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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Lempertz macht bei der umfangreichen Offerte moderner und zeitgenössischer Kunst vor allem mit einer vielfältigen Gruppe herausragender Stillleben und einer starken Skulpturen-Suite auf sich aufmerksam

Tischlein deck’ dich



Lyonel Feininger, Stillleben auf blauem Tisch, 1911

Lyonel Feininger, Stillleben auf blauem Tisch, 1911

Lyonel Feiningers farbenfrohem „Stillleben auf blauem Tisch“ von 1911 wohnt trotz der leblosen Gegenstände einiges an Bewegung inne. Die Zitrusfrüchte scheinen zu rollen, die Tassen zu kippeln und die Öllampe sowie die Kanne krumm zu stehen. Im Wechsel von erhöhter An- und Aufsicht auf das Arrangement bringt Feininger die Dynamik in sein marktfrisches Frühwerk, die ihm mit einer Schätzung von 400.000 bis 600.000 Euro die preisliche Führungsrolle bei Lempertz verschaffen soll. Der spätere Bauhaus-Meister hat allerdings starke Konkurrenten. Anders ging zwei Jahre später etwa Max Slevogt an die Gattung Stillleben heran und platzierte in dem Ölgemälde „Crevetten auf Eis“ die zart rosafarbenen Meeresfrüchte in einer Holzschale auf rustikalen gleichfarbigen Holzkisten. Hier macht das Ton-in-Ton-Kolorit den Reiz der Leinwand für 40.000 bis 60.000 Euro aus. Juan Gris wagte 1922, seine „Raisins, Carafe et Livre“ in ein ungleichmäßiges Ovalformat zu komponieren. Die kubistischen Gegenstände fügen sich zu einem im Zentrum gesteigerten komplizierten Bildaufbau zusammen, der 300.000 bis 350.000 Euro rechtfertigen soll. Neusachlich schlicht und kühl ist 1929 dann Alexander Kanoldts „Stillleben I“ mit hohem grünem Gummibaum, Kanne, einem Glas und Buch vor einer gelben Wand. Hier sind 60.000 bis 80.000 Euro vorgesehen.


Auch das Kölner Auktionshaus Lempertz ist durch die Corona-Krise aus seinem üblichen Trott gekommen und hat die Versteigerungen mit Kunst und Fotografie seit dem späten 19. Jahrhunderts neu organisiert. Diesmal gibt es einen mit rund 100 Positionen gut bestückten „Evening Sale“, der die Highlights aus allen drei Bereichen zusammenfasst, einen „Day Sale“ für die moderne und zeitgenössische Kunst und eine eigene Fotoauktion, aber ohne gedruckten Katalog. In der Abendauktion am 19. Juni schließen sich weitere hochrangige Stillleben an. August Macke steuert einen „Blumenkasten mit Kaktus“ von 1912 bei, der durch einen aquarellartigeren lichten Farbauftrag besticht. Gefordert sind 220.000 bis 250.000 Euro. Die lockere Gouache eines „Orientalischen Liebespaars“, seit 1912 eingebettet in die Natur, erweitert das Angebot des Rheinischen Expressionisten (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Alexej von Jawlensky rückte 1932 Dahlien in den Mittelpunkt, die er mit getupftem Farbauftrag vor die in gleicher Technik ausgeführte Wand mit Gemälden stellt (Taxe 140.000 bis 160.000 EUR). Günstiger ist sein expressiv gestisches „Großes Stillleben: Blumen in bauchiger Vase“ von 1936 für 40.000 bis 50.000 Euro. Jawlenskys eigentlich abstrakte „Variation 1916 N. 4“ erinnert zudem an Blüten- und Baumformen und deren Farbwerte (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Als Meister des Aquarells komplettiert Emil Nolde mit seiner querformatigen Ansicht einer „Pflanze mit Reitertonfigur“ für 70.000 bis 90.000 Euro die umfangreiche Offerte der klassisch modernen Stillleben.

