten und Gruppenbildungen zu vermeiden. Es gibt einen festgelegten Parcours, der den Gästen helfen soll, den notwendigen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern immer einzuhalten. Die Besucher sind im Museum außerdem angehalten, Schutzmasken zu tragen und für eine Audiotour die Barberini App auf ihrem eigenen Handy zu verwenden. Das Gebot der Stunde lautet Abstand halten und möglichst nichts berühren. Das gilt in Museen jetzt nicht mehr nur für die Kunstwerke.

NB & HK: Haben Sie sich für die Zeit nach der Wiedereröffnung besonders attraktive oder innovative Formate überlegt? Wenn ja, welche?

OW: Allein die Maßnahmen für die Wiedereröffnung und den sicheren Besuch des Museums haben uns sehr viele Ideen und ein komplettes Umdenken abverlangt. Wir sind froh, dass es uns kurz nach der angekündigten Lockerung gelungen ist, das Haus den Besuchern wieder schnellstmöglich öffnen zu können. Jetzt arbeiten wir an verschiedenen Ideen, wie wir nun öffentliche Führungen oder auch die eine oder andere Veranstaltung wie das beliebte Gesprächskonzert „KlangFarben“ mit dem gebotenen Abstand anbieten können.

NB & HK: Mussten Sie wichtige Ausstellungen verschieben oder absagen? Wurden laufende Ausstellungen verlängert?

OW: Die Monet-Ausstellung konnten wir dank der sofortigen und großzügigen Einwilligung unserer zahlreichen Leihgeber bis zum 19. Juli verlängern, das heißt, wir haben die geplante Ausstellungsdauer einhalten könnnen. Es freut uns sehr, dass wir die mit dem Kunstmuseum Basel langjährig geplante Rembrandt-Schau ebenfalls retten und auf nächstes Jahr verschieben konnten. Das ist ein großartiger Erfolg für uns!

NB & HK: Welche wichtigen Ausstellungen planen Sie noch im Verlauf des Jahres, und inwieweit hat sich ihre Jahresplanung jetzt verändert?

OW: An unserem Herbstprogramm halten wir fest. Ab September 2020 werden wir dauerhaft die umfangreiche Sammlung impressionistischer Gemälde des Museumsgründers Hasso Plattner zeigen – darunter Meisterwerke von Monet, Renoir und Signac. Dies wird ein Wendepunkt, denn damit wird das Museum Barberini zu einem der weltweit wichtigsten Zentren impressionistischer Landschaftsmalerei gehören. Parallel präsentieren wir ab November 2020 „Impressionismus in Russland“ mit Werken zahlreicher Künstler, die sich am Ende des 19. Jahrhunderts von den Themen und der Malweise der französischen Impressionisten anregen ließen.

NB & HK: Wie zuversichtlich sind Sie, dass der Ausstellungsbetrieb von einem erneuten Lockdown verschont bleibt?

OW: Wir sind optimistisch und weiterhin ständig im Kontakt mit den zuständigen Behörden, um schnellstmöglich in alle Richtungen reagieren zu können, sollte es die Situation erfordern. Die Kunst ist unser Auftrag und unsere Leidenschaft, aber die Gesundheit der Mitarbeiter und Gäste hat bei uns allerhöchste Priorität.

NB & HK: Frau Westheider, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:

Museum Barberini

Humboldtstraße 5–6

DE-14467 Potsdam

Telefon:+49 (0331) 97 992 185

Telefax:+49 (0331) 97 992 183

E-Mail: info@museum-barberini.com



20.07.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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in der
 Ausstellung „Monet. Orte“
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 Ausstellung „Monet. Orte“
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Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini, spricht über die Lage ihres Hauses in der Corona-Krise
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Variabilder:

Das
 Museum Barberini in Potsdam
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Claude Monet, Blick auf Bordighera, 1884

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Claude Monet, Die Tuilerien, 1876

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Das Museum Barberini in Potsdam

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in der Ausstellung „Monet. Orte“

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Claude Monet, Getreideschober, 1890

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in der Ausstellung „Monet. Orte“

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Claude Monet, Waterloo Bridge. Sonne, 1903

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in der Ausstellung „Monet. Orte“

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Claude Monet, Der Palazzo Contarini, 1908

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in der Ausstellung „Monet. Orte“

in der Ausstellung „Monet. Orte“

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