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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Von Krisenstimmung keine Spur: Die Alten und Neueren Meister verkauften sich bei Koller in Zürich wie geschnitten Brot

Mitbringsel aus Ville d’Avray



Fede Galizia, Früchtestillleben mit Trauben in einer weißen Keramikschale, einem Granatapfel und Birnen auf einer Steinplinthe

Fede Galizia, Früchtestillleben mit Trauben in einer weißen Keramikschale, einem Granatapfel und Birnen auf einer Steinplinthe

Für die Verfechter der augenblicklich allerorten angestrebten Gleichberechtigung dürfte die Nachricht besonders erfreulich sein: Eine Frau avancierte auf der vergangenen Versteigerung Alter Meister im Zürcher Auktionshaus Koller zur teuersten Malerin. Fede Galizias atmosphärisches Stillleben mit Weintrauben und Früchten in einer weißen Keramikschale, das schon von einigen Wespen heimgesucht wird, war im Vorfeld auf 150.000 bis 200.000 Franken angesetzt, konnte diesen Wert auf 370.000 Franken annähernd verdoppeln. Erst in jüngerer Zeit rückt die Mailänder Künstlerin, die von 1578 bis 1630 lebte und schon damals einem breiteren Publikum bekannt war, wieder in den Fokus der Wissenschaft, und auch das jetzt versteigerte Gemälde war bislang nur wenigen Eingeweihten bekannt.


Die wegen der Corona-Pandemie von Ende März auf Mitte Juni verschobenen Frühjahrsauktionen bei Koller erreichten mit den Alten und Neueren Meistern einen ihrer Höhepunkte. Die Käufer ließen sich von dem Virus nicht unsicher machen. Ihre Beteiligung war rege, vor allem an den Telefonen und im Internet, so dass auf die verschiedenen Sparten Zuschlagsquoten von jeweils über 70 Prozent entfielen. Lediglich bei der Druckgrafik und den Helvetica hielten sich die Sammler mit 45 Prozent verkaufter Positionen etwas zurück. Wertmäßig bezifferte Koller das Ergebnis mit 110 Prozent der Schätzpreissumme. An die zweite Stelle der Zuschlagsliste setzte sich am 19. Juni eine der ältesten Offerten der Auktion: 280.000 Franken erzielte die spätgotische Darstellung der mystischen Vermählung der heiligen Katharina mit dem Jesusknaben auf dem Schoß der Muttergottes, geschaffen in der Mitte des 15. Jahrhunderts von dem in Florenz tätigen Bicci di Lorenzo (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR). Von 10.000 bis 15.000 Franken konnte sich ein „Ecce Homo“ Giovanni Pietro Rizzolis, der auch unter seinem Kurznamen Gianpietrino firmiert, überraschend auf 95.000 Franken steigern.

Gemälde Alter Meister

Annähernd in der gleichen Liga wie die Italiener spielten die Niederländer, etwa mit einer quirligen Bauernhochzeit Maerten van Cleves I für 220.000 Franken (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR) oder einem fein gemalten Blumenstillleben in einer chinesischen Porzellanvase Balthasar van der Asts für 190.000 Franken (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR). Fast das Zehnfache der Schätzung – statt 25.000 bis 35.000 Franken durchaus marktübliche 210.000 Franken – erlöste Salomon van Ruysdaels günstig veranschlagte, weite Landschaft mit Baumgruppe, Kuhherde, Hirten sowie den Resten der Abtei Egmond im Hintergrund. Von 30.000 bis 40.000 Franken verzeichnete Koller auch für ein kleines Rundbild einen ordentlichen Wertzuwachs auf 110.000 Franken. Auf dem Tondo hatte ein Maler aus der Nachfolge Pieter Bruegels d.Ä. dessen etwas zynischen „Sturz der Blinden“ wiederholt.