Menschenbilder zwischen Freud und Leid

In den Schätzwerten nähert sich an Feininger nur Pablo Picasso an. Seine Grafitzeichnung „Deux femmes nues se tenant“ entstand 1906 am Ende der Rosa Periode und zu Beginn seiner Studien für sein frühes Hauptwerk „Les Demoiselles d’Avignon“, das einen Wendepunkt in seinem Schaffen markiert. Daher soll das Blatt mit 400.000 bis 500.000 Euro honoriert werden. Eine weitere typische Zeichnung stammt von Edgar Degas, der sich häufiger Tänzerinnen und ihren Bewegungen widmete. Die Pastellversion einer ihr Haar richtenden Ballerina um 1900 in Braun mit grünen Schattierungen soll 180.000 bis 200.000 Euro kosten. Weniger verspielt und erfreut wirken die „Kinder zwischen Birkenstämmen“, die Paula Modersohn-Becker 1904 inszenierte. Das braune Kolorit und die Bewegungslosigkeit der Figuren vermitteln eine gewisse Tristesse, die sich zwischen den Beiden breit gemacht hat (Taxe 180.000 bis 220.000 EUR). Noch mehr Traurigkeit fängt Mela Muter 1916 in ihren „Kellerkinder“ ein, die verwahrlost und mit ausdruckslosen graugrünen Gesichtern zum Betrachter aufschauen (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Schwerer einzuschätzen ist hingegen Albert Birkles „Bahnwärter“ von 1927, der mit seiner Tochter an der Hand vor Signalleuchten, Bahnschranke und vorbeirauschendem Zug steht und zu einer fantastischen Nachtlandschaft verschwimmt. Düsternis und Ruhe liegen bei dem veristischen Gemälde für 80.000 bis 100.000 Euro nah beieinander.

Vielseitigkeit der Nachkriegszeit

Nach dem Schrecken des Zweiten Weltkriegs suchten viele Künstler neue Ausdrucksmöglichkeiten. Karel Appel, der mit Kollegen aus der Gruppe CoBrA gleich mehrfach vertreten ist, fand zu einer gestisch abstrakten Form, die sich noch 1974 in seiner bunten „Personnage“ nachvollziehen lässt, bei der einige schwarze Umrisslinien die menschliche Gestalt andeuten (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Eine ähnlich archaische Bildsprache entwickelte der CoBrA-Kollege Asger Jorn, der sein „Morgenrødt“ 1960 effektvoll in Szene setzte (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Von einer verwandten Abstraktion fand Horst Antes Anfang der 1960er Jahre zu figürlichen Darstellungen zurück. Sein Gemälde „Mit Figur“ von 1963 beinhaltet sein typisch stilisiertes Kopfwesen, das mehr Zeichen als Person ist, in einer von Rohren, Leitungen und Rauch durchzogenen Maschinenlandschaft (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Der Mensch interessierte Marcel Broodthaers ebenfalls, allerdings setzte Der Deutschbelgier das Thema völlig unterschiedlich um. Auf neun typographisch bedruckten Leinwänden nennt er berühmte deutsche Komponisten, Philosophen und Schriftsteller mit dem Zusatz „Die Welt von…“. Die konzeptuelle „Série de neuf tableaux en langue allemande, Die Welt“ aus dem Jahr 1973 soll 200.000 bis 250.000 Euro einspielen.

