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Winterlandschaft in Schreiberhau in Schlesien / Hans Purrmann

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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Dorotheum hat seine Auktion „Moderne Kunst“ mit zahlreichen Österreichern und Italienern gut bestückt

Auf zur erotischen Bootsfahrt!



„Was ich male, sind Volumen… Ich interessiere mich für das Volumen, für die Sinnlichkeit der Form. Wenn ich eine Frau, einen Mann, einen Hund oder ein Pferd male, habe ich immer diese Vorstellung von Volumen.“ Das sagt Fernando Botero, und genauso trifft es auf sein „Paar mit Schirm“ zu. Es hat sich fein herausgeputzt, gerade das Haus verlassen und einen Schirm aufgespannt, obwohl es nicht regnet und keine Sonne scheint. Eine Prise Ironie hat Botero 2004 in sein kleines Gemälde eingestreut: Die dicken Leiber sprengen fast die Kleidung, die Frau ist leicht größer als der Mann, er läuft wie ein Diener hinter ihr her und beschirmt sie, mit ihrem festen und energischen Blick sowie dem zupackenden Griff nach ihrem Handschuh scheint sie das Sagen zu haben. Mit solchen naiv-grotesken Figuren, die sich aus der Erinnerung an seine Kindheit, aus dem populären lateinamerikanischen Muralismus, aber auch aus der westlichen Kunst der Renaissance und der Moderne speisen, ist der kolumbianische Maler und Bildhauer berühmt geworden. Nun gehört das sinnliche, wie tragisch-komische „Paar mit Schirm“ zu den Highlights der Versteigerung „Moderne Kunst“ im Wiener Dorotheum und hofft auf 180.000 bis 260.000 Euro.


Ein wenig fällt Boteros Gemälde aus dem Rahmen der Auktion am 23. Juni, die hauptsächlich mit heimischen und italienischen Künstlern bestückt ist. So marschieren die Granden der österreichischen Moderne auf, etwa Gustav Klimt mit seiner feinlinigen „Frau im Kimono“, einer Bleistiftstudie zu dem unvollendeten „Porträt Ria Munk III“ von 1917/18 (Taxe 40.000 bis 70.000 EUR), oder Egon Schiele mit dem energischer in Kreide gezeichneten Akt „Sich entkleidende Frau“ von 1917 (Taxe 180.000 bis 260.000 EUR). Charakteristisch für das Schaffen Alfons Waldes sind die dicken, teils von der Sonnen bestrahlten, teils von Felsen verschatteten Schneemassen in seinem öfters wiederholten Motiv „Einsamer Berghof“ von 1935, das mit 280.000 bis 340.000 Euro preislich die Versteigerung anführt. Ihm ist Waldes gleichaltriger sommerlicher „Sonntag in Tirol“ zur Seite gestellt, der ebenfalls von der pastos aufgetragenen Farbe lebt, aber aufgrund der Jahreszeit nur mit 80.000 bis 140.000 Euro veranschlagt ist.

Sein zehn Jahre jüngerer, 1901 in Innsbruck geborener Kollege Herbert Gurschner hat sich ebenfalls mit der Heimat beschäftigt und 1942 seine „Kartenspieler“ an einem Wirtshaustisch in Tiroler Tracht gesteckt (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR). Autochthon wirkt zudem der Kopf des ersten Bauern, den Albin Egger-Lienz für sein berühmtes Gemälde „Totentanz“ in rotbrauner Aquarellfarbe studierte (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Beinahe ätherisch treten dagegen Felix Heubergers „Lärchen im Morgenlicht“ vor Alpenkulisse in monochromem grün-grauem Kolorit an (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR). Feinsinnig, aber dennoch mit energischem Pinselstrich ging Anton Faistauer um 1912 bei seinem Stillleben mit Deckelgefäß, Äpfeln und Flasche ans Werk (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Für die Klarheit der Neuen Sachlichkeit steht das „Stillleben mit St. Sebastian“, das Rudolf Wacker 1927 mit typischem Kaktus, einer stilisierten Vogelfigur und Gemälden von seinem Atelier in Bregenz malte (Taxe 80.000 bis 140.000 EUR).

