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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Vor 150 wurde das Bayerische Gewerbemuseum in Nürnberg gegründet. Den runden Geburtstag ehrt das Germanische Nationalmuseum, in dessen Fundus die Objektsammlung aufgegangen ist, mit einer Ausstellung

Kein Friedhof alter Handwerkskunst



in der Ausstellung „150 Jahre Bayerisches Gewerbemuseum“

in der Ausstellung „150 Jahre Bayerisches Gewerbemuseum“

Weniger als Tempel der Kunst, sondern vielmehr als Lern- und Unterrichtsort etablierte sich im 19. Jahrhundert ein neuer Museumstyp. Nach dem Muster des South Kensington Museum in London, heute das Victoria and Albert Museum, gründeten sich seit 1852 rund 30 Kunstgewerbemuseen auf dem Kontinent. Diese nahmen vornehmlich die Produktgestaltung ins Visier. Ihr Ziel war es, unter den Vorzeichen neuer technisch-maschineller Produktionsmethoden eine hochwertige handwerkliche und ästhetische Ausführung und Gestaltung aufrecht zu erhalten. So agierten sie als Lehr- und Ausbildungsstätten für Designer, Handwerker oder Industriearbeiter, die an Objekten geschult wurden. In Verbindung mit Werkstätten oder Fachbibliotheken traten Mustersammlungen als Herz dieser Institutionen auf, denn die gehobene Geschmacksbildung erfolgte unter Bezugnahme auf qualitätvolle Vorbilder.


Da die Industrialisierung in Bayern hauptsächlich im Nürnberger Raum vonstattenging, wurde vor 150 Jahren das im internationalen Vergleich neunte jener Spezialmuseen als „Bayerisches Gewerbemuseum“ in der Franken-Metropole aufgebaut. Die beiden Nürnberger Großindustriellen Theodor von Cramer-Klett und Lothar von Faber gelten als Gründungsväter der 1869 gegründeten Institution, deren Objekte die tragende Rolle bei der Aus- und Weiterbildung übernahmen. Anhand von 90 ausgewählten Stücken stellt das Germanische Nationalmuseum nun die Geschichte und Arbeitsschwerpunkte des Gewerbemuseums vor, dessen Sammlung von rund 13.500 Objekten heute als eigenständiger Korpus im Haus verwahrt wird.

Die Schau beginnt mit der Vorstellung wesentlicher Akteure und der Museumsstandorte. Nach der ersten Unterbringung in Räumen des alten Fleischhauses bezog man 1874 in Teile des alten Franziskanerklosters. Zwecks Errichtung eines eigenen repräsentativen Neubaus wurde im Jahr 1877 ein Gelände erworben. Der ausgebildete Architekt Theodor von Kramer, der am 1. Januar 1888 auf den Gründungsdirektor Carl von Stegmann nachfolgte, konnte seine Fähigkeiten als Baumeister umgehend mit der Erstellung von Entwürfen für einen Museumsneubau unter Beweis stellen. Ab 1892 gelangten seine Pläne für einen repräsentativen vierseitigen neobarocken Baukörper zur Ausführung. 1897 konnte das fünfgeschossige Haus mit der markanten achtseitigen Helmkuppel samt Laterne über der nördlichen Eingangsseite vollendet werden. Ein Modell aus Lindenholz führt deren Konstruktion vor Augen; es war die dritte Kuppel in Nürnberg.

Der letzte erhaltene Stuhl aus dem einstigen großen Vortragssaal soll auf die Bedeutung der Vermittlungsarbeit verweisen. Der Architekt Theodor von Kramer hatte ja einen Ort des Austausches geplant, „keinen Friedhof alter Handwerkskunst“, wie er einmal anmerkte. Neben Bibliothek, Zeichensälen, Werkstätten und Büroräumen bildeten die Ausstellungsflächen der Muster- und Vorbildersammlungen im ersten Stock zunächst den Nukleus der Einrichtung. Durch die rasante technische Entwicklung verlor aber die museale Objektsammlung rasch ihre anfängliche Funktion. Die technischen Belange gewannen die Oberhand, so dass das ursprünglich als Verein gegründete Museum 1909 in „Bayerische Landesgewerbeanstalt“ umbenannt und in eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes überführt wurde. Als Dienstleistungszentrum und Prüfinstitut für Gewerbe und Industrie übernahm es nun hoheitliche Aufgaben.