Zu nennen sind ferner Pieter de Hoochs musizierende Gesellschaft in einem verschatteten Interieur wohl aus den 1680er Jahren für 70.000 Franken (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR) und ein „Lachender Demokrit“ im caravaggesken Figurenstil aus dem Atelier Dirck van Baburens von 1622 für 50.000 Franken (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Auf französischer Seite gab es zumindest einen sechsstelligen Zuschlag: Zwei klassizistische Hafenansichten, die Charles François de Lacroix laut Datierung 1776 als großformatige Gegenstücke konzipiert hat, blieben mit 180.000 Franken allerdings etwas unterhalb der Erwartungen von mindestens 200.000 Franken hängen. Dafür verdoppelte sich der Wert von Noël-Nicolas Coypels eineinhalb Meter hoher Mythologie „Der Triumph der Amphitrite“ auf 70.000 Franken. Das österreichische Rokoko vertrat der Feinmaler Franz Christoph Janneck mit den Pendants von feiernden Gesellschaften, die sich zwischen Innen- und Außenraum bewegen, erfolgreich bei 35.000 Franken (Taxe 25.000 bis 40.000 SFR).

Gemälde des 19. Jahrhunderts und Zeichnungen

Bei den Neueren Meistern verbesserte sich Eugen von Blaas’ anrührendes „Junges Mädchen mit Blumenkorb“ aus dem Jahr 1898 von 60.000 bis 80.000 Franken klar auf 110.000 Franken. Auch andere, niedriger bewertete Bilder ließen die Schätzungen zum Teil weit hinter sich. Michael Nehers 1849 romantisch verklärte, biedermeierlich gemalte „Weinernte in Esslingen“ kletterte von 20.000 Franken auf 43.000 Franken und eine 1861 von Johann Gottfried Steffan aufgenommene Gebirgslandschaft am Walensee bei Weesen mit Ziegenhirtin von 15.000 Franken auf 38.000 Franken. Henri Fantin-Latours „Nature morte aux abricots“ aus dem Jahr 1869 wechselte für taxgerechte 42.000 Franken den Besitzer, während sich der Belgier Louis Pierre Verwée für seine pittoresken Winterlandschaft aus dem Jahr 1851 bei 20.000 Franken mit der Hälfte der Erwartungen begnügen musste.

Die Handzeichnungen schlossen erwartungsgemäß maximal im niedrigen fünfstelligen Bereich ab, hielten aber ebenfalls Überraschungen bereit. Jeweils 15.000 Franken gab es für einen antikischen Jünglingskopf im Profil aus der Schule Leonardo da Vincis und eine Verbildlichung des Traumes Jakobs von der Himmelsleiter aus dem Umkreis Crispijn van den Broecks oder 17.000 Franken für eine Heilige Familie samt Johannesknaben aus dem weiteren Umkreis Raffaels. Jeweils 22.000 Franken schafften ein wilder Kampf nackter muskulöser Männer wohl von Amico Aspertini, die spätgotische Darstellung eines Pilgers mit Stock und Hut aus der flämischen Schule samt einer Kelchstudie auf der Rückseite sowie das winzige Portrait eines bärtigen Mannes mit Hut im Profil nach links aus dem Rembrandt-Umfeld. Die Schätzungen waren allesamt nicht höher als 4.000 Franken. Eine präzise Pferdezeichnung Théodore Géricaults, die 1823 auch als Lithografie erschien, kostete 19.000 Franken (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR), und Franz von Stuck freute sich über 15.000 Franken aquarellierte Kreidezeichnung einer kecken Kentaurin aus dem Jahr 1904 (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR).

Eine Schweizer Sammlung

Fast ohne Ausnahme konnte Koller die gut zwei Dutzend Offerten aus einer Schweizer Privatsammlung absetzen, auch hier mit zum Teil bedeutenden Steigerungen. Höhepunkt wurde erwartungsgemäß Max Liebermanns furiose Wiedergabe der Blumenterrasse seiner Berliner Wannsee-Villa nach Norden aus dem Kriegsjahr 1918 für 400.000 Franken (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR). Bei 250.000 Franken folgte, ebenfalls von Liebermann, das ungezwungene Treiben zahlreicher Schlittschuhläufer im Berliner Tiergarten von 1921 in Braun-Weiß-Nuancen (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR). Lovis Corinths 1902 datiertes Bildnis seiner späteren Frau Charlotte Berend als „Maske im weißen Kleid“ brachte es auf 155.000 Franken (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR), ein bunter Blumenstrauß Hans Purrmanns vor ebenso farbenprächtiger Tapete auf 100.000 Franken (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR).