Oskar Laske legte seine Weltuntergangsvision ein Jahr später in biblischem Gewand nieder und ließ in gewagter Perspektive und expressivem Ausdruck 1928 den Helden „Simson“ den Philistertempel zum Einsturz bringen (Taxe 28.000 bis 45.000 EUR). Wie ruhig und erholsam ist doch da der Blick, den Carl Moll an Weihnachten 1902 auf die winterlich verschneite Karlskirche in impressionistischem Gestus warf (Taxe 80.000 bis 130.000 EUR). Als Impressionisten stehen ihm Artur Nikodem mit einem idealtypisch durch zwei Bäume gerahmten sommerlichen Blick auf das Dorf und das Schloss Schenna bei Meran von 1907/09 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und Max Liebermann mit seinem „Gemüsekarren“ auf der Straße eines holländischen Dorfes von 1906 zur Seite (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Der Belgier Emile Claus beteiligte sich an dieser Kunstrichtung 1912 mit dem heiteren Landsommer am „Fluss Leie“ (Taxe 45.000 bis 55.000 EUR). Sein Landsmann Willy Schlobach hat 1918 seinen „Blick auf Klein Windhoek“ in einem stärker ausgefeilten Kolorit zwischen Violett, Orange, Grün und Hellblau angelegt (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR).

In die Abstraktion haben sich einige Franzosen verabschiedet. Für das Gemälde „Les Machines“ hat František Kupka in den 1920er Jahren Kreissegmente miteinander kombiniert und durch schwarze Linien wie Flachriemen scheinbar zum schnellen Drehen gebracht. Die vorbereitende Studie in Gouache listet der Katalog für 45.000 bis 60.000 Euro. Auch Fernand Léger frönt dieser technoiden Weltsicht in seiner Bleistiftzeichnung „Composition mécanique“ von 1923 (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Der Surrealist Salvador Dalí ist diesmal mit zwei großen Bronzefiguren aus der Mitte der 1970er Jahre vertreten, dem „Guerrier triomphant (Cheval monté qui bronche)“ für 60.000 bis 80.000 Euro und dem ebenfalls zwölf Mal gegossenem „Persée – Hommage à Benvenuto Cellini“ für 90.000 bis 120.000 Euro. Für das Porträt „Jeune fille au châle blanc“ ließ sich Tamara de Lempicka genauso von der Kunst der italienischen Renaissance inspirieren. Obwohl das Gemälde aus den frühen 1950er Jahren nicht vollendet ist und wenig von Lempickas stählerner Eleganz aufweist, stehen dennoch hohe 80.000 bis 120.000 Euro auf dem Preisschild.