Einen letzten musealen Höhepunkt erlebte die Bayerische Landesgewerbeanstalt unter der Leitung des Architekten und Kunsthistorikers Curt Heigl von 1957 bis 1971. Mit Ausstellungen, Wettbewerben, Preisverleihungen und intensiven Kontakten zu Designern und Firmen im In- und Ausland verhalf er ihr zu überregionaler Reputation. Nach der Schließung des Museums im Jahr 1986 übernahm das Germanische Nationalmuseum die Museumsbestände, die erst im Jahr 2003 in das Eigentum des Freistaates Bayern übergingen.

Die Ankäufe für die Sammlung des Bayerischen Gewerbemuseums erfolgten größtenteils auf Weltausstellungen im ausgehenden 19. Jahrhundert. Auf der Wiener Weltausstellung 1873 wurden fast 1.000 Objekte erworben, darunter elegante Gläser aus Italien, filigrane Schnitzarbeiten und Opiumpfeifen aus Japan oder ein Teeservice aus feinem französischem Porzellan. Einen Höhepunkt unter den Exponaten bilden drei Tänzerinnen aus weißem Biskuitporzellan in locker fallenden Plisseekleidern. Die Statuetten des Tafelaufsatzes „Le jeu de l’écharpe“ von Agathon Léonard riefen auf der Pariser Weltausstellung 1900 große Bewunderung hervor. Ihre Eleganz dokumentierte höchstes Niveau und handwerkliches Können auf dem Sektor des Jugendstildesigns. Die Ankäufe auf den sechs Weltausstellungen zwischen 1873 und 1900 nahmen jedoch stetig ab. In Paris wurden lediglich noch 44 Gegenstände erworben, wovon sich noch 29 im Bestand befinden. Nach 1900 erfolgten keine Ankäufe mehr auf Weltausstellungen.

Aber auch auf anderen Schauen wie der wichtigen „Internationalen Ausstellung von Arbeiten aus edlen Metallen und Legierungen“ in Nürnberg von 1885 wurden Erwerbungen getätigt. Zwei hier erstandene große Schirmständer und eine massive Vase aus Japan gehören zu den Starstücken der Präsentation. Sie sollten einst Handwerker mit der japanischen Emailkunst vertraut machen. Weitere Abschnitte stellen Dinge vor, die in Wettbewerben prämiert oder in ebenso vom Museum veranstalteten Meisterkursen mit renommierten Designern geschaffen wurden, etwa die 1910 von Friedrich Adler zusammen mit dem Elfenbeinschnitzer Emil Kellermann entworfene silberne Prunkbowle.

Die neue Ausrichtung der Institution als Landesgewerbeanstalt mit durchzuführenden Prüfverfahren und Maßnahmen der Qualitätssicherung verdeutlichen am Ende der Ausstellung technische Apparate. Kleinmaschinen wie ein Gerät zum Austesten der Reißfähigkeit von Papier, Textilien aus den 1930er Jahren oder einer der ersten, noch mit einer Petroleumlampe beleuchteten Diaapparate aus den 1880er Jahren führen zurück in die Technikwelt vorheriger Generationen.

Die Ausstellung „150 Jahre Bayerisches Gewerbemuseum“ ist bis zum 10. Januar 2021 verlängert. Das Germanische Nationalmuseum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20:30 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museum 19,50 Euro kostet.

Kontakt:

Germanisches Nationalmuseum

Kartäusergasse 1

DE-90402 Nürnberg

Telefon:+49 (0911) 13 310

Telefax:+49 (0911) 13 31 200



10.06.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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28.11.2019, Am Puls der Zeit. 150 Jahre Bayerisches Gewerbemuseum in Nürnberg

Bei:


Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

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Im Jahr 1966 präsentierte der erste Nachkriegsdirektor Curt
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Otto und August Geigenberger, Kegelspiel, 1903

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Friedrich Adler, Silberbowle, 1910

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Geschnitzte Bambuswurzel, Japan, 19. Jahrhundert

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