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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum setzt Werke seiner hochkarätigen Kollektion in einen Dialog mit Arbeiten aus der Sammlung der städtischen Sparkasse

Eine Vielfalt des Erlebten und Gedachten



Andreas Komotzki, Slow Day – view from the artist’s studio, 2013

Andreas Komotzki, Slow Day – view from the artist’s studio, 2013

„Zunächst einmal war ich skeptisch“, gestand Gerhard Finckh, der langjährige Direktor des Wuppertaler Von der Heydt-Museums, als der Vorstand der städtischen Sparkasse eine Präsentation der hauseigenen Kunstsammlung im Wechsel mit dem Museumsfundus anregte. Grund für dieses Ansinnen war die Rückschau auf 50 Jahre Erwerbstätigkeit, in denen das Wuppertaler Geldinstitut den stolzen Fundus von rund 3.000 Werken von 700 Künstlern ankaufte. Der nun als Kurator engagierte ehemalige Museumschef war sich sehr wohl der Unterschiede des Sammelns bewusst. Eine Sparkassensammlung sei eher eine Ansammlung, bei der man sich fragen müsse, wo der Kern liege und was das Ziel sei, meinte Finckh, was aber trotzdem spannende Komponenten bergen könne. Den Erwerbungen für ein Museum liege eine völlig andere Struktur zugrunde. Doch diejenigen, die mit bestimmten Beweggründen eine Sparkasse betreten, seien die selben, die mit wiederum anderen Erwartungen ein Museum besuchen. Diese Schnittstelle regte Finckh zu Überlegungen an, ähnlich einem Essay willkürlich gewählte Themen zu setzen, die nun in acht Kapiteln den Rahmen eines inszenierten Zwiegesprächs bilden.


So erwarten den Besucher mal liedhaft, mal nüchtern gemischte rund 150 Werke von 83 Künstlern. Mal etwas um die Ecke gedacht, mal offensichtlich deuten sie die schlagwortartig gesetzten Inhalte und eröffnen mannigfache, zumeist weit gestreckte Interpretationsspielräume. Zu Beginn geht es hochaktuell um „Menschen und Masken“. Während sich der Mensch der Kunst öffnet, muss er im Geschäftsleben – und in Corona-Zeiten auch zum Gesundheitsschutz – oft eine Maske tragen. Die unterschiedlichen Facetten des Menschen, seine divergierenden Vorstellungen und Erfahrungen bringen die Bilder zum Ausdruck. Aufrecht und selbstbewusst einherschreitend, verkörpert Joseph Beuys auf seinem Lichtdruck „La rivoluzione siamo Noi“ von 1972 selbst den Aufstand, während Karl Hofers „Mädchen mit grüner Fahne“ von 1952 eher zögerlich, ja fast resignierend das Zeichen des Umsturzes schwingt. Apathisch, aber auch straff erscheinen die abstrahierten Gesichter in Robert Fillious Serigrafien, während Peter Kowald 1994 die verschiedenen und doch immer gleichen Mienen des „Global Village“ auf einem Fotodruck schildert.

Wie unterschiedlich die Wahrnehmungsvorgänge einzelner Menschen sein können, möchte das Kapitel „Rot sehen“ am Beispiel dieser Farbe untersuchen. Die Bandbreite des für Hitze, Freude, Feuer oder Blut stehenden Kolorits demonstrieren unter anderem Rupprecht Geiger mit gleißend rot gehaltenen Siebdrucken, die eher gedämpften Tonlagen der Variation „Glühendes Zentrum“ aus Josef Albers’ Serie „Hommage to the Square“ oder die prickelnd getupfte Farbfeldmalerei von Kuno Gonschior. Danach geht es um Unschärfe. Gerhard Richters verschwommenes Gemälde „Scheich mit Frau“ von 1966 lässt die beiden nebeneinander sitzenden Personen mehr erahnen, als erkennen, und auch das daneben platzierte Foto „Slow Day“ von Andreas Komotzki gestattet nur einen diffusen Blick durch das regenbenetzte Fenster auf die Häuserfront gegenüber. Hier geht es um das genaue Hinsehen, das auch bei Geldgeschäften angesagt ist.

