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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die erste Auktionsrunde nach dem Corona-Lockdown stand für den Kölner Versteigerer Lempertz im Zeichen der Alten und Neueren Meister. An Kauflust hat es nicht gemangelt, doch wählten die Kunden gezielt aus

Skelett-Sprung



Alessandro Allori, Nach rechts schreitendes Skelett

Alessandro Allori, Nach rechts schreitendes Skelett

Aus dem 16. Jahrhundert stammt die Zeichnung, so viel steht wegen des Wasserzeichens in dem Papier fest. Doch war wirklich Agnolo di Cosimo, genannt Bronzino, der Schöpfer des schreitenden Skeletts, wie die zweifellos von fremder Hand aufgetragene Signatur unten rechts suggeriert? Die Experten des Kölner Auktionshauses Lempertz waren sich im Vorfeld der jüngsten Versteigerung Alter und Neuerer Meister nicht wirklich sicher bei dieser Frage – und tatsächlich: Vermutlich hat nicht Bronzino, sondern sein Neffe und Schüler Alessandro Allori diese ebenso subtile wie technisch brillante Zeichnung geschaffen. Auf den Wert des Blattes hatte die Frage nach der Urheberschaft vermutlich wenig Einfluss, Bronzino gilt allgemein sogar als der bedeutendere von beiden. Wohl die qualitätvolle Darstellung als solche dürfte dafür gesorgt haben, dass das Blatt heiß begehrt war und sich schon im Vorfeld fünfzehn Telefonbieter aus aller Welt dafür angemeldet hatten. Da waren die veranschlagten 3.000 bis 3.500 Euro zur kurz gegriffen; erst bei sensationellen 420.000 Euro fiel der Hammer. Als Käufer wurde ein Kenner und Händler alter Zeichnungen aus Paris genannt.


Alte Meister

Gegen das Skelett wurden am 30. Mai sogar die Gemälde Alter Meister in den Schatten gestellt, die zuvor zum Aufruf gekommen waren. Aber immerhin zwei sechsstellige Zuschlagspreise gab es auch hier. So konnte eine in erdigen Farben gehaltene Landschaft mit Steinbrücke und Gewitterhimmel, die entgegen einer gewiss gefälschten Rembrandt-Signatur Govaert Flinck zugeschrieben wird, die untere Schätzung von 120.000 Euro erzielen. Von 100.000 bis 140.000 Euro auf 150.000 Euro kletterten Philips Wouwermans Reisende bei der Rast in einer Felsgrotte. Auch die folgenden beiden Plätze wurden von Künstlern besetzt, die überwiegend in den Niederländern tätig waren. So verdoppelte sich der Wert eines prachtvollen Früchtestilllebens von Abraham Mignon, über das sich unter anderem zwei Schnecken, eine Raupe und ein Schmetterling hermachen, auf 78.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Besondere Aufmerksamkeit zog zudem eine Kupfertafel Pieter Schoubroecks auf sich, die in einer weiten Landschaft eine alttestamentliche Szene um König Ptolemaios mit Elefanten verbildlicht. Ebenfalls von 30.000 bis 40.000 Euro verbesserte sich das Werk auf 75.000 Euro.

Bei den ältesten Italienern brachten es das angenehme Portrait eines jungen Mannes vor weiter Landschaft von Amico Aspertini und eine verhaltene Madonna samt Johannesknaben im Rund von Tommaso di Credi mit jeweils 70.000 Euro am weitesten. Den gleichen Wert erlöste Jan Mytens’ mythologische Figurengruppe „Die Bekränzung des Mirtillo“, die ein wenig wie auf die Landschaft aufgeklebt wirkt (Taxen je 80.000 bis 90.000 EUR). Der russische Sammler, der schon Tommaso di Credis Tondo übernommen hatte, griff noch bei der annähernd lebensgroßen Verbildlichung des nackten Adonis samt Hund vor einem Felsen von Fermo Ghisoni zur unteren Schätzung von 40.000 Euro zu. Bei einer losbezogenen Verkaufsrate unter 50 Prozent blieben auch einige kapitale Stücke liegen, etwa eine monumentale Judith mit dem Haupt des Holofernes von Giovanni Busi, bekannter unter dem Namen Giovanni Cariani (Taxe 160.000 bis 170.000 EUR), Frans Snyders’ Stillleben mit Trauben in einem Korb, einer Erdbeerschüssel und erlegten Vögeln (Taxe 70.000 bis 80.000 EUR) oder Nicolas de Largillières Bildnis der Françoise Marguerite Claire Boudeville als Quellnymphe (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR).

