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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

In der Fondation Beyeler geht nach der coronabedingten Unterbrechung die nochmals verlängerte Personale zu Edward Hopper bis in den Herbst weiter und widmet sich der Landschaftskunst des großen Realisten

Bilder zum Weiterdenken



Edward Hopper, Railroad Sunset, 1929

Edward Hopper, Railroad Sunset, 1929

Nahezu glühend entzünden sich über einer grünen Hügellandschaft gelbrote Farbstreifen im Abendhimmel der amerikanischen Prärie. Horizontale Schichtungen strukturieren das Bild. Zwischen einem turmartig aufragenden Bahnwärterhäuschen und einem Telegrafenmast als einzigen Zeugen der Zivilisation durchziehen Eisenbahnschienen die gesamte Breite des Gemäldes. Das Sujet bildet einen kleinen Ausschnitt einer weiten, leeren, unendlichen Landschaft, die der Betrachter in seinen Vorstellungen ergänzen muss. „Railroad Sunset“, so der Titel des 1929 gemalten Werkes, ist ein poetisches, zugleich aber streng komponiertes Erinnerungsbild. „Jedes Bild ist ein Moment der Zeit, genauestens festgehalten mit äußerster Intensität“, merkte der Maler Edward Hopper 1964 dazu an.


Den Besucher erwarten in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel derzeit 65 dieser eingefrorenen Momente der Zeit, die der Kurator Ulf Küster in sechs thematische Segmente gegliedert hat. Anlass für die erste Hopper-Schau in der deutschsprachigen Schweiz war das Landschaftsbild „Cape Ann Granite“ von 1928. Als es als Dauerleihgabe Eingang in den Fundus der Fondation Beyeler fand, entstand die Idee, sich in einer Ausstellung den bislang vernachlässigten Naturansichten Hoppers zu widmen. Der farbintensive Hügel aus gewaltigen Felsbrocken, grünen Weiden und Federwolken an der Felsenküste von Gloucester in Massachusetts zeigt Hoppers Bemühungen um Licht- und Schattenwirkungen und zeugt von seiner intensiven Beschäftigung mit der Präsenz und emotionalen Effekten von Stofflichkeit.

Sie lassen sich zurückführen auf die Ausbildung des 1882 bei New York geborenen Künstlers zum Gebrauchsgrafiker. Neben seiner Berufstätigkeit als freier Illustrator führten längere Studienreisen Edward Hopper auch nach Europa. Nach 1915 stellten sich erste Erfolge mit Landschaftsaquarellen und Radierungen ein. Die wachsende Anerkennung als Maler erlaubte es ihm um 1925, seine Tätigkeit als Werbeillustrator aufzugeben. Berühmt wurde er mit Ölgemälden, deren Ästhetik nachhaltig in die Populärkultur Eingang fand, aber auch die Fotografie und den Film nachhaltig beeinflusste. Keiner verstand es besser, die Leere und Weite der amerikanischen Landschaft zu interpretieren.

Edward Hopper legte seine Landschaftskompositionen so an, dass der Betrachter dazu animiert wird, sich vorzustellen, wie sie sich außerhalb des Bildraumes fortsetzen. Während in den Klassen für Landschaftsmalerei der europäischen Kunstakademien gelehrt wurde, Gemälde durch seitliche Baumgruppen oder Felsen einzufassen und den Betrachterblick etwa durch Hügel oder Stimmungselemente zu lenken, malte Hopper seine Landschaften als Ausschnitt eines größeren Ganzen. Somit löste er sich von traditionellen Theorien und frönte dem Klischee des modernen Amerikas als Land unbegrenzter Räume. Leuchttürme oder eigentümliche Häuser boten ihm dabei ebenso Orientierung in der freien Natur wie Segelschiffe, die der begeisterte Segler in sich stets bewegende Meeresstimmungen einfügte.

Wie genau und überlegt seine auf den ersten Blick so einfach und unprätentiös wirkenden Bilder durchkomponiert sind, verraten subtil arrangiere Kontraste aus geometrischen Formen von Häusern und Dächern mit sanft schwingenden Hügeln. Mit sparsamen Mitteln verstand Hopper es, eine tiefe Atmosphäre zu erzeugen, die auch seine inneren Welten spiegelt. Die Schau schließt mit dem Gemälde „Gas“ von 1940. Das Hauptbild aus der Tankstellenserie gehört zu seinen wichtigsten Motivfindungen. Nirgendwo sind die Lichtstimmungen so ausgeklügelt wie hier. Artifizielles Licht und unheimliche Dämmerung, Unergründlichkeit der Natur und aufgereihte Zapfsäulen bilden die Gegensätze. Vertraute Situationen sind in seltener Ferne völlig entrückt. Hoppers imaginäre Kulissen lassen vieles in der Schwebe.

Verschlossen, einsam, melancholisch, wie der Kinogänger Hopper selbst, nahmen Regisseure, etwa Alfred Hitchcock, Ridley Scott oder Wim Wenders, seine Motive zum Vorbild. In den 1970er Jahren war der 1967 verstorbene Hauptvertreter des amerikanischen Realismus in Europa noch weitgehend unbekannt. In einem Screeningraum wird am Ende eine Hommage von Wim Wenders an Edward Hopper in der Form eines 3D-Kurzfilms gezeigt. Eigens für die Schau gedreht, will Wenders auf poetische wie anrührende Weise deutlich machen, wie viel das Kino Hopper verdankt und wie er das Kino beeinflusste.

Die Ausstellung „Edward Hopper“ wird bis zum 20. September verlängert. Die Fondation Beyeler hat täglich von 10 bis 18 Uhr, am Mittwoch zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 25 Franken, ermäßigt 20 Franken. Der Ausstellungskatalog kostet im Museum 62,50 Franken, der Begleitführer 19,90 Franken.

Kontakt:

Fondation Beyeler

Baselstrasse 101

CH-4125 Riehen

Telefax:+41 (061) 64 59 719

Telefon:+41 (061) 64 59 700

E-Mail: fondation@beyeler.com



09.07.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


26.01.2020, Edward Hopper

Bei:


Fondation Beyeler

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Bericht:


Bilder ohne Fröhlichkeit

Bericht:


Existenzialität des Unbewussten

Variabilder:

Edward Hopper, Square Rock. Ogunquit, 1914
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Variabilder:

Edward Hopper, Second Story Sunlight, 1960
Edward Hopper, Second Story Sunlight, 1960

Variabilder:

Edward Hopper, Gas,
 1940
Edward Hopper, Gas, 1940

Variabilder:

Edward Hopper, Cobb’s Barns. South Truro, 1930/33
Edward Hopper, Cobb’s Barns. South Truro, 1930/33







Edward Hopper, Square Rock. Ogunquit, 1914

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Edward Hopper, Second Story Sunlight, 1960

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Edward Hopper, Gas, 1940

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Edward Hopper, Cobb’s Barns. South Truro, 1930/33

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Edward Hopper, Cape Ann Granite, 1928

Edward Hopper, Cape Ann Granite, 1928

Edward Hopper, Lighthouse Hill, 1927

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Edward Hopper, Portrait of Orleans, 1950

Edward Hopper, Portrait of Orleans, 1950

Edward Hopper, Lee Shore, 1941

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Edward Hopper, Cobb’s Barns and Distant Houses, 1930/33

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Edward Hopper, Cape Cod Morning, 1950

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Wim Wenders, Two or three things I know about Edward Hopper, 2020

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