Der umbaute Raum und die Architektur spielen für das menschliche Leben in der Freizeit sowie als Rückzugs- oder Repräsentationsort eine prominente Rolle. Corinne Wasmuht zeigt in ihrem Ölgemälde „Calafate“ von 2014 die zurückgebliebenen wirren Erinnerungen an den Wartebereich eines Flughafenterminals. Rascher Veränderungszwang zwingt die Architektur heutzutage vielfach zu kubisch reduzierten Betonkonstruktionen, die Driss Ouadahi oder Matthias Neumann in Ölgemälden und Fotografien wuchtig in Szene setzen. Erwin Heerich schlägt mit Pavillonentwürfen für die Museumsinsel Hombroich den Bezug zu heimischen Gefilden, während mit Oskar Schlemmer und Christo zwei überaus prominente Künstler die Auswahl in dieser Sektion bereichern.

Ein aus tropfenförmigen Noppen zusammengesetzter „Taifun“ Anke Eilergerhards von 2011 leitet zum Segment der „Vier Elemente“ über. Beispiele aus der Serie der Feuerbilder von Otto Piene, Günter Weselers runde fellbezogene „Atemobjekte“ oder Aufnahmen bio- und geologischer Kleinststrukturen von Walter Dahn führen dann den Umgang von Künstlern mit den Urgewalten der Erde vor Augen. Während Zahlen konkret greifbar sind, können veränderbare und „Frei schwingende Formen“ kaum vollkommen erfasst werden. Eine Auswahl abstrakter Positionen, die sich zum Teil mit erkennbaren Strukturen verbinden und so individuelle Assoziationen evozieren, stellen Arbeiten von Albert Oehlen, Neo Rauch, Karl Otto Götz, Edgar Hofschen, Jürgen Palmtag, Tatjana Valsang, Jürgen Grölle oder John Chamberlain vor.

Danach kommt es im Kapitel „Maß, Zahl, Geometrie“ wieder zu einer Annäherung an die strenge, das Bankgeschäft beherrschende Ordnung. Wie erquickend das Spiel mit Zahlen, Takten oder Anordnungen sein und wie ausgeklügelte Farb- und Formrelationen Schönheitsideale mitbestimmen können, unterstreichen Bilder von Max Bill, Hard Edge-Malereien von Georg Karl Pfahler oder László Moholy-Nagys geometrische Konstruktion „QXX“ aus dem Jahr 1923. Die unter dem Titel „Nähe und Ferne“ versammelten Werke schließen die Auswahl. Im Mittelpunkt steht Bogomir Eckers Installation „Was ein Foto verschweigt“ von 2006 mit einer scheinbar hölzernen, aber in Aluminium gegossenen Lochkamera und fünf Zeitungsretuschen. Auch das Foto „Waldeslust 82“ von Anna und Bernhard Blume aus dem Jahr 2000 versucht humorvoll, Präsenz und Entrücktheit in ein Verhältnis zu bringen. Gerade dieser Schlussakkord soll den Besucher dazu anregen, über das Hier und Jetzt sowie die Zukunft intensiver nachzudenken.

Die Ausstellung „Mehr : Wert – Die Sammlungen der Stadtsparkasse Wuppertal und des Von der Heydt-Museums im Dialog“ ist bis zum 2. August zu sehen. Das Museum hat täglich außer montags von 14 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Der Katalog kostet im Museum 20 Euro.

Kontakt:

Von der Heydt-Museum

Turmhof 8

DE-42103 Wuppertal

Telefon:+49 (0202) 56 36 23 1

Telefax:+49 (0202) 56 38 09 1

E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de



29.06.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Georg Janthur, HohenWellenZwischen, 1992

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Anke Eilergerhard, Taifun, 2011

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Joseph Beuys, La rivoluzione siamo Noi, 1972

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Günter Weseler, New Species (Atemobjekte), 1972-2012

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Gerhard Richter, Scheich mit Frau, 1966

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Driss Ouadahi, Vue coupée, 2009

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Jürgen Grölle, Bergische Abstraktionen / Kreisberg, 2002

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John Chamberlain, ohne Titel, circa 1960er Jahre

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Lucebert, Die vielen Alten – Les vieux, 1962

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