Renato Guttuso griff 1974 auf den römischen Frühbarock zurück und beamte den erregten Knaben aus Caravaggios Altargemälde „Das Martyrium des heiligen Matthäus“ zu einem weiblichen Akt in eine Wäscherinnenstube seiner Zeit (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR). Die Italiener sind die zweite zahlenmäßig gut vertretene Fraktion in der Versteigerung und stellen mit Giorgio Morandis stillem „Paesaggio“ von 1927 ein postimpressionistisches Werk (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR), mit Ubaldo Oppis „Nudo sdraiato con finestra“ in einem bühnenartigen Setting von 1929 ein von Ideen der Renaissance angeregtes Gemälde (Taxe 24.000 bis 32.000 EUR). Für den Futurismus stehen die Flieger in Giulio D’Annas streng in Farbflächen aufgeteiltem Gemälde „Stormo Aereo + Passaggio Simultaneo“ von 1935/36 (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Marino Marini bestreitet seinen Auktionsauftritt mit einem charakteristischen, leicht abstrahierten „Cavallo e cavaliere“ als leicht mit Farbe übergangener Zeichnung auf Karton von 1943 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Wander Bertoni kam 1943 in den Kriegswirren von Italien als Zwangsarbeiter nach Österreich, blieb aber dennoch dort und studierte ab 1946 Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Aus seinen frühen Studienjahren stammt die seltene Holzfigur „Die Kämmende“ in glatten gerundeten Formen (Taxe 25.000 bis 45.000 EUR). Weitere Arbeiten aus der Nachkriegszeit bis in die 1970er Jahre hat das Dorotheum in seine Auktion integriert. Dazu zählen etwa Endre Nemes’ traumartiges motivreiches Gemälde „Nächtliche Besucher“ von 1947 (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR), Wolfgang Paalens verknappter surrealer Frauentorso um 1953 (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR) oder Anton Mahringers in einem gestischen Farbmeer aufgelöste „Waldlichtung“ von 1962 (Taxe 24.000 bis 36.000 EUR). Marie-Louise von Motesiczky blieb dagegen einer figurativen Malweise treu, was ihr neugieriger „Hund mit Blumen“ von 1965 beweist (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR), ebenso ihre Kollegin Norbertine Bresslern-Roth mit ihren ins Monumentale gesteigerten Tierbildern, etwa dem „Puma auf Affenjagd“ (Taxe 60.000 bis 90.000 EUR). In fantastische Traumwelten entführt Arik Brauer den Betrachter mit seiner Gouache „Erotische Bootsfahrt“ von 1970 und lässt ihn auf ein Wesen blicken, das fast nur aus Brüsten besteht (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR).

Die Versteigerung beginnt am 23. Juni um 16 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 17 Uhr, am 21. Juni von 13 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



19.06.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Rudolf Wacker, Stillleben mit St. Sebastian, 1927
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Franz von Stuck, Faun und Bacchus (Der junge Bacchus), 1905
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Carl Moll, Karlskirche im Winter, 1902

Carl Moll, Karlskirche im Winter, 1902

Taxe: 80.000 - 130.000 EURO

Zuschlag: 110.000,- EURO

Losnummer: 12

Anton Faistauer, Stillleben mit Deckelgefäß, Äpfeln und Flasche, um 1912

Anton Faistauer, Stillleben mit Deckelgefäß, Äpfeln und Flasche, um 1912

Taxe: 35.000 - 50.000 EURO

Losnummer: 5

Max Liebermann, Gemüsekarren, 1906

Max Liebermann, Gemüsekarren, 1906

Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 85.000,- EURO

Losnummer: 13

Franz von Stuck, Faun und Bacchus (Der junge Bacchus), 1905

Franz von Stuck, Faun und Bacchus (Der junge Bacchus), 1905

Taxe: 75.000 - 90.000 EURO

Losnummer: 11

Egon Schiele, Sich entkleidende Frau, 1917

Egon Schiele, Sich entkleidende Frau, 1917

Taxe: 180.000 - 260.000 EURO

Zuschlag: 220.000,- EURO

Losnummer: 10

Emile Claus, Der Fluss Leie, 1912

Emile Claus, Der Fluss Leie, 1912

Taxe: 45.000 - 55.000 EURO

Losnummer: 15

Gustav Klimt, Frau in Kimono, 1917/18

Gustav Klimt, Frau in Kimono, 1917/18

Taxe: 40.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 6

Albin Egger-Lienz, Kopf des ersten Bauern aus dem Gemälde „Totentanz“

Albin Egger-Lienz, Kopf des ersten Bauern aus dem Gemälde „Totentanz“

Taxe: 50.000 - 60.000 EURO

Losnummer: 4

Rudolf Wacker, Stillleben mit St. Sebastian, 1927

Rudolf Wacker, Stillleben mit St. Sebastian, 1927

Taxe: 80.000 - 140.000 EURO

Zuschlag: 300.000,- EURO

Losnummer: 1




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