Die meisten anderen Bilder waren französischer Herkunft, mit einem Schwerpunkt auf der Freiluftmalerei Jean-Baptiste Camille Corots wie dem aus den 1830er Jahren stammenden Frühwerk „Ville d’Avray. Allée sous bois“ für 125.000 Franken (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR), einem weiteren, rund dreißig Jahre jüngeren Mitbringsel des Künstlers von diesem häufig aufgesuchten Städtchen für 165.000 Franken (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR) und einer ebenso stillen Baumgruppe bei „Passiance (Landes)“ im Südwesten Frankreichs von 1872 für 130.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Sehr gute Abschlüsse gelangen auch Charles-François Daubigny, vor allem dank der frühlingshaften Impression „Paysan à cheval, tirant une herse, près de Valmondois“ für 125.000 Franken – immerhin Platz 3 im Auktionsranking Daubignys (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



08.07.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Max Liebermann, Blumenterrasse im Wannseegarten nach Norden, 1918
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Henri Fantin-Latour, Nature morte aux abricots, 1869

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Taxe: 35.000 - 50.000 SFR

Zuschlag: 42.000,- SFR

Losnummer: 3224

Maerten van Cleve I und Werkstatt, Bauernhochzeit im Freien

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Taxe: 150.000 - 250.000 SFR

Zuschlag: 220.000,- SFR

Losnummer: 3021

Max Liebermann, Blumenterrasse im Wannseegarten nach Norden, 1918

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Taxe: 250.000 - 350.000 SFR

Zuschlag: 400.000,- SFR

Losnummer: 3115

Théodore Géricault, Chevaux de ferme

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Taxe: 5.000 - 7.000 SFR

Zuschlag: 19.000,- SFR

Losnummer: 3457

Max Liebermann, Schlittschuhläufer im Tiergarten, 1921

Max Liebermann, Schlittschuhläufer im Tiergarten, 1921

Taxe: 150.000 - 200.000 SFR

Zuschlag: 250.000,- SFR

Losnummer: 3122

Charles François de Lacroix, Mediterrane Hafenansichten, 1776

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Taxe: 200.000 - 300.000 SFR

Zuschlag: 180.000,- SFR

Losnummer: 3073

Jean-Baptiste Camille Corot, Passiance (Landes), 1872

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Taxe: 40.000 - 60.000 SFR

Zuschlag: 130.000,- SFR

Losnummer: 3110

Eugen von Blaas, Junges Mädchen mit Blumenkorb, 1898

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Taxe: 60.000 - 80.000 SFR

Zuschlag: 110.000,- SFR

Losnummer: 3210

Lovis Corinth, Maske im weißen Kleid, 1902

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Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

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Losnummer: 3118

Balthasar van der Ast, Stillleben mit Tulpen, Rosen und Nelken in einer Wan-Li-Porzellanvase mit Insekten, um 1622/24

Balthasar van der Ast, Stillleben mit Tulpen, Rosen und Nelken in einer Wan-Li-Porzellanvase mit Insekten, um 1622/24

Taxe: 200.000 - 300.000 SFR

Zuschlag: 190.000,- SFR

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Michael Neher, Weinlese in Esslingen, 1849

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Salomon van Ruysdael, Weite Landschaft mit Baumgruppe, Kuhherde, Hirten und der Abtei Egmond im Hintergrund, um 1655/60

Salomon van Ruysdael, Weite Landschaft mit Baumgruppe, Kuhherde, Hirten und der Abtei Egmond im Hintergrund, um 1655/60

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Franz von Stuck, Kentaurin, 1904

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