Maria Lassnig blieb bei der klassischen Malerei. Mit breitem Pinsel malte sie 1985 ein Mischwesen zwischen Mensch und Tier in der Liegeposition der Sphinx, den Kopf als Totenschädel und zwischen den Löwentatzen eine Fackel als Symbol von Leben und Tod. Die treffend betitelte Leinwand „Der Tod ist eine Sphinx“ lässt auf 180.000 bis 200.000 Euro hoffen. Roy Lichtenstein hielt bei seiner Umsetzung eines „Modern Room“ aus den „Interior Series“ 1990/91 an den verknappenden Stilmitteln der Pop Art fest. Designikonen reihen sich in dem Grafikblatt aneinander, während im Hintergrund ein Porträt Maos hängt – wohl eine Anspielung auf das berühmte Bildnis seines Kollegen Andy Warhol (Taxe 45.000 bis 65.000 EUR). Die totale Reduzierung meistert dann Imi Knoebel mit seiner Holztafel „Portrait (Clara)“ aus dem Jahr 1992, bei dem vier monochrome Rechtecke ein weißes Viereck einrahmen (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Einen figurativen Malstil entdeckte Jonas Burgert für sich und setzte 2012 seine dunkle Gestalt in „Schliss“ über einem Abgrund vor eine Wand mit absonderlichen Figuren und Geschehnissen (Taxe 200.000 bis 250.000 EUR).

Lichtvolle Landschaftsvisionen

Fantastisch geht es bei Max Ernst weiter. „Le Gulf Stream“ aus der Zeit um 1954 überzeugt mit hellen Farberscheinungen vor dunklem Grund, die die Rhythmik und Bewegung des Wasserstroms auf einer surrealen Ebene greifbar machen (Taxe 110.000 bis 120.000 EUR). Wie die Morgenröte scheinen die abgestuften Töne des Rots bei Rupprecht Geigers „424/65“ aus dem Jahr 1965. Von Orange oben bis zum satten Tiefrot unten stuft der Meister den Farbton nuancenreich leuchtend ab (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Näher an einer Landschaft ist 1977 dann wieder Per Kirkeby. Seine Walderinnerung ist von grober Pinselarbeit geprägt, wobei die vielen übereinander liegenden Malschichten Tiefe und Details erzeugen (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Heinz Mack ging es 1992 mit seinen „Lichtfeldern (Chromatische Konstellation)“ mehr um Licht und Farbe anstatt um Struktur (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Die Dunkelheit dominiert bei Andreas Gursky. Seine großformatige Fotoarbeit „Heidelberg Ost“ von 1993 zeigt die Stadt als feinen Lichtstreifen im unteren Viertel, der sich wie eine schwebende Sphäre aus dem mit feinen Sternen durchzogenen Schwarz der Nacht drängt (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Universeller versteht Yan Pei-Ming die Verortung seiner expressiven monochromen Lichtung auf einer Leinwand von vier Metern Breite namens „International Landscape“ (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Von der Tupftechnik des Impressionismus inspiriert, setzte Christian Rohlfs um 1890 seinen hellen frühlingshaften „Weg im Weimarer Park“ um (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Von spätimpressionistischen Effekten und einem strengen Naturalismus geprägt ist Piet Mondrians Frühwerk „Farm building near irrigation ditch with farmer at work and woman doing the laundry“ um 1898/1902. Es weist deutlich die Fähigkeit des späteren geometrischen Farbkombinierers zur genauen Naturbeobachtung und zur klassisch malerischen Umsetzung auf (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Weitaus moderner mutet da Raoul Dufys „Le Jardin à Munich“ an, der 1909/10 wohl den Englischen Garten in der Landeshauptstadt in strahlend grünem Kolorit und eher expressiver Umrissgestaltung festhielt (Taxe 100.000 bis 130.000 EUR). Einer anderen deutschen Großstadt war Lesser Ury verfallen. Als Wahlberliner saugte er die dortigen Eindrücke auf und setzte sich häufig mit den breiten Straßenzügen auseinander. Dieses Interesse spiegelt sich bei dem Pastell „Allee im Tiergarten“ aus den 1920er Jahren wider, wobei sich der Weg mit einigen Automobilen zentral in die Tiefe zieht und die dichten Bäume buschig hellgrün den Rand zieren (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Futuristisch wird es um 1925/30 bei Gerardo Dottoris „Paesaggio collinare“ in den rhythmisierten Häusern, Hügeln und Wolken (Taxe 35.000 bis 45.0000 EUR).

