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Am Badestrand / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Malerinnen des Bodensees in Konstanz

Agnes Susanne Scheurmann, Junker Heuschreck und Jungfer Libelle fahren zum Maientanz

„Malweiber“ – so wurden um 1900 in der freien Natur zeichnende Frauen tituliert. Selbstbewusstes Auftreten, extravagantes Outfit, teils auch regelwidrige künstlerische Ausdrucksweisen zeichneten sie aus. Wie viele Schriftsteller, Gelehrte und männliche Kollegen zog es auch sie in die damals noch ländlich geprägte Gegend rund um den Bodensee. Zunächst um dem hektischen städtischen Alltag zu entkommen, später aufgrund politischer Verfolgung bot sich ihnen hier ein Zufluchtsort. Die neue Weimarer Verfassung ermöglichte ab 1919 den Frauen das Studium an Akademien, das ihnen zuvor aus „Sachlichkeitsgründen“ verwehrt war. Derzeit rückt die Städtische Wessenberg-Galerie in Konstanz das Schaffen von zehn zwischen 1791 und 1923 geborenen Künstlerinnen in den Fokus und stellt unter dem Titel „Beruf Künstlerin. Zehn deutsche Malerinnen am Bodensee“ ihre Werke und Biografien vor.

Unter den vier Konstanzer Pionierinnen ist Marie Ellenrieder (1791-1863) die älteste, bekannteste und talentierteste. Im Jahr 1813 wurde sie ausnahmsweise als erste Studentin an der 1808 gegründeten Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München aufgenommen. Rasch stieg sie zur gefragten Porträtistin bedeutender Persönlichkeiten auf. Später wandte sich Ellenrieder von dieser Gattung ab und stieg als tiefgläubige Katholikin zur ersten erfolgreichen Altarmalerin nördlich der Alpen auf. Warmes Kolorit und eine motivische Durchdringung zeichnen ihre Gemälde aus. Dagegen zeigen die Porträts von Berta Dietsche (1851-1917) und Elise Brunner (1853-1932) düster und launig illustrierte Personen, während Amalie Vanotti (1853-1936) mit einer stimmungsvollen Genremalerei aufwartet.

Die meisten Künstlerinnen waren damals Autodidaktinnen, pflegten einen emanzipierten Lebensstil, arbeiteten vielseitig auch im kunstgewerblichen Sektor, traten kaum an die Öffentlichkeit und wurden erst in den letzten Jahren wiederentdeckt. In diese Kategorie fallen etwa die durch Scherenschnitte, kleinformatige Gouachen mit beschaulichen Landschaften hervorgetretene Agnes Susanne Scheurmann (1881-1974), während Ilna Ewers-Wunderwald (1875-1957) neben ihren filigran gestalteten, skurrilen Bildschöpfungen auch als Modeschöpferin auf sich aufmerksam machte. Erst 2019 fand ihre Wiederentdeckung im Rahmen einer Schau im Berliner Bröhan-Museum statt.

Bis heute kaum bekannt ist Katharina Weissenborn (1884-1978), die 1902 als erste Frau an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar angenommen wurde. Ihre Radierungen und Farbholzschnitte beeindrucken durch klare und feste Kompositionen. Als ideales Medium für kontrastreiche Licht- und Schattenkompositionen bildete der Holzschnitt auch die bevorzugte Technik für die experimentierfreudige Gertraud Herzger von Harlessem (1908-1989), die zunächst an der Kunstschule von Johannes Itten, dann ab 1930 an der Burg Giebichenstein in Halle an der Saale ihre Ausbildung absolvierte. Primär als Buchgestalterin trat Elisabeth Mühlenweg (1910-1961) hervor, deren Familie eng mit jener von Otto Dix verbunden war. Dessen Tochter Nelly Dix (1923-1955) gehört zu den bekanntesten Malerinnen der Auswahl. Ihre kleinformatigen, farblich lebendig gefassten und unendlich detailreichen Bildcollagen umfassen eine weit gefächerte Thematik von Zirkus- und Jahrmarktszenen über Alltagsidyllen bis hin zu Heiligenbildern.

Die Ausstellung „Beruf Künstlerin. Zehn deutsche Malerinnen am Bodensee“ ist bis zum 30. August zu sehen. Die Wessenberg-Galerie hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Zur Ausstellung ist eine kostenlose Zeitung erschienen.

Städtische Wessenberg-Galerie
Wessenbergstraße 43
D-78462 Konstanz

Telefon: +49 (0)7531 – 900 2921
Telefax: +49 (0)7531 – 900 2608

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


09.05.2020, Beruf Künstlerin. Zehn deutsche Malerinnen am Bodensee

Bei:


Städtische Wessenberg-Galerie

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Elise Brunner, Studienkopf eines jungen Mädchens, 1884
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Agnes Susanne Scheurmann, Junker
 Heuschreck und Jungfer Libelle fahren zum Maientanz
Agnes Susanne Scheurmann, Junker Heuschreck und Jungfer Libelle fahren zum Maientanz

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Katharina Weissenborn, Shellal beim Staudamm,
 Oberägypten
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Amalie Vanotti, Bauernhof im Wald
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Elisabeth Mühlenweg, Ohne Titel (Selbstbildnis), 1940
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Gertraud Herzger von Harlessem, Ruth, 1929
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