Einige Bewegung gab es dann mitunter bei den kleineren Preisen. So verdoppelte sich die obere Schätzung einer vielfigurigen Szene aus der Werkstatt oder dem Umkreis Hendrik van Balens d.Ä., in der sich Weingott Bacchus und seine Kollegin Ceres über die Darbringung von Opfergaben freuen dürfen, auf 30.000 Euro. Eine wie in Stein gemeißelte Allegorie der Mäßigung, geschaffen von der Bologneser Malerin Ginevra Cantofoli, ließ sich erst bei 56.000 Euro von einem englischen Sammler aus dem Auktionshaus bitten (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Mit 35.000 Euro hatte auch eine feiernde, etwas anzügliche Gesellschaft des Antwerpener Meisters Hieronymus Janssens nicht gerechnet (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Den größten Preissprung machte Job Adriaensz Berckheydes kleinformatiges und ungemein zartes Bildnis eines lesenden bärtigen Mannes von 3.500 Euro auf das realistischere Niveau von 40.000 Euro. Teuerster deutscher Künstler wurde Johann Heinrich Tischbein d.Ä. mit seinem Bildnis der beiden Töchter Wilhelmine Caroline Amalie und Wilhelmine Ernestine Friederike wohl aus dem Jahr 1762 für 50.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Sein acht Jahre jüngerer Bruder Anton Wilhelm Tischbein gesellte sich zu ihm mit einem Portrait von Wilhelm IX. von Hessen-Kassel, noch als Regent der Grafschaft Hanau-Münzenberg, in Uniform neben einem Soldatenlager vor weiter Landschaft bei 25.000 Euro (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR).

Zeichnungen und Skulpturen

Neben dem Allori-Skelett erregte die kleine Zeichnungsofferte noch mehrmals die Gemüter der Kunden. So wurde gleich danach das Bildnis eines Mannes mit Barett, das einem venezianischen Meister des 16. Jahrhunderts zugeschrieben wird und angeblich Giovanni Bellini zeigen könnte, für 44.000 Euro zugeschlagen (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Ein sitzender Männerakt, im 18. Jahrhundert von unbekannter Meisterhand in Kohle gezeichnet, verbesserte sich von 1.500 Euro auf 28.000 Euro, eine französische Kopfstudie in Rötel von 1.200 auf 11.000 Euro. Von den schon im Vorfeld höher gehandelten Blättern reüssierten zwei 1677 datierten Hafenszenen Abraham Storcks bei 11.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und eine sitzende, etwas frierende junge Frau Jean-Baptiste Greuzes bei 16.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Dass die Kunden aber genau hinschauten und nur das mitnahmen, was ihnen gefiel, macht die unterdurchschnittliche Zuschlagsquote von nur 38,4 Prozent deutlich.

Zwei Thüringer Typare des 13. und frühen 14. Jahrhunderts erreichten mit jeweils 20.000 Euro die untere Grenze ihrer Schätzungen. Ansonsten kamen in der Skulpturenabteilung klassische Werke der Bildhauerei unter den Hammer, etwa eine oberrheinische Christus-Johannes-Gruppe ebenfalls für 20.000 (Taxe 15.000 bis 17.000 EUR) oder ein heiliger Christophorus des ausgehenden 15. Jahrhunderts aus Bayern für 19.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Höhepunkt wurde ein süddeutsches Lüsterweibchen der Zeit um 1520, das sich erst bei 50.000 Euro verabschiedete (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Eine Überraschung bot gegen Ende noch einmal ein 40teiliger Tonskulpturenzyklus des Zizenhauser Volkskünstlers Anton Sohn, der in derber Lustigkeit, aber technisch anspruchsvoll einen Totentanz zeigt. Die um 1822 entstandene Serie wechselte erst bei 30.000 Euro den Besitzer (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Neuere Meister

Auch über die Ergebnisse für die Kunst des 19. Jahrhunderts, die mit 53,3 Prozent die beste Verkaufsrate vorweisen konnte, zeigte sich Lempertz zufrieden. So wurde Carl Spitzwegs kleinformatiger „Samstag-Nachmittag“ eines Dorfpfarrers samt Spitz beim Spaziergang für 100.000 Euro und damit das Doppelte der Schätzung weitervermittelt. Vier weitere Spitzweg-Offerten blieben dagegen entweder unveräußert liegen oder deutlich unter ihren Schätzpreisen. Von 12.000 bis 14.000 Euro auf 32.000 Euro steigerten sich zwei großformatige Gouachen, auf denen noch im Jahr 1813 Johann Adam Klein mit großer Detailfülle zwei Szenen aus der russischen Abwehr gegen Napoleons Russlandfeldzug verbildlichte. Bei 46.000 Euro im Rahmen der Erwartungen spielte sich Hugo Kauffmanns volkreiche „Versteigerung“ vor einem dörflichen Anwesen im Jahr 1873 ab. John Colliers entkleidete „Kirke“ mit zwei Raubkatzen in geheimnisvoller Landschaft von 1885 ging erst bei 42.000 Euro eine neue Bekanntschaft ein (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Das reiche Angebot an italienischen Landschaften wussten die Bieter unter anderem in Jakob Philipp Hackerts weitem Panorama mit Motiven des Englischen Gartens in Caserta aus dem Jahr 1797 für 85.000 Euro (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR) und Silvester Schtschedrins sonniger Impression „An der Küste von Sorrent“ für 38.000 Euro zu schätzen (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Mit 60.000 Euro sogar fast das Dreifache der Erwartung schaffte Ernst Fries’ nicht ganz vollendete, in den fertigen Partien aber geradezu fotografische Ansicht des Bergstädtchens Ariccia. Für 23.000 Euro erwarb ein Sammler einen weiten Blick auf Sorrent von Carl Wilhelm Götzloff (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Auf 20.000 Euro vervierfachte sich der Wert einer 1841 datierten Landschaft mit Burg und zwei Mönchen von Carl Friedrich Lessing. Für die untere Schätzung von 30.000 Euro ging ein großformatiges Gemälde Andreas Achenbachs mit der detaillierten Wiedergabe mächtiger alter Korkeichen über den Tresen.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



24.06.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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