Starke Skulptur

Glatte Oberflächen und runde Formen machen Ernst Barlachs „Singenden Mann“ von 1928 aus. Die sitzende wiegende Bronzegestalt in einem Guss der frühen 1950er Jahre soll 80.000 bis 100.000 Euro einbringen. Etwas aufgerauter und in sich ruhender ist Barlachs „Asket“, ebenfalls aus einer posthumen Auflage ab 1961 (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Als Standfigur setzte Fritz Klimsch seine weibliche Allegorie auf die „Jugend“ 1940/41 um, die seine Bemühungen bei der Suche nach der perfekten Körperproportion und sinnlichen Schönheit wiedergibt (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Dem Körper der Frau huldigte um 1930 auch Christoph Voll in seiner aus weißem Marmor gehauenen „Ruhenden“ (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Ewald Mataré wollte das Wesen von Tieren einfangen. Sein „Tänzelndes Pferd (Chinesisches Pferd)“ von 1943 erfüllt diese Forderung und macht sowohl den verspielten, als auch eleganten Charakter des Vierbeiners sichtbar (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Die treffende Gestalt für den Menschen zu finden, war später Joannis Avramidis’ Wunsch. In ausgewogenen Formverhältnissen schuf er 1959/60 eine unterlebensgroße „Vierfigurengruppe“ als symbolisch ideale Bronze (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Mit einem Laserinternverfahren maschinell ohne Eingriff des Künstlers hergestellt, reihte Karin Sander dagegen die „Frauen-Nationalmannschaft 1:10 Kader 2005“ als realitätsgetreue kleine bemalte Menschlein auf einem Brett auf (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Aus edlen Materialien setzte Fausto Melotti 1972/73 sein kleines spielerisches Objekt „Dissonanze Armoniose“ zusammen. Eine silberne Rahmung schafft den in zwei Etagen gegliederten Raum, in dem sich goldene geometrische Formen bewegen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Weiter von der traditionellen Bildhauerei entfernte sich Robert Indiana mit „Six“. Die Ziffer aus seinen ikonisch gewordenen Schriftsätzen von 1980/2001 ist aus zweifarbigem Aluminium hergestellt und ist immerhin knapp zwei Meter hoch (Taxe 200.000 bis 230.000 EUR). Flach und zunächst unauffällig ist dahingegen Carl Andres minimalistische Bodenarbeit „Bend Smithson (The Old Rattler)“ von 1997. Aus 48 Stahldreiecken entsteht ein 3,5 Meter langer Streifen, der an einem Ende abgewinkelt ist (Taxe 45.000 bis 50.000 EUR). Als kinetische Installation ist Rebecca Horns „Belle du vent“ angelegt: Der sich öffnende Vulkanstein birgt in seiner Mitte einen Kristall und korrespondiert mit einer Gedichtüberzeichnung der Künstlerin (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Träumereien um die Natur: Prunkstücke der Tagesauktion

Am 20. Juni findet der zweite Teil der Auktion mit oft preisgünstigeren, aber nicht weniger qualitätvollen Kunstwerken statt. Stark ist wiederum die Bildhauerei, bei der mit dem ehemaligen Münchner Akademieprofessor Anton Hiller ein Klassiker auf dem Weg zur Abstraktion des Menschenbildes zugegen ist. Seine späte Bronze „Sitzende Figur“ von 1972 ist aus geometrischen Kuben zusammengesetzt und lässt kaum noch an ein menschliches Wesen denken (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Der zwei Generationen jüngere Bildhauer Stephan Balkenhol steuert eine dezent farbig gefasste hölzerne Kopfbüste einer streng dreinblickenden Dame von 1999 bei, die trotz ihrer gewollt groben Bearbeitung näher am Realismus bleibt (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Auch Klassiker der Moderne kommen zu Wort, etwa der Berliner Tierfreund August Gaul mit seinem liebevollen Pinguinpaar um 1914 (Taxe 18.000 bis 28.000 EUR) oder der Münchner Sezessionist Georg Wrba mit seiner bogenschießenden „Diana auf der Hirschkuh“ von 1899 (Taxe 5.000 EUR).

Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff ließen sich 1979 entfernter von der Natur inspirieren. Ihr Gemeinschaftswerk „Herbst“ besteht aus zwei runden Stelen, von denen feine Metalllinien herabführen. Mehr als der Nachbildung einer Herbstlandschaft ist diese Messing-Zinn-Legierung dem Vergehen in jener Jahreszeit verpflichtet (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). An Sigalit Landaus „Salt Crystal Fishing Net“ von 2011 setzten sich Salzkristalle aus dem Toten Meer zu einer neuen organischen Struktur zusammen (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Technoid wird es bei Chris Burden, der aus vorgefertigten Stahlelementen eine Serie von Brücken im Spielzeugformat nachbaute, darunter 2002 die „Indo China Bridge“ (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

In Gedanken sitzt eine Dame in fliederfarben-weißem Kleid bei Edward Cucuel um 1915/20 auf einer Bank am See, den Kopf in Richtung Wassers aufgestützt, und gibt sich ihrer „Träumerei“ hin. Abgewandt vom pittoresken Hintergrund des Bodensees, hat Otto Dix 1953 den Rechtsanwalt und Nachbarn Eberhard Ascher eingefangen. Ohne Mensch im Bild fand Karl Hagemeister um 1910 großen Gefallen an den Gewässern und spürte der Dynamik der „Wellen“ mit gestischem Pinsel nach (Taxen je 25.000 bis 30.000 EUR). Ein ruhiges Hochformat stammt von Otto Modersohn, der 1925 – für ihn charakteristisch – ohne zuviel Detailtreue die flüchtigen Spiegelungen des grünen Dickichts bei einer „Ruderpartie auf der Wümme“ verewigte (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Stärker reduzierte der ungarische Expressionist János Vaszary 1928 die vier „Fischer am Balaton“, die vor der flächigen Wasserlandschaft in einer Reihe kräftig an einem unsichtbaren Netz ziehen und dementsprechend stark als Gegengewicht nach links geneigt sind (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Entspannter fährt da der Ruderer von Norbert Schwontkowski aus dem Jahr 1986 durch die abstrakte nächtliche Wasserfläche, die oben links von drei gleichartigen Herz Jesu-Erscheinungen vor rotem Grund durchbrochen ist (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Völlig ungegenständlich ist dann Bernard Schultzes informeller „Roter Strom“ von 1956/57. Das Mitglied der Quadriga-Gruppe ließ diesen, in der Plastizität von Draht und Textilien unterstützt, im Zentrum seiner Komposition verlaufen und diese an den Rändern sich in tiefe Blautöne verlieren (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Die Abstraktion natürlicher Formen trieb 1913 schon Franz Marc an. Bei seiner Baumstudie sind die zackigen schwarzen Aquarellflächen von sattem Grün hinterfangen, ohne das Blatt übermäßig zu füllen (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Auf die Ästhetik und Struktur einzelner Pflanzen richtete André Derain um 1931/32 sein Augenmerk. Die „Chrysanthèmes dans un pot“ mit feinen Strichblüten fügen sich mit ihren Weiß- und Rottönen in das harmonische Farbkonzept ihrer Terrakottavase und des Hintergrunds (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Voller ist Hans Purrmanns „Stillleben mit Früchten“ auf einem Holztisch von 1950. Ein Korb, Vasen und ein Blumenstrauß vervollständigen die Anordnung vor der gelb-blau gestreiften Wandstruktur (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Der „Evening Sale“ beginnt am 19. Juni um 18 Uhr, der „Day Sale“ am 20. Juni ab 11 Uhr. Die Vorbesichtigung ist bis zum 17. Juni von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Alle Lose sind online unter www.lempertz.com abrufbar.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



16.06.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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